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Diese Enttäuschung dürfte Laupen weiterbringen

Die Laupner NLA-Frauen starteten erstmals als Favoritinnen in ihr Playoff-Viertelfinalduell – und scheiterten. Das ist schmerzhaft, aber auch lehrreich.

Bitteres Ende: Chantal Engler tröstet eine Mitspielerin, rechts neben ihr steht Laupens Assistenztrainer Kym Bähni mit versteinerter Miene.

Foto: Robert Pfiffner

Diese Enttäuschung dürfte Laupen weiterbringen

Erneut Endstation Viertelfinals

Die Laupner NLA-Frauen starteten erstmals als Favoritinnen in ihr Playoff-Viertelfinalduell – und scheiterten. Das ist schmerzhaft, aber auch lehrreich.

In dieser Rolle sind die Laupner NLA-Frauen noch nicht sattelfest. Wie auch? Bisher waren sie in jedem Playoff-Duell der klare Aussenseiter gewesen.

Nach dem Aufstieg in die NLA 2018 gewannen sie letzten Frühling überhaupt erstmals eine Playoff-Partie – im 18. Anlauf. Heuer aber war die Laupner Ausgangslage anders. Nach dem 2. Platz in der Qualifikation startete das Team von Yves Kempf erstmals als Favorit in die Viertelfinals.

«Es wäre alles angerichtet gewesen», sagt Kempf, «wir wussten, wir können gegen alle bestehen.»

Die Saison der Oberländerinnen aber ist erneut nach den Viertelfinals zu Ende. Sie blieben mit 3:4 gegen Unihockey Berner Oberland auf der Strecke. Obwohl Laupen in der Best-of-7-Serie 2:0 und später 3:2 führte.

Fakt aber ist auch: Vier der letzten fünf Spiele verlor Laupen, die «Belle» am Sonntag 5:6. Die Enttäuschung über das Aus ist enorm, hat aber den Ehrgeiz geweckt beim Trainer, der schon jetzt nach vorne blickt und sicher ist: «Das macht uns nur stärker.»

Rückstände als Konstante

Kempf sagt, man habe die Serie nicht in der «Belle» verloren. Diese aber bot einen guten Querschnitt, weshalb Laupen es verpasste, mit dem erstmaligen Halbfinaleinzug Vereinsgeschichte zu schreiben.

Wie in sechs der sieben Duelle geriet der Favorit 0:1 in Rückstand, was dem Underdog in die Karten spielte. Laupen wirkte teils nervös, rieb sich in den Zweikämpfen gegen die robusten Bernerinnen auf, haderte zu häufig mit Schiedsrichterpfiffen und kassierte mit dem entscheidenden 5:6 in der 57. Minute erneut ein spätes Gegentor.

Obwohl die danach ohne Goalie spielenden Laupnerinnen in der restlichen Zeit den Ball fast pausenlos in den eigenen Reihen hielten, kamen sie zu kaum einem Abschluss, der diesen Namen verdiente. Die Probleme in der Offensive waren aus Kempfs Sicht denn auch der Hauptgrund fürs Scheitern.

«Es fehlte uns einfach an der Kaltblütigkeit, die wir in der Qualifikation noch besassen. Und wenn man viele Chancen hat, sie aber nicht nützt, ist irgendwann die Überzeugung im Abschluss weg.»

Sporthalle Elba, Laupens Yara Hofmann gegen Beos Karin Wenger
Der UHC Laupen (Yara Hofmann, links) hatte viel Ballbesitz und viele Chancen, blieb gegen Berner Oberland aber trotzdem auf der Strecke.

Während Unihockey Berner Oberland quasi mit jeder gelungenen Aktion ein Stück mehr Überzeugung gewann, wuchs der Druck auf den Laupner Schultern, je länger die Serie dauerte. Kempf sagt: «Beo war körperlich stark und im Provozieren gut. Damit kamen wir nicht klar. Wir wollten das Ganze spielerisch lösen.»

Das hat nicht geklappt. Kempf nimmt sich und den Staff nicht aus der Verantwortung. «Vielleicht haben wir schlicht zu viel umgestellt, als wir nicht so performten wie erwartet.»

Der Trainer sagt trotz verpasstem Vorstoss in die nächste Runde: «Vorwerfen kann man den Spielerinnen nichts. Sie gingen an die Grenzen.»

Das Team bewies viel Moral, kam auch nach teilweise deutlichen Rückständen immer wieder zurück. Das Fundament für den nächsten Schritt vorwärts – den Halbfinaleinzug – scheint vorhanden. Das Team bleibt nicht nur zusammen. Kempf glaubt auch: «Nächste Saison sind wir reifer.»

Das dürfte Laupen in jedem Fall helfen, künftig besser mit der Favoritenrolle umzugehen.

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