Uster verpasst die Entscheidung – und wird dafür bestraft
FCU-Durststrecke hält an
Der FC Uster macht gegen Gossau zwar vieles richtig. Dennoch kommt er nicht über ein 2:2 hinaus und bleibt in der Interregio-Rückrunde sieglos.
Der FC Uster hat seine ungemütliche Lage in der Interregio-Gruppe 4 nur unwesentlich verbessern können. Die Ustermer zeigten zwar gegen Gossau ihre beste Rückrunden-Partie und strahlten wieder deutlich mehr Gefahr aus als zuletzt. Sie verpassten es aber in der zweiten Hälfte, den Sack vorzeitig zuzumachen und kassierten spät den Ausgleich zum 2:2.
Sei eine Mannschaft im Hoch, dann gelinge ihr nicht selten noch in der Nachspielzeit Entscheidendes. «Aber wenn du dich wie wir in einer Negativspirale befindest, dann kriegst du eben kurz vor Schluss noch den Ausgleich», sagte FCU-Coach Etienne Scholz, der dementsprechend von zwei verlorenen Punkten sprach.
Die in der Vorwoche an gleicher Stelle aufgeworfene Frage, ob man sich nun Sorgen um den Uster machen müsse, kann nach dieser Partie freilich noch nicht beantwortet werden. Den Befreiungsschlag verpasste der FCU zwar, und vom Wettkampfglück wird er nach wie vor nicht verfolgt.
Von einer allfälligen Verunsicherung angesichts der ungewohnten Nähe zum Strich war bei den Ustermern gegen Gossau aber nicht viel zu spüren. Im Vergleich zum ebenso fehlerhaften wie harmlosen Auftritt in Chur wirkten sie wieder selbstbewusster. «Wir haben unser Selbstvertrauen aus den intensiven Trainings unter der Woche gezogen», sagt Scholz.
Kappler trifft zweimal
Zu Beginn ging das Heimteam allerdings etwas übereifrig zur Sache. Es wollte sein Glück gegen die verhalten startenden Ostschweizer erzwingen, anstatt geduldig und konstruktiv zu agieren. Und auch in der Defensive mangelte es zunächst an Übersicht und Kommunikation.
Nach einem nur ungenügend abgewehrten gegnerischen Standard rannten nämlich gleich mehrere Ustermer in Richtung Ball los, sodass beim Abpraller auf den folgenden Schuss niemand zur Stelle war und ein Gossauer ungestört zum 1:0 einnetzen konnte.
Spätestens nach dem frühen Rückstand, der für eine verunsicherte Mannschaft Gift gewesen wäre, zeigte sich, dass die Ustermer mental nach wie vor auf der Höhe sind. Sie liessen sich davon nämlich nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Der FCU drückte bis zur Pause mächtig aufs Gaspedal und machte dabei vieles richtig.
Er verstand es nun, das Risiko zu dosieren, und brachte den Gegner dank kluger Laufwege und geschickter Zuspiele immer häufiger in Verlegenheit. «Sensationell» fand Scholz diese Phase, in der sich sein Team auch noch als kaltblütig erwies.
Allen voran Diego Kappler, der erst einen Rückpass von Dennys Gugliotta zum Ausgleich verwandelte, und kurz vor der Pause mit einem traumhaften Schlenzer in den Winkel auch noch zum 2:1 traf.
Der Sack bleibt offen
Nach der Pause stellten die Gäste bereits auf ein beinahe kopflos anmutendes Mann-gegen-Mann-Spiel um, wodurch sich für die Ustermer immer wieder vielversprechende Überzahlsituationen ergaben. In diesen bekundeten sie aber jeweils Mühe bei der Entscheidungsfindung oder liessen bei ihren Zuspielen das Timing vermissen.
Dennoch hätte mindestens Raphael Bachmann das vorentscheidende dritte Tor erzielen müssen. Er traf das Ziel aber nicht – im Gegensatz zu den St. Gallern, die mit einem ihrer wenigen Angriffe erfolgreich waren und sich für ihre erstaunliche Risikobereitschaft belohnten.
«Offenbar lagen sie richtig in der Annahme, dass der Gegner nicht genug Qualität haben würde, um die frei gewordenen Räume zu nutzen», kommentierte Scholz selbstironisch.
Uster - Gossau 2:2 (2:1). – Tore: 6. Vanin 0:1. 27. Kappler 1:1. 45. Kappler 2:1. 86. Eberle 2:2.