Tops und Flops – diese vier Punkte sind aufgefallen
Die Drittliga-Saison ist vorbei. Welches regionale Team erstaunte? Und wer fiel durch? Ein Fazit.
Die positive Überraschung der Saison
Abstiegssorgen? Nein, die hatte der FC Hinwil nicht. Nach der Vorrunde hatte er bereits gleich viele Punkte gesammelt wie in der ganzen letzten Saison. Dass der FCH die Meisterschaft am Sonntag auf Rang 6 beendete und damit im Mittelfeld, mag unspektakulär aussehen. Es war so aber dann doch nicht erwartbar. Denn man muss sich vor Augen führen: Die Hinwiler durften nur erneut in der 3. Liga antreten, weil sie nach ihrem Abstieg in der letzten Saison vom späteren Rückzug von Seefeld 3 profitierten.
Das Team von Igor Drmic hat die unerwartete Chance genützt. Es startete mit zwei Niederlagen, darunter einem 1:8 gegen Wald. Was wohl beim einen oder anderen Hinwiler ungute Gefühle weckte. Doch dann stabilisierte sich die Mannschaft und war bald einmal frei von jeglichen sportlichen Sorgen. Den einen oder anderen Taucher mussten die Hinwiler hinnehmen. Und mit einem Hauch mehr Konstanz wäre eine gar noch bessere Platzierung möglich gewesen. Zwei Partien hintereinander ohne Punkt blieb Hinwil aber nur zum Start und Abschluss der Meisterschaft.
Im Frühling schaffte der FC Hinwil zudem das Kunststück, als erste Mannschaft den späteren Aufsteiger Wald zu bezwingen. Und er gewann beide Duelle gegen den ungleich höher eingeschätzten Lokalrivalen Wetzikon. Ein Plus des FCH: In der Offensive war er nicht auf die Treffsicherheit einzelner Leistungsträger angewiesen, sondern hatte gleich sieben Spieler, die vier oder mehr Tore erzielten.
Dieses Team war die grösste Enttäuschung

Vor vier Jahren spielte der FC Effretikon noch in der 2. Liga. 2023 dann klassierte er sich in der 3. Liga auf Rang 2. Und nächste Saison? Da spielt der FCE nur noch in der 4. Liga. Die Effretiker stiegen mit der Chance, sich zu retten, in die Schlussrunde. Dafür hätten sie allerdings einen Sieg gebraucht. Dieser gelang ihnen nicht.
In einem turbulenten Spiel unterlagen sie daheim dem FC Kloten 6:7. Die Unterländer hatten in den vier Spielen zuvor einen mickrigen Punkt geholt. Und für sie ging es im Gegensatz zu den Effretikern um gar nichts mehr. Und doch stiessen die Klotener den FCE ins Elend. Mit dem Abstieg endet die verkorkste Saison für den FC Effretikon, der in den letzten anderthalb Jahren zahlreiche Wechsel im Kader verzeichnete, auf bitterstmögliche Art. In der Schlusstabelle belegt er auch gleich noch den letzten Platz.
Völlig aus dem Nichts kommt der Fall in die 4. Liga natürlich nicht. Schon zu Beginn der Rückrunde Ende März rutschten die Effretiker unter den Strich. Darüber besorgt zeigte sich der damalige Trainer Marcel Erismann indes nicht. Der erfahrene Coach ging davon aus, der FCE werde die für den Ligaerhalt nötigen Punkte sammeln. Nur: Knapp einen Monat später war Erismann nicht mehr Trainer beim Klub vom Eselriet. Und der erhoffte Aufschwung unter Nachfolger Domenico Piu blieb ebenfalls aus. In den neun Spielen nach dem Trainerwechsel gewannen die Oberländer lediglich sieben Punkte. Was die Effretiker Aufgabe erschwerte, war ihre Auswärtsschwäche. Einen einzigen Sieg verzeichnete der Absteiger auf den Plätzen des Gegners – in der 2. Runde im letzten September.
Die schwächste Equipe der Region

Den Tritt in der 3. Liga überhaupt nie gefunden hat der FC Fällanden. Das hat zur Folge, dass die Fällander nach nur einer Saison gleich wieder in die 4. Liga runtermüssen. In den 22 Runden kassierte der Absteiger mehrere heftige Klatschen, wobei das 0:10 gegen Küsnacht negativ heraussticht. Ungewöhnlich ist auch: Fällanden erzielte zweimal vier Tore und gewann dennoch keines dieser Spiele.
Der FCF war das schwächste der elf Teams aus der Region, die mit Effretikon, Egg und Fehraltorf weitere Absteiger verzeichnete. Lediglich zwei Partien gewannen die Fällander. Durchschnittlich 0,45 Punkte pro Partie holten sie – so wenige wie keine andere Equipe. Mit minus 47 hat Fällanden zudem nicht nur das schlechteste Torverhältnis, mit 3,7 kassierten Toren pro Partie weist der FCF auch den schlechtesten Gegentorwert auf.
Es wird ihm kein Trost sein, er ist aber immerhin nicht der erfolgloseste der 73 Drittligisten im Fussballverband der Region Zürich. Diese zweifelhafte Ehre beansprucht der SC Wipkingen, dem 5 Punkte abgezogen wurden, mit 2 Zählern für sich.
Das ist der beste Knipser aus der Region

Die wichtigste Entscheidung in der Gruppe 6 war schon vor dem letzten Spieltag gefallen. Wald feierte ausgelassen seinen Aufstieg in die 2. Liga. Realistische Chancen auf den inoffiziellen Titel als Oberländer Topskorer der 3. Liga hatten derweil noch zwei Spieler: Flavio Milano vom FC Rüti und der Walder Alexander Jetzer. Und wie es der Zufall so wollte, trafen die zwei Teams in der Schlussrunde aufeinander.
Der FCW setzte sich 3:2 durch, Milano schoss sich dafür zum besten Torschützen der Region. Er schraubte schon vor der Pause sein Total auf 18 Tore. Jetzer konterte zwar in der zweiten Hälfte mit ebenfalls zwei Treffern, musste sich mit total 16 aber hinter Milano einreihen. Das imaginäre Podest komplettiert Bruno Grob vom FC Fällanden mit 13 Toren.
