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Vor grosser Zukunft?

Diese Triumphe geben der OL-Läuferin aus Bubikon viel Selbstvertrauen

Seline Sannwald landete an der Junioren-WM in Italien zwei Grosserfolge: Einzel-Gold im Sprint und Sieg mit der Staffel. Wir ordnen ein und blicken in die Zukunft.

Der Moment des grossen Erfolgs: Seline Sannwald läuft im Sprint an der Juniorinnen-WM im Trentino als Siegerin ins Ziel.

Foto: PD

Diese Triumphe geben der OL-Läuferin aus Bubikon viel Selbstvertrauen

Seline Sannwald landete an der Junioren-WM in Italien zwei Grosserfolge: Einzel-Gold im Sprint und Sieg mit der Staffel. Wir ordnen ein und blicken in die Zukunft.

Wie ist dieser Grosserfolg einzuordnen?

Titel an Junioren-Weltmeisterschaften gehen immer wieder an Schweizer Orientierungsläuferinnen und -läufer. Festhalten lässt sich dabei: Oft sind diese frühen Triumphe richtungsweisend. Grosse Namen im OL-Sport holten alle Junioren-WM-Gold: Simone Niggli, Simona Aebersold, Daniel Hubmann, Matthias Kyburz. Und was auf Schweizer Topnachwuchskräfte zutrifft, gilt ebenfalls für internationale Cracks: Auch der Norweger Kasper Fosser und die Schwedin Tove Alexandersson feierten als Junioren Weltmeistertitel. Und für alle diese Ausnahmekönner gilt: Meist nicht einmal feierten sie auf Junioren-Stufe, sondern mehrmals.

Ist Seline Sannwalds Weg also vorgezeichnet?

Nicht zwingend. Diesen Beispielen ist entgegenzusetzen, dass es nicht alle Junioren-Weltmeister und -Weltmeisterinnen bei der Elite an die Spitze schaffen. Und ebenfalls Fakt ist: Die meisten Junioren-Gold-Gewinnerinnen und -Gewinner brauchen Zeit, bis sie sich bei der Elite etabliert haben. Seline Sannwald (20) sieht diesen Wechsel realistisch: «Ich will Schritt für Schritt gehen und mir die nötige Zeit geben – aber: Diese zwei Weltmeistertitel geben mir viel Selbstvertrauen.»

Was spricht dennoch für einen schnellen Aufstieg bei der Elite?

Es ist die Stärke der Schweizer Juniorinnen. Diesen Punkt betont die Chefin Leistungssport bei Swiss Orienteering, Sabrina Meister. Sie sagt: «Seline bereitete mir Freude, aber sie war nicht die Einzige.» Der Fakt, dass drei Juniorinnen – neben Sannwald sind dies Henriette Radzikowski und Kati Hotz – neben Staffel-Gold eine Einzelmedaille eroberten, spricht für eine exzellente Breite. Darum glaubt Meister, dass «diese Exponentinnen den Anschluss schnell schaffen werden». Sie verweist auf die nur wenig älteren Inès Berger und Alina Niggli. Beide vertreten diese Woche die Schweiz an der Elite-WM in Finnland. Gleichzeitig aber betont Meister auch: «Der Schritt von den Junioren wie den Juniorinnen zur Elite ist gross, und jede und jeder soll die nötige Zeit erhalten.»

Wie blickt Seline Sannwald zurück auf die WM?

«Diese WM war ein sehr schönes Erlebnis», sagt sie – und betont nicht nur ihre Grosserfolge, sondern ebenso die tragende Stimmung im Team. Als Basis für ihren Sprint-Vollerfolg im technisch anspruchsvollen Städtchen Cembra sieht sie ihren klaren Plan: «Ich konzentrierte mich von Posten zu Posten und überlegte nicht weit voraus.» Die Tatsache, dass sie mit Teamkollegin Kati Hotz einen Doppelsieg hat feiern können, kumuliert die Freude.

Was ist für Seline Sannwald das Besondere des Staffel-Triumphs?

Der Staffel-Sieg war für sie «nochmals anders und noch spezieller». Dass «alles von A bis Z aufging bei uns allen drei», löst bei ihr einen besonderen Stolz aus. Und als «besonders schön» empfand sie, dass ihre Familie auch vor Ort dabei war.

Was ist Seline Sannwalds besondere Stärke?

Sina Tommer, die Seline Sannwald als Trainerin zusammen mit ihrem Partner Andres Solberg betreut, sagt: «Seline ist technisch und mental schon sehr weit. Sie trainiert sehr konsequent und versteht es, das Erarbeitete umzusetzen.» Und Tommer nennt einen Fachbegriff, der ihr im Zusammenhang mit Sannwald einfällt: ILZ – idealer Leistungszustand. «Wenn Seline am Start steht, zählt für sie nur der Orientierungslauf. Ganz im Jetzt, bei sich und auf der Karte ist sie dann.»

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