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EHCD siegt im ersten MHL-Saisonduell

Späte Emotionen – Dübendorf hat die nötige Geduld im Derby

Chancen gab es hüben wie drüben, doch lange traf weder Dübendorf noch Wetzikon. Bis ein Nachwuchsspieler eine spezielle Torpremiere feierte.

Mitten im Getümmel: Oliver Steiner, der Torschütze zum 2:0, scheitert hier am Wetziker Keeper Tim Meier.

Foto: Christian Merz

Späte Emotionen – Dübendorf hat die nötige Geduld im Derby

Chancen gab es hüben wie drüben, doch lange traf weder Dübendorf noch Wetzikon. Bis ein Nachwuchsspieler eine spezielle Torpremiere feierte.

Ein bis fast zum Ende emotionsarmes Derby in der MHL entschied der EHC Dübendorf erst in den letzten fünf Minuten gegen den EHC Wetzikon 2:0 für sich.

Der knappe Sieg des EHCD geht mit Blick auf das gesamte Spielgeschehen in Ordnung. Dübendorf führte die feinere Klinge im Aufbau und wies mehr aussichtsreiche Chancen auf als sein Kontrahent. Wetzikon darf sich attestieren lassen, defensiv eine starke Leistung aufs Eis gebracht und in Keeper Tim Meier einen starken Rückhalt gehabt zu haben.

Beide haderten mit demselben Thema

«Ich denke, der Sieg geht in Ordnung», fand EHCD-Captain Dominik Hardmeier. «Wir haben defensiv sehr gut gespielt und haben an unserem Gameplan festgehalten und uns weder auf den Schiedsrichter noch auf den Gegner konzentriert, sondern auf uns selber. Wir müssen aber sicher an unserer Chancenauswertung arbeiten.»

Letzteres gilt auch für die Wetziker, die ihre dritte Niederlage in Serie kassierten. EHCW-Captain Rubio Schir bezeichnete sie als bitter: «Wir hatten gute Chancen, doch das mit dem Toreschiessen klappt nicht mehr so gut wie Anfang der Saison. Wir spielen zwar gut, finden aber manchmal den richtigen Pass nicht.»

Die 716 Zuschauer kamen in den Genuss eines munteren Beginns. Wobei Dübendorf schon bald die gefährlicheren Abschlüsse notierte. Da Jari Allevi den Puck an die Lattenoberkante setzte und Lukas Schläppi im Alleingang an Meier scheiterte, blieb der Auftakt torlos.

Die Angriffe der Wetziker ergaben sich hauptsächlich aus schnellem Umschaltspiel, blieben aber zu oft unpräzis. Kurz vor der Sirene scheiterte dann auch EHCD-Stürmer Nico Kammermann an Meier.

Hitzig wird es erst zum Schluss

Wetzikon stieg mit mehr Offensivpower als zuvor in den mittleren Abschnitt. Schir liess die Fans des EHCW kurz jubeln, doch der Puck streifte lediglich das Aussennetz. Dafür scheiterte Schläppi im Gegenzug neuerlich am starken Meier. Dübendorfs Verteidiger Samuele Pozzorini schaffte es zur Spielmitte ebenfalls nicht, den Keeper zu überwinden.

Zwei Powerplays eröffneten den Wetzikern theoretisch Chancen, doch auch hier musste im ersten Überzahlspiel letztlich Meier nach einem Konter wieder vor Schläppi retten und im zweiten kam kein Schuss auf Dübendorfs Goalie Joel Messerli.

Das Spiel blieb zuweilen emotionsarm, und die defensiven Formationen verrichteten beidseits ihren Job mehrheitlich stabil. Dass es dann zwischendurch Schläppi war, der nur das Metall statt ins Tor traf, hatte inzwischen seine Logik (48.).

Peter trifft – und weiss selber nicht wie

Der Wetziker Matteo Fascati verzog rund sechs Minuten vor dem Ende aus guter Position, und Cyrill Messikomer scheiterte an Messerli. Dann fiel das 1:0 doch noch: Lauro Peter, U21-Elit-Spieler der Lions, traf in der 56. Minute.

Es war für den gebürtigen Dübendorfer der erste Treffer im zweiten Spiel für das EHCD-Fanionteam – und eine spezielle Angelegenheit: «Mir wurden die Beine weggezogen, und im Fallen schoss ich instinktiv. Ich weiss selber nicht, wie der Puck genau den Weg ins Tor gefunden hat», sagte Peter. Sein Treffer war letztlich entscheidend. «Der Sieg ist nicht gestohlen», fand der 18-Jährige, «aber das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können.»

Zwar fiel postwendend der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer von EHCW-Captain Schir wurde vom Schiedsrichter wegen hohen Stocks nicht anerkannt. «Es war sicher an der Grenze», sagte Schir, «so eine Szene würde man bei den Profis im Video anschauen. Aber das gibt es bei uns nicht – also sollte es nicht sein. Da nützt alles diskutieren nichts.»

Die beiden Szenen weckten die Emotionen definitiv. Die Wetziker rannten an, doch Dübendorf behielt klaren Kopf, und Oliver Steiner netzte zum zweiten Mal ins von Meier inzwischen verlassene Gehäuse ein.


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