Alles Wissenswerte zum OL-Weltcup-Final in Uster
Vom Freitag bis zum Sonntag gastieren die besten OL-Athletinnen und -Athleten der Welt in Usters Zentrum. Zu ihnen zählt auch ein Lokalmatador. Hier die Fakten im Überblick.
Wie sieht das Wettkampfprogramm aus?
Der Weltcup-Final ist dreitägig und beginnt am Freitag mit dem Einzelsprint (Start 12.45 Uhr). Jeder Nation stehen bei den Frauen und Männern jeweils maximal acht Startplätze zur Verfügung. Der Sprint gilt zugleich als Qualifikation für den Knock-out-Sprint vom Sonntag (11.00 Uhr). Das Ausscheidungsrennen ist das wohl schnellste OL-Format. Mittels Viertel- und Halbfinals werden aus den ursprünglich 30 Startenden die sechs Finalisten ermittelt. Zwischen den zwei Einzelwettbewerben findet am Samstag die Sprintstaffel statt (16.00 Uhr). Die Schweiz tritt mit vier Teams an, was das Maximum ist. 227 Läuferinnen und Läufer aus 32 Nationen sind für den Weltcup-Final gemeldet, wobei Ägypten wegen Visaproblemen fehlen dürfte.
Wo sind die Rennen?
Die Zielarena liegt im Herzen von Uster nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt auf dem Pünt-Areal. Es ist laut Veranstaltern der beste Ort, um die Läufe live zu verfolgen. Dank Public Viewing sieht man die OL-Welt-Elite nicht nur ins Ziel laufen, sondern kann sie auf der Grossleinwand bei der Postensuche verfolgen. Der Zugang zum Areal ist kostenlos. SRF überträgt zudem alle Rennen live.
Wer organisiert den Weltcup-Final?
Der Verein Swiss Cup in Zusammenarbeit mit der OLG Pfäffikon sowie der Stadt Uster. Das Budget beträgt rund 370’000 Franken. Während die Stadt Uster für das Rahmenprogramm verantwortlich ist, organisiert die OLG Pfäffikon die in den Weltcup eingebetteten Breitensportanlässe. Swiss Cup verantwortet derweil den Weltcup. Der Verein führte die EM 2021 in Neuenburg durch sowie die WM 2023 in Flims Laax und ist im Auftrag des Schweizer Verbands Swiss Orienteering seit 2007 für die jährlich in der Schweiz stattfindenden Weltcups verantwortlich. Letztes Jahr fand einer in Olten statt, heuer also der Final in Uster, 2026 macht der Weltcup Ende April im Tessin halt.
Welche Schweizerinnen und Schweizer stehen im Fokus?
Aus regionaler Sicht steht Riccardo Rancan an erster Stelle. Der zweifache Sprint-Weltmeister vom letzten Jahr ist in Uster aufgewachsen und kennt sich in der Stadt bestens aus, obwohl der Robotik-Ingenieur mittlerweile in Bern wohnt. Neben dem Lokalmatador sind die Blicke auch stark auf Simona Aebersold gerichtet.

Die Gesamtweltcup-Führende könnte ihren Triumph im Gesamtweltcup wiederholen. Die Chance, vor Heimpublikum zu laufen, lässt sich auch Matthias Kyburz nicht entgehen. Der hochdekorierte OL-Läufer (er hat unter anderem acht WM-Titel gewonnen) beendet in Uster seine Karriere. Aber nur im OL. 2024 startete Kyburz eine erfolgreiche Zweitkarriere im Marathon, in die er künftig alle Kräfte steckt.
Warum stand der Einsatz des Lokalmatadors auf der Kippe?
Riccardo Rancan fing sich Ende August an der EM in Belgien erstmals überhaupt eine Wadenverletzung ein. Seither zitterte der 29-Jährige um seinen Heimauftritt. Der in der Sprint-Weltrangliste auf Rang 9 liegende Rancan wurde zwar Mitte September für den Weltcup-Final selektioniert, erst vor einigen Tagen erhielt er aber grünes Licht. Wie hat er das Rennen gegen die Zeit erlebt? «Ich probierte, die Situation von Anfang zu akzeptieren», sagt Rancan und fügt hinzu, er habe alles in seiner Macht Stehende getan. Mit dem Resultat ist er zufrieden: «Es ist ein Erfolg, an der Startlinie zu stehen. Die Vorfreude auf die Rennen ist riesig.» Rancans Resultaterwartung ist indes tiefer geworden. Nicht mehr wie ursprünglich die Top 3 strebt er an, jetzt peilt er in den Einzelrennen einen Platz unter den ersten zehn an.
Hat das Schweizer Team einen Heimvorteil?
Wenn, dann nur einen kleinen durch die Unterstützung des Publikums. Seit der internationale OL-Verband die Stadt vor etwas mehr als zwei Jahren zum Austragungsort des Weltcup-Finals auserkor, ist nicht nur das Schweizer Team ausgesperrt, sondern alle OL-Weltcup-Starter. Das heisst konkret: Elf Abschnitte der Stadt wurden als Sperrzonen definiert. Die Athletinnen und Athleten konnten sich in Uster deshalb nur noch auf definierten Routen bewegen.
Wie funktioniert der Weltcup?
Der Weltcup besteht heuer aus den drei Runden in Idre (SWE), Hasselt (BEL) sowie dem Abschluss in Uster. Sechs Einzelrennen sowie drei Staffeln sind im Programm. Für einen Einzelsieg gibt es pro Disziplin 1000 Euro – aktuell also 935 Franken. Nächste und übernächste Saison finden jeweils vier Weltcup-Runden statt, immer auch eine in der Schweiz. Der internationale OL-Verband erreicht damit das Ziel, die Anzahl der Weltcups zu steigern. Drei ist das Minimum.
Welcher Publikumsaufmarsch ist zu erwarten?
Ein durchaus beträchtlicher, obwohl die Wetterprognosen besser sein könnten. Beat Berger, bei der Stadt Uster Leiter des Geschäftsfelds Sport, sagt: «Ich würde mich freuen, wenn mehrere tausend kommen.» Zwei Anlässe im Umfeld des Weltcups dürften neben der zentralen Lage ein Faktor sein. Am Samstag organisiert die OLG Pfäffikon einen nationalen OL über die Mitteldistanz im Wald, tags darauf einen Sprint in der Stadt. Rund 1500 Personen haben sich für die Wettbewerbe angemeldet. Ein Grossteil davon dürfte sich auch die Weltcup-Rennen anschauen. Denn die nationalen Läufe sind zeitlich so auf die Weltcup-Wettkämpfe abgestimmt, dass man diese danach verfolgen kann. Oder anders gesagt: Die Breitensportwettkämpfe generieren zusätzliches Publikum. Es ist ein Konzept, das im OL gang und gäbe ist.
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