Weit weg von einem Gärtchendenken
Die Erstliga-Handballer von Uster/Stäfa steigen in ihre zweite Saison als Spielgemeinschaft. Die Zuversicht auf einen Leistungssprung ist gross.
Warum erzählt der Rang nicht die ganze Wahrheit?
Schaut man auf die Tabellen der Hauptrunden der vergangenen drei Saisons in der 1. Liga, scheint die Antwort zunächst klar: Ja. Nach den Rängen 1 und 4 als Spielgemeinschaft Uster/GC Amicitia resultierte in der ersten Saison mit Stäfa als neuem Partner nur noch der achte Platz. Doch die nackten Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte.
In den beiden Jahren mit GC Amicitia stellte der Stadtzürcher Verein den Grossteil der Mannschaft. Mit dem Wechsel zu Stäfa hat sich dieses Kräfteverhältnis unter den Involvierten deutlich ausgeglichen. «Uns war bewusst, dass die erste Saison mit vielen unerfahrenen Spielern eine Herausforderung werden würde», sagt Trainer Romeo Garcia.
Ein klarer Aufwärtstrend zeigte sich nun bereits im Schlussspurt der vergangenen Meisterschaft: Uster/Stäfa gewann die letzten drei Partien allesamt. Für Garcia ein deutliches Signal: «Wir konnten bereits erste Früchte unserer Arbeit ernten.»
Wie ist der Kontakt unter den Partnerklubs?
Der TV Uster und Handball Stäfa pflegten bereits in den 2010er Jahren eine enge Zusammenarbeit – sei es im Nachwuchsbereich oder in der 1. Liga, wo sie damals gemeinsame Spielgemeinschaften bildeten. Mitten im Geschehen: Romeo Garcia, der also in beiden Vereinen schon seine Spuren als Trainer hinterlassen hat. Der Neustart der Kooperation ist vielversprechend verlaufen. Garcia sagt: «Es herrscht kein Gärtchendenken – wir stehen beinahe täglich im Austausch.»
Ein zusätzlicher Vorteil: Die Spielgemeinschaft Uster/Stäfa dient gewissermassen als Farmteam für das NLA-Team aus Stäfa. Eine Verbindung, die auch auf persönlicher Ebene gut funktioniert – Garcia kennt Stäfas Cheftrainer Lukas Maag seit frühester Kindheit. «Uns verbindet eine langjährige Freundschaft», sagt Garcia.
Wie sieht die Situation im Kader aus?
Mit der Rückkehr von Nils Galys (von GC Amicitia) und dem Zuzug von Lars Wuffli (aus Frauenfeld) konnten zwei Führungspersönlichkeiten dazugewonnen werden. Trainer Romeo Garcia bezeichnet Wuffli gar als «Königstransfer».
Ein Wermutstropfen folgte allerdings kurz vor Saisonstart: Neuzuzug Wuffli und Lukas Hartmann verletzten sich und werden dem Team voraussichtlich länger fehlen. Dennoch kann Garcia auf einen breiten Kader zurückgreifen. Eine klassische Stamm-Sechs sucht man bei ihm ohnehin vergeblich. «Ich setze immer alle Spieler ein. Man kann sich nicht weiterentwickeln, wenn man nur auf der Bank sitzt – und das hat sich bewährt», betont der Coach.
Was ist in der neuen Saison möglich?
Uster/Stäfa wurde erneut in der Ostgruppe eingeteilt, die Headcoach Romeo Garcia erfahrungsgemäss «als relativ stark» einschätzt. Zu den Favoriten zählen der NLB-Absteiger Arbon sowie Gruppensieger Appenzell aus der vergangenen Saison. Auch Kreuzlingen dürfte ein gewichtiges Wort mitreden.
Garcia peilt mit seinem Team einen Platz im Mittelfeld an – eine Klassierung rund um Rang 6 wäre das erklärte Ziel. Zum Saisonauftakt wartet auswärts Flawil – ausgerechnet der letzte Gegner der vergangenen Spielzeit. Die Erinnerungen daran sind positiv: Die beiden letzten Direktduelle konnte Uster/Stäfa für sich entscheiden. Trotzdem warnt Garcia vor insgesamt überzogenen Erwartungen: «Wir wollen demütig bleiben.»
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