Wetzikon müht sich beim Aufsteiger lange ab
Der EHC Wetzikon feiert auswärts bei den Pikes Oberthurgau einen Arbeitssieg. 5:1-Erfolg gewinnt der EHCW, dreht aber erst im dritten Drittel auf.
Eine Gala war es keine. Die Pflicht erfüllte der EHC Wetzikon indes in seinem dritten MHL-Spiel der Saison. Er bezwang auswärts den Aufsteiger Pikes Oberthurgau in Romanshorn 5:1, wobei er zur zweiten Pause erst 2:1 geführt hatte. Im Schlussdrittel traf dann Noel Siren doppelt. Für den EHCW war es der zweite Sieg hintereinander.
Einen entscheidenden Anteil am Erfolg trug Greg Halberstadt. Der beim Wetziker Partnerteam in Chur unter Vertrag stehende Stürmer kam am Mittwochabend zu seiner Premiere im EHCW-Dress. Und er versüsste sich dieses gleich selbst mit zwei Toren und einer Vorlage. Mit seinem 3:1 nach nur 18 Sekunden im Schlussdrittel gab er den Gästen zudem die nötige Luft, ohne übermässiges Zittern über die Runden zu kommen. Halberstadt profitierte dabei von einem Missverständnis in der Defensive der Pikes.
Die Thurgauer feierten in ihrem vierten Spiel trotz einer weiteren Niederlage immerhin eine Premiere. Sie führten erstmals überhaupt in der MHL, wenn auch für weniger als sieben Minuten. Ein von Jamal Lascandri abgelenkter Schlenzer brachte die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl agierenden Wetziker in der 16. Minute in Rücklage.
Zwingend war der Treffer zwar keineswegs. Die Gäste waren aber auch nicht derart viel besser als der mehrheitlich harmlose Heimklub, was dann doch etwas überraschend war, sieht man sich die ersten drei Resultate des Aufsteigers an. 0:5, 1:8 und 2:6 verloren die Pikes, die das Tabellenende zieren.
An jenem lag der EHCW in der Vorsaison ebenfalls lange, ehe er Fuss fasste und den Ligaerhalt souverän feierte. Nun wollen die Oberländer den nächsten Entwicklungsschritt machen. Den direkten Playoff-Einzug haben sie sich vorgenommen, wofür man Gegner wie die Pikes bezwingen muss.
Die schnelle Wende
«Einfach spielen, die Scheiben aufs Tor bringen!» Die Botschaft von EHCW-Trainer Cédric Hüsler zu Beginn des zweiten Drittels war in der spärlich besuchten Romanshorner Eishalle gut zu vernehmen. Die Gäste legten denn auch einen Zacken zu. Gian Andrea Thöny (23). und Greg Halberstadt (26.) wendeten die Partie für den Favoriten und brachten diesen 2:1 in Führung. Es war kein Zufall, trafen zwei Spieler der ersten Sturmformation. Diese hatte dem Gastgeber schon zuvor regelmässig am meisten Kopfschmerzen bereitet.
In der zweiten Hälfte des zweiten Abschnitts waren die Wetziker dann aber vorwiegend mit Abwehrarbeiten beschäftigt. Nicht etwa, weil die Pikes plötzlich zu drückender Überlegenheit und spielerischer Eleganz gefunden hätten. Das nicht. Aber der EHCW war nach einer Fünf-Minuten-Strafe gegen Noah Siren nur noch dezimiert am Werk. Zwischenzeitlich und nach einer weiteren Strafe spielte er gar in doppelter Unterzahl.
Er tat dies allerdings aufsässig und vor allem konzentriert, sodass die Thurgauer zu kaum einem gefährlichen Abschluss kamen. Zu ein paar Chancen kam das Heimteam über die gesamte Partie gesehen gleichwohl. Gästegoalie Alessio Brun, wie Halberstadt ebenfalls vom Partnerteam Chur, zeigte allerdings eine souveräne Leistung und strahlte viel Ruhe aus.
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