Dübendorf verspielt alles
Der FC Dübendorf wähnt sich gegen Liestal auf dem Weg zu einem sicheren Sieg. Doch er lässt den Gegner noch einmal in die Partie zurück und verliert nach einem Gegentor in der Nachspielzeit 3:4.
Shaip Krasniqi rang nach Worten. Der Trainer des FC Dübendorf konnte nicht fassen, was seiner Mannschaft eben widerfahren war. Da hatte der interregionale Zweitligist gegen Liestal lange Zeit eine mehr als ansprechende Leistung gezeigt. Er hatte die Partie bestimmt und diese nach anfänglichen Mühen bei der Chancenverwertung mit dem Tor zum 3:1 von Nejc Plaznik in der 65. Minute vermeintlich vorentschieden.
Dann aber kassierte er nach einer feinen Einzelleistung nicht nur das zweite und gleich darauf nach einem langen Ball das dritte Gegentor. Nein, er musste in der dritten Minute der Nachspielzeit auch noch einen vierten Treffer hinnehmen und unterlag 3:4.
«Drei Punkte verschenkt», lautete schliesslich das Fazit von Krasniqi. Schon nur ein Unentschieden wäre angesichts des Spielverlaufs und der Leistung seiner Schützlinge eine Enttäuschung gewesen, sagte er. «Und jetzt stehen wir ganz mit leeren Händen da.»
«Einfach Pech»
Einen Vorwurf mochte der FCD-Coach seiner Mannschaft nicht machen. Schliesslich habe diese ein konstant gutes Spiel abgeliefert, den Ball so gekonnt wie noch selten laufen lassen und den Gegner teilweise gar dominiert. «Es war einfach nur Pech», sagte Krasniqi zu den beiden Toren, welche die Gäste wieder in die Partie zurückfinden liessen.
Selbst nach diesen beiden Tiefschlägen hätten die Dübendorfer noch gewinnen können. Nachdem sie schon in der ersten Hälfte einmal nur die Torumrandung getroffen hatten, kamen sie dem vierten Treffer bei einem Pfostenschuss von Kristijan Klincov nämlich nahe. Weil sie bei einem letzten Freistoss der Baselbieter aus grosser Distanz nicht mehr aufmerksam genug waren, gelang dieser stattdessen den Gästen.
Schon im ersten Abschnitt war der FCD das spielbestimmende Team mit den besseren Chancen gewesen. Entscheidendes war da aber noch nicht passiert.
Kuriose Szenen
Weitaus am meisten zu reden gaben die ungewöhnlichen Szenen, die sich unmittelbar vor der Pause ereignet hatten.
Innenverteidiger Sad Arcadi lag angeschlagen neben dem Platz, weswegen Spieler und Betreuer aus beiden Lagern die Liestaler aufforderten, den Ball doch bitte ins Aus zu befördern. Einer tat dies dann auch, jedoch so halbherzig, dass der Ball im Spiel blieb. Shahid Malhis kümmerte all dies nicht. Er schnappte sich den Ball, zog ungestört in Richtung gegnerisches Tor und schoss zum 1:0 ein.
Nach wilden Protesten der Basler und ein wenig Beratungszeit entschieden sich die Dübendorfer für das einzig Richtige: Sie gewährten den Gästen beim nächsten Angriff freies Geleit und schenkten diesen so den Ausgleich. Belohnt wurden sie für dieses Fairplay am Ende aber nicht.
Dübendorf - Liestal 3:4 (1:1). – Tore: 45. Malhis 1:0. 45.+3 Sahin 1:1. 55. Lusiola 2:1. 65. Plaznik 3:1. 80. Schreiber 3:2. 84. Schreiber 3:3. 93. Birchmaier 3:4.
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