Wo bitte geht es zum richtigen Rang?
Die Regionalfussball-Saison ist zu Ende. Bleibt nur noch eine Frage: Gehört die Sportredaktion mit ihren Tipps zur Spitzengruppe oder unter den Strich?
Seit der Saison 2005/2006 wagt sich die Sportredaktion im Regionalfussball jeweils auf die Äste hinaus und tippt vor dem Saisonstart die Schlussränge der regionalen Teams, über die wir berichten. Auch in der letzten Regionalfussball-Beilage war das nicht anders.
Nun können wir Bilanz ziehen – und wie diese konkret pro Klub ausfällt, zeigt diese Grafik:
Biederer geht es kaum
Im Schnitt lagen wir um 2,44 Rangpunkte daneben. Und liegen damit etwas unter dem Allzeitdurchschnitt von 2,37 Rangpunkten. Mittelmass also. Hinteres Mittelfeld. In einer Zwölferliga hätten wir uns irgendwo um die Ränge 7 oder 8 klassiert. Also wirklich richtig bieder. Wobei wir uns tatsächlich auf tiefem Niveau gesteigert haben. Vor einem Jahr waren es 2,5 Rangpunkte, vor zwei Jahren 2,59. Hat da jemand Pipifax gesagt?
Die schlimmste Bilanz stammt übrigens aus der Saison 2006/2007 – da schafften wir es, uns im Schnitt um 3,47 Ränge zu vertippen. Und den Bestwert lieferten wir 2010/2011 ab, als wir um durchschnittlich nur 1,06 Rangpunkte danebenlagen.
Kein einziges Mal goldrichtig
Wer einen Tipp abgibt – oder gleich 16, so wie wir das getan haben –, will eigentlich auch einmal recht haben und goldrichtig liegen. Das schaffen wir eigentlich meistens mindestens einmal; in zwei Saisons sogar sechsfach. Diesmal aber zielten wir überall daneben. Kein einziger «Nuller» – das hat Seltenheitswert. Es ist erst das dritte Mal in unserer Tipp-Historie. Immerhin: Bei sieben Tipps lagen wir um nur einen Rang daneben, bei fünf weiteren um zwei. Was ja manchmal eigentlich auch gar keine grosse Rolle spielt. Oder kratzt es das Ustermer Fanionteam tatsächlich, ob es nun auf Rang 7 oder 9 landet? Oder die Ustermer Reserven, ob sie nun Achte oder Neunte sind? Nein? Eben.
Wir sind unverbesserliche Optimisten …
Eigentlich sind wir viel zu nett. Denn 10 von 16 Teams schnitten schlechter ab als von uns prognostiziert. Zwei von drei gröberen Fehlgriffen gehen in die Kategorie «masslos überschätzt»: Den FC Gossau sahen wir dank seiner personellen Kontinuität erneut in der Zweitliga-Spitzengruppe – und im FC Effretikon sahen wir alles andere als den Tabellenletzten der Drittliga-Gruppe 4. Apropos Absteiger: Immerhin sahen wir Fehraltorf und Egg beide unter dem Strich – wenn auch jeweils um einen Rang besser, als sie letztlich tatsächlich waren. Den FC Fällanden hingegen sahen wir knapp über dem Strich – allerdings holte er dann doch gleich 12 Punkte zu wenig.
… ausser es geht um den FC Greifensee
Der FC Greifensee und unsere Tipps – das ist eine ganz eigene Geschichte. Eine, in der wir nicht gut aussehen. In der letzten Saison hatten wir die Greifenseer auf Rang 12 getippt (also als Absteiger) – und sie wurden Achte. Im letzten Herbst tippten wir den FCG auf Rang 12 – und nun wurde er Sechster. Sechs Ränge zu schlecht hatten wir die Equipe eingeschätzt. Es ist einer der grössten Fehlgriffe der Saison. Unser Pessimismus wurde zweimal in Serie bestraft. Bleibt die Frage, ob aller guten (oder eben schlechten) Tipps nun drei sein sollen und wir den FCG erneut auf die 12 setzen. Oder ob wir ihn ins Mittelfeld prognostizieren – auf die Gefahr hin, dass er sich dann doch wieder um den Strich herum bewegt, wie er das bis vor zwei Jahren so oft getan hatte.