Wetzikon ringt den Nachbarn nieder
Dreimal führt der EHC Wetzikon gegen Lyss. Erst der dritte Vorsprung aber hält – der EHCW siegt daheim knapp 3:2.
Je weniger Zeit auf der Uhr verblieb, desto mehr Raum fand der EHC Wetzikon zum Kontern vor. Doch weil das Oberländer MHL-Team gegen den immer mehr Risiko eingehenden SC Lyss keinen seiner schnellen Gegenangriffe präzise genug zu Ende spielte, blieb die Partie am Mittwochabend offen.
Schon viereinhalb Minuten vor Schluss ersetzten die Gäste ihren Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler und agierten die verbleibende Zeit mit einem Mann mehr. Der EHCW war vorne zu umständlich und wankte hinten. Er fiel aber nicht und gewann so das Duell der zwei Tabellennachbarn 3:2.
Den siegbringenden dritten Treffer erzielte Verteidiger Severin Karrer zu Beginn des Schlussdrittels. Sein von der blauen Linie abgegebener Schuss dürfte vom gegnerischen Torhüter kaum gesehen worden sein und segelte an allen vorbei ins Tor. Es war die dritte Führung des Heimteams vor lediglich knapp 300 Fans. Und diese hielt bis zum Schluss.
Es war ein hart erkämpfter Sieg des EHCW. Dieser zeigte sich im ersten Abschnitt enorm lauffreudig, aufsässig und druckvoll und legte zweimal verdient vor. Nachdem er bis zur ersten Pause das bessere Team gewesen war, misslang ihm der zweite Abschnitt jedoch. Nach der zweiten Pause wussten sich die Wetziker aber wieder zu steigern, was ihnen letztlich die drei Punkte bescherte. Die Lysser waren derweil im ersten Drittel blass, wurden danach stärker, ohne daraus Profit schlagen zu können.
Entschlossenheit zahlt sich aus
Drei der ersten vier Tore fielen nicht bei numerischem Gleichstand. Einzig den Wetziker Führungstreffer erzielte Filip Cap (7.) bei Vollbestand der Kräfte, womit sich das Heimteam für seinen energischen Start belohnte. Den 2:2-Ausgleich kurz vor Spielhälfte gelang den Gästen bei einer angezeigten Strafe gegen das Heimteam, als sie mit sechs Feldspielern agierten und den Gegner gekonnt ausspielten. Davor hatten beide Teams je eines ihrer Powerplays verwertet.
Den erneuten Führungstreffer in Überzahl erzielten die Oberländer dabei nicht etwa nach einer Kombination, sondern so, wie Tore fallen, wenn man hartnäckig auftritt.
Nico Vieli setzte im Slot stehend entschlossen nach und verwertete zum Ärger der protestierenden Lysser seinen eigenen Abpraller in der 11. Minute zum 2:1. Es war Vielis achtes Tor der Saison, einzig Gian Andrea Thöny hat bei den Wetzikern häufiger getroffen als der 21-Jährige.