Jetzt ist er dran: Der UHC Uster feiert seine SRF-Premiere in den Playoffs
Live im Fernsehen
Seit 2018 überträgt das Schweizer Fernsehen ausgewählte Partien der NLA-Playoffs live. Noch nie zum Zug kam bisher der UHC Uster. Am Samstag hat das Warten ein Ende.
Die Nationalliga A ohne UHC Uster? Das ist mittlerweile undenkbar. Seit dem erstmaligen Aufstieg 2004 sind die Ustermer mit Ausnahme eines einjährigen Unterbruchs in der höchsten Liga. Und doch fliegt der Klub noch immer etwas unter dem Radar.
Am Samstag steht das Team von Trainer Simon Meier für einmal im nationalen Fokus. Dank einer Premiere: Erstmals überträgt SRF ein Playoff-Spiel mit Ustermer Beteiligung live – den dritten Viertelfinal der Best-of-7-Serie gegen Zug. Beginnend um 16.50 Uhr im Web, ab circa 18 Uhr dann auf SRF zwei.
Der UHC Uster hat Geduld gebraucht. 2018 begann der öffentlich-rechtliche Sender, ausgewählte Unihockey-Playoff-Partien live zu übertragen. Und damit genau in jenem Jahr, in dem Uster erstmals den Sprung in die K.-o.-Phase schaffte.
In die Playoffs kam Uster seither nur drei weitere Male, die späte SRF-Premiere ist also durchaus erklärbar. Ein Ausschuss des Verbands wählt übrigens gemeinsam mit SRF die Live-Partien aus – und ist um Ausgeglichenheit bemüht.
Die Verpflegung im Fokus
Beim UHC Uster ist die Freude jedenfalls gross, jetzt an der Reihe zu sein, wie Vorstandsmitglied Marco Albertin sagt. «Das ist cool.» Der Zusatzaufwand für das Fernsehspiel bleibt überschaubar. Ein paar zusätzliche Helferinnen und Helfer benötigt der NLA-Klub.
Vor allem, um den gegenüber regulären Heimspielen wohl grösseren Andrang an den Verpflegungsständen zu meistern. Maximal 760 Fans dürfen gegen Zug laut Albertin ins Buchholz, in der Qualifikation kamen durchschnittlich 375.
Warum erwartet man im UHC Uster mehr Zuschauerinnen und Zuschauer? Daheimgebliebene müssen ja nicht wie sonst auf den kostenpflichtigen Livestream zurückgreifen, sondern können das Spiel für einmal gratis verfolgen.
Albertin findet mehr als einen Grund. «Es ist ein Playoff-Spiel, findet zu einem guten Zeitpunkt am Samstag statt und ist zudem kein alltäglicher Anlass.» Und wie dick ist der Anforderungskatalog, den der UHC Uster vom SRF erhielt?
Es sei schon ein ausführlicheres Dokument, sagt Albertin. Darin enthalten ist aber nichts, das den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet. Etwas können sie sowieso nicht ändern: Das Gebäude mit den grossen Glasfronten lässt sich nicht abdunkeln. Ist schlechtes Wetter, fallen Bedenken wegen möglicher Sonneneinstrahlung aber weg.
Neuer Boden, anderes Spiel
Extra aufgehübscht für die Übertragung wird das Buchholz derweil kaum. Aussergewöhnlich sind eigentlich nur die zusätzlichen LED-Werbebanden. Ebenfalls auffällig ist der spezielle hellblaue Unihockeyboden. Mit diesem hat der UHC Uster schon in einigen Heimspielen Erfahrungen gemacht.
Auf diese Playoffs hin ist das Verlegen eines Unihockeybodens für alle NLA-Männerteams obligatorisch geworden. 41’000 Franken kostete dieser, fast 30’000 Franken davon brachte der Klub mit einem Crowdfunding zusammen.
Die Bodenkosten sind hoch. Die Unterlage überdeckt dafür das Linienwirrwarr und sorgt für ein professionelles Erscheinungsbild. Der Boden verändert auch das Spiel. Der Ball hat weniger Drall, die Pässe sind berechenbarer, die Abschlüsse präziser.
Oder vereinfacht gesagt: Der Unihockeyboden steigert die Attraktivität der Partien.
Die TV-Präsenz hilft derweil mit, das Interesse an der Sportart zu steigern. Mit über 35’000 Lizenzierten ist Unihockey zwar die zweitbeliebteste Teamsportart in der Schweiz. Als Leistungssport aber ist sie in der breiten Öffentlichkeit noch immer nicht allzu stark verankert.
Gut produzierte Bilder der action- und torreichen Sportart sollen der Entwicklung helfen. Seit 2016 produzieren alle Vereine der höchsten Liga Livestreams. Derjenige der Ustermer gehört fraglos zu den Besten.
Die Hoffnung auf ein Supererlebnis
Sie setzen auf mehrere Kameras, davon eine mobile. Genauso wie es das SRF in der Partie zwischen Uster und Zug macht. Die Vereinbarung zwischen dem Sender und Swiss Unihockey für die Übertragung von Playoff-Spielen läuft noch bis zur Saison 2026/2027. Sie ist in der Vergangenheit mehrmals verlängert worden.
Das Unihockey-Angebot von SRF stösst durchaus auf Anklang. Der Frauen-Cupfinal erreichte im Februar auf SRF zwei mit 66’000 Zuschauerinnen und Zuschauern einen Marktanteil von 14,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 betrug der durchschnittliche Marktanteil des Senders 10,5 Prozent.
Wie viel Interesse das Spiel zwischen Uster und Zug generiert, wird der Sender ein paar Tage nach dem Spiel auf seinem Medienportal bekannt geben.
Beim UHC Uster ist man in jedem Fall bereit für die Premiere. Marco Albertin ist guter Dinge, dass alles rund läuft. «Ich glaube, es wird für alle ein Supererlebnis», sagt er. Und ist zugleich überzeugt: Uster wird sich der Fernseh-Schweiz in gutem Licht präsentieren.