Laupen hält schon früh alle Trümpfe in der Hand
Klarer 9:4-Sieg
Der UHC Laupen hat in den NLA-Playoff-Viertelfinals gegen Berner Oberland erneut gewonnen. Er liegt damit in der Best-of-7-Serie 2:0 vorne.
Die Laupner NLA-Frauen erobern derzeit Neuland. Erstmals überhaupt seit ihrem Aufstieg in die höchste Liga vor sieben Jahren starteten sie als Favoritinnen in eine Playoff-Serie. Sie durften zudem die Viertelfinals gegen Unihockey Berner Oberland mit zwei Spielen zuhause beginnen.
Das Heimrecht aber wollte Yves Kempf nicht als grossen Vorteil sehen. «Wenn man den ersten Match gewinnt, ist es gut», sagte Laupens-Trainer, «sonst aber ein Seich.»
Was er ausdrücken wollte: Bei einer Startniederlage wäre Laupen in der Best-of-7-Serie sofort unter Druck gewesen.
Letzteres vermied der Qualifikationszweite am Samstag dank dem hart erkämpften 6:3-Erfolg. Und er legte am Mittwoch auf souveräne Art und Weise nach. 9:4 gewann die Laupnerinnen, wobei in den letzten vier Minuten noch fünf Tore fielen.
Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt aber bereits entschieden, führte Laupen 6:2 vor der abschliessenden Torflut. Diese war auch dem Umstand geschuldet, dass Unihockey Berner Oberland den Goalie durch eine zusätzliche Feldspielerin ersetzte. Eine Massnahme, die wohl mehr symbolischen Charakter hatte.
«Unser Sieg war schlussendlich verdient», fand Laupens Doppeltorschützin Vanessa Wetten, «wir nahmen die Zweikämpfe mehr an als noch im ersten Spiel, und die Nervosität war nicht mehr so hoch.»
Wetten weckt das Team
Nach dem verdienten, aber zu hoch ausgefallenen 9:4-Sieg nehmen die Oberländerinnen das erste Auswärtsspiel mit einem 2:0-Polster in Angriff. Was Stürmerin Wetten mit den Worten quittierte: «Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen.»
Die Laupnerinnen wackelten am Mittwoch nur in der Anfangsphase. Spätestens nach dem 4:1 kurz vor Spielhälfte hielten sie alle Trümpfe in der Hand.
Die zu Beginn primär auf Ballkontrolle setzenden Bernerinnen mussten nun mehr Risiko eingehen, was Laupen viel Raum für schnelle Gegenstösse gab. Zugleich vermochten die Gäste, die im ersten Spiel bis zur 53. Minute 3:1 geführt hatten, ihre physischen Vorteile nicht auszuspielen. Was Laupens Stürmerin Wetten ebenfalls positiv gefiel: «Wir störten sie früh im Spielaufbau und zwangen sie zu Fehlern.»
Der Start in die Partie erinnerte indes stark an jenen im ersten Spiel. Und dürfte bei den Laupnerinnen ungute Erinnerungen hervorgerufen haben. Nach nur 54 Sekunden lagen sie schon wieder im Hintertreffen.
Anders als am Samstag aber benötigte das Heimteam nicht rund 50 Minuten, um in Rhythmus zu kommen. Und brauchte auch keine Fehler des Gegners, um zurück ins Spiel zu finden, sondern befreite sich selber aus der Schieflage. Vanessa Wetten weckte ihr Team schon in der 10. Minute mit einem energischen Vorstoss, den sie mit einem «Buebetrickli» zum 1:1 abschloss.
Schnörkellose Angriffe
Den Laupnerinnen gab der Ausgleich ordentlich «Pfupf». Nur 97 Sekunden später brachte Andrea Wildermuth die Oberländerinnen in Führung, die Veronika Machalkova noch im Startdrittel zm 3:1 ausbaute.
Die Führung zur ersten Pause war verdient. Denn das Heimteam zeigte sich nach dem Betriebsunfall zu Beginn ballsicher, vertraute auf sein Passspiel und überzeugte mit schnörkellosen Angriffen.
Dass die Laupnerinnen nicht lange fackelten, zeigte sich bei zwei Toren exemplarisch. So traf Alina Hofmann in der 27. Minute mit einem trockenen Schuss zum 4:1, nachdem die Oberländerinnen fahrig ins zweite Drittel gestartet waren. Kurz nach Spielhälfte erzielte Wetten entschlossen das 5:2. Wetten hätte zwei gute Anspielstationen gehab, wählte aber den Abschluss.