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Darum sprechen die Vikings plötzlich vom Aufstieg

Die 1. Liga war für den EHC Dürnten Vikings immer Tabu. Jetzt haben die Verantwortlichen des Oberländer Zweitligisten ihre Meinung geändert. Das freut auch den EHC Wetzikon.

Der EHC Dürnten Vikings (Tobias Hardmeier, links) hat neu Ambitionen, um aufzusteigen.

(Archiv) Foto: Christian Merz

Darum sprechen die Vikings plötzlich vom Aufstieg

Das ist eine Premiere

Die 1. Liga war für den EHC Dürnten Vikings immer tabu. Jetzt haben die Verantwortlichen des Oberländer Zweitligisten ihre Meinung geändert. Das freut auch den EHC Wetzikon.

Der Playoff-Final der Zweitliga-Gruppe 1 ist entschieden. Die Dürnten Vikings unterlagen auswärts Küsnacht 1:4 und verloren die Best-of-5-Serie 1:3. Letztlich fehlte es dem Team von Trainer Mischa Rüegg über die gesamte Serie gesehen an der nötigen Kaltblütigkeit und etwas an Erfahrung.

Chancen hatten die Dürntner auch in der vierten Partie genügend, um einen besseren Ausgang erzwingen zu können. Bis zur 56. Minute lagen sie lediglich 1:2 zurück, dann fiel mit dem 1:3 die Vorentscheidung.

Die Meisterschaft endete für die Vikings zwar mit einer Enttäuschung, mit dem Erreichten können sie gleichwohl zufrieden sein. Die Dürntner schlossen die Qualifikation auf Rang 1 ab und feierten erstmals seit fünf Jahren wieder Playoff-Erfolge.

Auf der Trainerposition herrscht Kontinuität, die Zukunftsperspektiven des jungen Kaders sind gut, und die Zusammenarbeit mit dem MHL-Klub EHC Wetzikon funktioniert. Nach einigen enttäuschenden Saisons schippern die Vikings definitiv wieder in ruhigem Wasser. Fast noch mehr als die sportlichen Erfolge gab zuletzt aber ein Entscheid der Dürntner zu reden, der für sie eine Premiere ist.

Der Unterbau ist anders

Bis spätestens zum 31. Januar hatten nämlich jene Mannschaften, die nicht aufsteigen wollten, dem Verband ihren Verzicht mitteilen müssen. Genau das taten die Dürntner aber erstmals nicht. Dabei wollten sie auch in ihren erfolgreichsten Zweitliga-Jahren zwischen 2015 und 2019 nie aufsteigen.

Jetzt aber haben sie ihr eigenes Aufstiegsverbot gekippt. Wie ist dieser Meinungsumschwung zu erklären?

Die Dürntner Verantwortlichen passen sich damit Veränderungen an, die 2017 ihren Anfang mit der Gründung der überregionalen höchsten Amateurliga MHL nahmen. Seither streben die ambitioniertesten Amateurteams wie der EHC Wetzikon und der EHC Dübendorf in die MHL. Vikings-Vorstandsmitglied Alain Deubelbeiss ist überzeugt, dass sich dadurch im Unterbau einiges verändert hat. Er sagt: «Die heutige 1. Liga ist nicht mehr vergleichbar mit jener von vor zehn Jahren.»

Mehrere frühere Gegner der Vikings haben sich längst in der 1. Liga etabliert, wie beispielsweise der HC Prättigau-Herrschaft oder Luzern. Auf diese Saison hin machte Wallisellen ebenfalls den Schritt.

Die Kosten würden nach einem Aufstieg zwar leicht steigen, sagt Deubelbeiss, «aber man muss das Budget nicht gleich verdoppeln». Sportlich liegen keine Welten mehr zwischen den besten Zweitliga-Teams und den schwächsten Erstligisten.

Der Aufwand im Training bleibt gleich, jener in der Meisterschaft unterscheidet sich geringfügig. Auch darum, weil die Gegner nicht weiter weg liegen würden als bisher und die Qualifikation ähnlich viele Spiele umfasst. Die Dürnten Vikings bestritten in dieser 18 Partien, eine Liga höher standen in der Ostgruppe deren 20 an. Der einzige merkliche Unterschied ist: Die Erstligisten spielten fünfmal unter der Woche, die Zweitligisten nur zweimal.

Der Partner wäre erfreut

Alain Deubelbeiss findet, die Zeit sei reif gewesen, den Aufstieg ins Auge zu fassen – schon allein aus sportlichen Gründen. In der Mannschaft steckt Entwicklungspotenzial. Und was aus der Sicht von Deubelbeiss zentral ist: «Wir haben viele Spieler, die jung sind und gerne in der 1. Liga spielen würden.»

Es wäre auch ganz im Sinne des EHC Wetzikon, würden die Dürnten Vikings eine Stufe weiter oben spielen. Luzi Schneider von der EHCW-Sportkommission sagt dazu: «Dann hätten wir den dringend benötigten Partner für unser MHL-Team.» In der abgelaufenen Saison platzierten die Wetziker überzählige Spieler bei den Erstligisten Wil, Luzern und Pikes Oberthurgau.

Es wäre nur schon organisatorisch einfacher, könnte der EHCW dies vor der eigenen Haustür machen, zugleich würde er das Kader der Vikings stärken.

Seit knapp drei Jahren spannen der EHC Wetzikon und die Dürnten Vikings zusammen. Alain Deubelbeiss spricht von einem gemeinsamen Ziel, das man verfolge. «Es geht darum, das Hockey im Oberland zu stärken. Dass wir Spieler in der Region halten und sie sich hier stufengerecht weiterentwickeln können.»

Die Dürntner, die keine eigenen Nachwuchsteams führen, haben mit den Wetzikern sowie dem EHC Fortuna Bäretswil Grizzlys Nachwuchsvereinbarungen geschlossen. Damit erfüllen sie in diesem Bereich die Auflagen des Verbands.

Nur dieser weiss übrigens, ob neben den nun ausgeschiedenen Vikings auch noch im Titelrennen verbleibende Zweitligisten aufsteigen wollen. Das führt zu Gerüchten. Und zur kuriosen Situation, dass Deubelbeiss sagt: «Wir haben keine Ahnung, in welcher Liga wir nächste Saison spielen.»

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