Er machte aus einem Spass ernst
Ultracycler aus dem Oberland
Julian Henning aus Seegräben ist erst 24 und hat bereits eines der härtesten Radrennen von Deutschland gewonnen. Bei seiner Nonstop-1100-Kilometer-Fahrt setzte er neue Massstäbe.
1100 Kilometer nonstop – vom hohen Norden in den Süden Deutschlands. Beim Race Across Germany liess der Ultracycler Julian Henning aus Seegräben mit einer starken Performance aufhorchen. In der Kategorie «Solo supported» – unterstützt von vier Kollegen in einem Begleitfahrzeug – fuhr er souverän auf Platz eins und setzte mit der Zeit von 36 Stunden und 27 Minuten sogar einen Streckenrekord auf. Die Route führte von Flensburg an der dänischen Grenze bis nach Garmisch-Partenkirchen am Fuss der Alpen ohne Etappenpause.
«Ich hatte schon im Vorfeld geflachst, einen Streckenrekord zu fahren wäre noch lustig», sagt Henning. Leiden musste der gebürtige Deutsche natürlich trotzdem. «Ich bin mental und körperlich durch Höhen und Tiefen gegangen», betont er. Entscheidungsfehler im Team hätten zudem Zeit gekostet. So beispielsweise wegen einer Baustelle, wegen der sein Begleitfahrzug eine Umfahrung machen musste. Henning konnte dadurch seinen strikten Essensplan nicht einhalten. «Das hätte mir fast das Genick gebrochen», sagt er.

