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Uster stoppt den freien Fall

Der FC Uster feierte beim 2:1 gegen Frauenfeld seinen ersten Sieg in der Rückrunde. Und dies, obwohl er für einmal nicht auf möglichst viel Ballbesitz aus war.

Da hebt er ab: Raphael Bachmann (rechts) jubelt über sein Tor zum 2:0 für den FC Uster.

Foto: Christian Merz

Uster stoppt den freien Fall

FCU zeigt sich kämpferisch

Der FC Uster feierte beim 2:1 gegen Frauenfeld seinen ersten Sieg in der Rückrunde. Und dies, obwohl er für einmal nicht auf möglichst viel Ballbesitz aus war.

Daniel Hess

Es war aber auch höchste Zeit. Nachdem der FC Uster in der Vorwoche unter den Strich gerutscht war, vermochte er seinen freien Fall zu stoppen und hievte sich mit dem ersten Erfolg im neuen Jahr auf Anhieb wieder über diesen.

Beim knappen 2:1-Sieg gegen Frauenfeld zeigte Uster in hohem Masse genau jene kämpferischen Qualitäten, die nötig sind, um dem Abstieg aus der Interregio zu entrinnen, und liess sich auch von einem Platzverweis nicht aus der Spur bringen. «Ich bin froh für die Jungs und hoffe, das gibt ihnen einen Boost», sagte FCU-Coach Etienne Scholz.

Mit ein Grund für den ersten Sieg in der fünften Rückrundenpartie war eine zumindest teilweise Abkehr von der gewohnten Spielweise. Das Ustermer Trainer-Team hatte die Zeichen der Zeit erkannt und dem Faktor Energie schon im Training noch mehr Wert beigemessen als üblich.

Dies manifestierte sich auch in der Aufstellung. In der Abwehr etwa kam Stephane Munduki nach längerer Verletzungspause zum Einsatz, weil er laut Scholz ein Leader und ein «Kommunikator schlechthin» ist und seinen Tatendrang auf die Mitspieler zu übertragen vermag.

Ebenfalls wieder in die erste Elf kam Dominik Cennerazzo, weil er unter der Woche gezeigt hatte, «dass er sich mit allem, was er hat, gegen das Ungemach stemmt». Weil auch alle anderen mitzogen, konnte Scholz am Ende zufrieden feststellen, dass die Energie von der ersten bis zur letzten Minute gestimmt hatte.

Den Gegner überrascht

Dafür war der Ustermer Coach für einmal nicht darauf erpicht gewesen, seine Schützlinge möglichst oft am Ball zu sehen. Er war zum Schluss gekommen, «dass es selbst in der Super-League keinem Team gerecht wird, dauernden Ballbesitz von ihm zu verlangen».

Übersetzt aus dem Scholz’schen Idiolekt: Mit dem Selbstvertrauen seiner Mannschaft ist es nach den ernüchternden Ergebnissen selbstredend nicht zum Besten bestellt, was sich zuletzt in vielen technischen und taktischen Fehlern bemerkbar machte.

Deshalb schien es dem Trainer mindestens in dieser Partie nicht sinnvoll, ein dominantes Auftreten erzwingen zu wollen. Gegen Frauenfeld waren die Ustermer während ihrer Ballbesitzphasen zwar sehr wohl darauf bedacht, dem Ball Sorge zu tragen. Hatten sie diesen aber einmal verloren, verzichteten sie aber auf ein Pressing und liessen den Gegner bis zu einem gewissen Grad gewähren.

Prompt zeigte sich dieser von der ungewohnten Zurückhaltung der Ustermer, die in der Defensive umso kompromissloser zu Werke gingen, überrascht. Die Frauenfelder wussten mit dem Ball jedenfalls wenig anzufangen und erarbeiteten sich bis zur Pause nur gerade eine Chance.

Bachmann wird belohnt

Das Heimteam hingegen kam im ersten Abschnitt zu nicht weniger als sechs vielversprechenden Gelegenheiten, die es aber allesamt nicht zu nutzen wusste. Kurz nach der Pause bogen die Ustermer dann aber auf die Siegerstrasse ein, als Gionata Centoducato im Anschluss an einen Eckball zum 1:0 traf.

Auch von der gelb-roten Karte gegen Abwehrchef Ivan Jakovljev nach einer Stunde liess sich der FCU nicht kleinkriegen. Raphael Bachmann gelang nach einem Konter wenige Minuten vor Schluss gar der zweite Treffer. Der sehenswerte Schuss in den Winkel war der verdiente Lohn für den stets unermüdlich rackernden Offensivspieler, der für die Mannschaft mit seiner Fähigkeit, Bälle festzumachen, immer wichtiger geworden ist, aber im Abschluss oft glücklos agierte.

Nach dem schnellen Anschlusstor geriet Uster zwar noch einmal ins Zittern. Goalie Boris Steiner war bei einer letzten gegnerischen Grosschance aber zur Stelle und fixierte den Erfolg, der dem FCU etwas Luft verschafft und die Thurgauer ihrerseits unter den Strich beförderte.

Uster - Frauenfeld 2:1 (0:0). – Tore: 48. Centoducato 1:0. 84. Bachmann 2:0. 89. Borner 2:1.

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