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Ihr WM-Start kommt aus dem Nichts

Sie hat erreicht, woran sie nicht glaubte: Natalie Schär ist an den Titelkämpfen im Engadin dabei. Ein kleines Fragezeichen aber bleibt noch.

Natalie Schär ist die unerfahrenste der vier selektionierten Schweizer Skicrosserinnen.

Foto: Keystone

Ihr WM-Start kommt aus dem Nichts

Skicrosserin aus Nänikon überrascht

Sie hat erreicht, woran sie nicht glaubte: Natalie Schär ist an den Titelkämpfen im Engadin dabei. Ein kleines Fragezeichen aber bleibt noch.

Manchmal ist es ein Gewinn, sich zu irren. So wie im Fall von Natalie Schär. Eine WM-Teilnahme sei «mega unrealistisch», hatte die Nänikerin kurz vor der Saison gesagt. Und nun ist die Skicrosserin, die ihre erste komplette Weltcup-Saison bestreitet, an der Freestyle-WM im Engadin (17. bis 30. März) dennoch dabei.

Wie kann das sein? Schär erfüllte die Selektionsanforderungen dank ihrem bisher besten Weltcup-Ergebnis. Die B-Kader-Athletin klassierte sich im Dezember im italienischen Innichen auf Rang 7. Womit sie nicht nur erstmals auf höchster Stufe in die Top Ten fuhr, sondern sich gleich auch selber gehörig überraschte.

«Dieses Ergebnis kam völlig aus dem Nichts», gibt sie zu. Mit einem 10. Platz bestätigte sie im Februar ihren Exploit.

Dazu profitierte Schär beim Kampf um einen der vier Schweizer WM-Plätze auch von Verletzungen von Teamkolleginnen wie Sixtine Cousin und Margaux Dumont. Letztere war erst unmittelbar vor Ablauf der Qualifikationsphase wieder fit, Cousin fällt den kompletten Winter aus.

Neben Schär holten sich Fanny Smith (32), Talina Gantenbein (26) und Saskja Lack (24) das Ticket für die WM-Rennen der Skicrosser in St. Moritz.

Die Rolle der Oberländerin ist dabei klar – sie ist das Teamküken. Schär ist zwar nur rund drei Monate jünger als Lack. Was die Erfahrung betrifft, «hinkt» sie ihren Teamkolleginnen allerdings deutlich hinterher.

Nur schon mit Weltcuprennen. Deren 19 hat sie bestritten. Lack weist mehr als doppelt, Gantenbein fast fünfmal und das Schweizer Aushängeschild Fanny Smith gar achtmal so viele auf. Diese drei Fahrerinnen standen alle auch schon auf dem Weltcup-Podest. Und starteten an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Das Debüt ist ein Vorteil

Schär hingegen ist erst daran, sich auf höchstem Niveau zu etablieren. Und tritt erstmals an Weltmeisterschaften an. Die Nänikerin sieht das gar als Vorteil.

«Von mir wird nichts Grosses erwartet», sagt sie. Sie gibt sich selber auch zurückhaltend bei der Frage nach ihrem Ziel. «Logisch will ich so weit nach vorne fahren wie es geht. Die Qualifikation ist aber schon die erste Hürde für mich.»

Würde Schär am Freitag auf Corviglia den Vorstoss in die K.-o.-Läufe vom Samstag schaffen, dürfte sie dies als Erfolg verbuchen. Allein deshalb, weil im Weltcup mehrmals in der Qualifikation Endstation war.

Schär sagt: «An die WM zu denken, löst bei mir eine Megafreude aus.» Am Dienstag fährt sie ins Engadin, am Mittwoch darf sie erstmals auf die Strecke. Wenn alles optimal läuft, muss man sagen. Denn hinter ihrer WM-Teilnahme steht noch ein Fragezeichen, wenn auch ein kleines, wie sie findet.

Der Grund dafür: Vor einem Monat war die 24-Jährige bei einem Europacuprennen in Italien unverschuldet in eine Kollision verwickelt. Sie stürzte dabei heftig und zog sich eine Meniskusverletzung zu. «Ich war erstaunt, nichts gebrochen zu haben», sagt sie und ist sich bewusst: «Ich hatte sehr viel Glück.»

Die Weltcup-Stopps in Georgien und Kanada musste Schär sausen lassen, stattdessen pausierte sie.

Ein Ort für gute Erinnerungen

Vor Kurzem stand die B-Kader-Athletin erstmals wieder auf den Ski. «Frei fahren ging tipp-topp», sagt sie. Schär gibt sich zuversichtlich, dass ihr Knie auch der Belastungen in einem Cross-Parcours standhält.

Eigentlich wollte sie die Tests im italienischen Val di Fassa absolvieren. Aufgrund der Wetterprognosen kommt nun aber Lenk zum Zug.

Es ist ein Ort, der gute Erinnerungen bei ihr weckt. 2022 fuhr die Nänikerin da im Europacup als Zweite aufs Podest. Dafür dürfte es in St. Moritz nicht reichen. Aber Schär hatte ja auch nicht damit gerechnet, an der WM teilzunehmen.

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