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Das Wichtigste zum Oberländer Fest

Der Bachtelschwinget kommt ins Dorf – aber warum?

Der Traditionsanlass in Hinwil ist erstmals am 1. August, also viel später als üblich. Und auch an einem ungewohnten Ort. Das hat seine Gründe.

Der Sternenberger Roman Schnurrenberger (links) bestritt beim letzten Bachtelschwinget den Schlussgang gegen Benjamin Züger. (Archiv)

Foto: Robert Pfiffner

Der Bachtelschwinget kommt ins Dorf – aber warum?

Der Traditionsanlass in Hinwil ist erstmals am 1. August, also viel später als üblich. Und auch an einem ungewohnten Ort. Das hat seine Gründe.

Der Bachtelschwinget findet neu am 1. August statt. Wieso?

Auffahrt und Pfingsten waren heuer spät, das sorgte für Dichtestress. Es hätte im Kanton Zürich schlicht zu viele Feste im Juni gegeben. So musste der in den letzten Jahren jeweils in diesem Monat durchgeführte Bachtelschwinget weichen. «Der Kalender ist pumpenerdenvoll», sagt Daniel Spörri, der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO) über die Schwierigkeiten bei der Terminsuche. Der Verein hatte darum kaum Optionen und entschied sich letztlich, seinen Anlass auf den Nationalfeiertag zu legen. Nun ist der 91. Bachtelschwinget sogar etwas Spezielles – er ist das einzige Schwingfest am 1. August.

Weshalb ist das Fest nicht auf dem Bachtel-Kulm?

Der Hinwiler Hausberg hat dem Schwingfest zwar den Namen gegeben, heuer aber kann der Anlass nicht in der Höhe an seinem ursprünglichen Ort stattfinden. Auf dem Bachtel-Kulm wird weiterhin ein Teil der Infrastruktur für die Bauarbeiten des neuen Restaurants gebraucht. In den Jahren 2010, 2013 und 2016 wich der SKZO jeweils nach Wernetshausen aus. Nun ist er quasi nochmals einen Stock weiter nach unten gezügelt, ins «stadtliche Dorf», wie sich Hinwil selbst nennt. Wohin genau? Aufs Areal der Schule Meiliwiese, das gegenüber dem Bahnhof liegt.

Was macht den 91. Bachtelschwinget speziell?

Die 1.-August-Feier der Gemeinde Hinwil ist neu mit dem Bachtelschwinget verknüpft. Erstere steht ab 9 Uhr auf dem Programm, zwei Stunden später und nach einem Brunch, Gottesdienst und den Ansprachen beginnt das Schwingfest. Die Initiative zur Zusammenlegung kam übrigens von der Gemeinde aus. Um zu vermeiden, dass am selben Tag zwei Anlässe an verschiedenen Orten in Hinwil stattfinden. Die Verknüpfung hat auch zur Folge, dass der Bachtelschwinget bei jeder Witterung stattfindet.

Welche Auswirkungen könnten die Neuerungen haben?

Zwei Punkte sprechen für einen positiven Einfluss auf die Zuschauerzahl. Durch die vorgängige Feier dürften sich schon viele Personen auf dem Areal befinden und dann allenfalls auch bleiben. Die Schule Meiliwiese liegt zudem zentral und ist deutlich einfacher zu erreichen als der Bachtel-Kulm. «Wir merken es sicher», ist SKZO-Präsident Daniel Spörri überzeugt von einem höheren Publikumsaufkommen. Für mehrere hundert Personen hat es Platz. «Hoffentlich werden wir nicht überrannt», scherzt Spörri, ehe er versichert: «Wir sind in jedem Fall bereit.» Den letzten Bachtelschwinget verfolgten 400 Schwingfans.

Ist die Austragung am 1. August eine einmalige Sache?

Das wird sich zeigen. Daniel Spörri vom Schwingklub Zürcher Oberland sagt dazu: «Wir haben uns noch nicht entschieden, wie es danach weitergeht.» Eine Rolle dürften in diesem Zusammenhang die Erfahrungen bei der Premiere spielen. Und die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher und Schwinger.

Wie sieht das Starterfeld aus?

Zwischen 35 und 40 Schwinger dürften am Bachtelschwinget antreten. Dass dieser am 1. August schweizweit das einzige Fest ist, hatte keine merklichen Auswirkungen aufs Teilnehmerfeld. Weder positive noch negative. Der Fischenthaler Fabian Kindlimann dürfte der einzige Eidgenosse sein. Mit dem St. Galler Lars Geisser und dem Stäfner Nicola Wey findet man einige etablierte Teilverbandskranzer im Feld. Dass die bekannten Namen an einem regionalen Fest wie dem Bachtelschwinget fehlen, ist keine Überraschung. Vor allem nicht, wenn er erst im August ist. Bis dahin haben die Topschwinger die Auflage längst erfüllt, an vier regionalen Festen anzutreten.

Wer kommt für den Festsieg infrage?

Als Titelverteidiger tritt Benjamin Nock an. Der Turbenthaler profitierte bei seinem Sieg vom gestellten Schlussgang zwischen dem Sternenberger Roman Schnurrenberger und Benjamin Züger (Wangen). Nocks Sieg stammt indes aus dem Jahr 2023, da das Fest witterungsbedingt letztes Jahr abgesagt werden musste. Nock zeigte zuletzt Aufwärtstrend, zum engsten Favoritenkreis zählen indes andere; Fabian Kindlimann und Gian Maria Odermatt vom Schwingklub Zürcher Oberland, dazu Nicola Wey und Lars Geisser. «Über diese vier wird es laufen», ist SKZO-Präsident Daniel Spörri überzeugt. Zuletzt gab es lauter Heimsiege – dreimal hintereinander gewannen Oberländer Schwinger.

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