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Weshalb der EIE sich selber überrascht

Der EHC Illnau-Effretikon steht als Vierter deutlich besser als erwartet da. Wobei Assistenztrainer Christian Anderegg sagt: «Es hätte gut in die andere Richtung gehen können.»

Zurück aus dem «Ruhestand»: Der letztjährige Topskorer Philip Beeler (rechts) stürmt seit einigen Spielen wieder für den EIE.

Foto: David Kündig

Weshalb der EIE sich selber überrascht

Die Formkurve stimmt beim Zweitligisten

Der EHC Illnau-Effretikon steht als Vierter deutlich besser als erwartet da. Wobei Assistenztrainer Christian Anderegg sagt: «Es hätte gut in die andere Richtung gehen können.»

Die Formkurve stimmt. Wobei man dies nicht am letzten Spiel festmachen kann. Der EHC Illnau-Effretikon zerzauste da den EHC Schaffhausen daheim 8:2 und sicherte sich vorzeitig das Playoff-Ticket. Der Sieg – es war der dritte in den letzten vier Spielen für den EIE – kam mit Ansage. Für den Oberländer Zweitligisten war es schlicht Pflicht, das punktlose Schlusslicht zu bezwingen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Schaffhauser in der Gruppe 2 das einzige abgeschlagene Team sind. Der Rest der Mannschaften begegnet sich auf Augenhöhe. Oder wie EIE-Assistenztrainer Christian Anderegg sagt: «Jeder kann jeden schlagen.»

Die Ausgeglichenheit in der Gruppe lässt sich auch aus zwei Statistiken herauslesen. Einzig Schaffhausen und Ascona konnte der EIE zweimal bezwingen, gegen fünf andere Gegner weist er eine ausgeglichene Bilanz aus. Und 9 seiner 16 Spiele endeten für das Oberländer Team mit einem Tor Unterschied.

Noch Anfang Januar schien es möglich, dass die Playoffs ohne den damals auf Rang 5 liegenden EIE stattfinden könnten. Die Klubs auf den Rängen 4 bis 9 waren nur durch fünf Punkte getrennt. «Es hätte gut in die andere Richtung gehen können», sagt Anderegg deshalb. «Dessen sind wir uns immer bewusst gewesen.»

Die tieferen Erwartungen

Auf Rang 4 biegt die Mannschaft von Headcoach Gianni Dalla Vecchia in die Schlussphase der Qualifikation ein. Die gute Klassierung kommt überraschend. Der EIE beendete zwar in den letzten drei Saisons die Qualifikation immer in den Top 3. Und stürmte zuletzt zweimal hintereinander in den Ostschweizer Final.

Auf diese Meisterschaft hin aber war die mit einem Substanzverlust einhergehende Verjüngung so gross, dass die Erwartungshaltung nach unten korrigiert wurde.

EIE Bürgisser Laurin gegen Lenzlinger Andri
Der 19-jährige Laurin Bürgisser (links) ist einer von zahlreichen jungen Spielern beim EIE.

Die jungen Spieler haben sich aus Sicht von Assistenzcoach Anderegg spielerisch gut entwickelt. Grösstenteils aber machen sie noch viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Die Ausnahme ist Nico Winterberger, dem in seiner ersten Saison im Erwachsenenhockey schon 10 Tore und 12 Assists gelangen.

Der 20-Jährige ist nicht nur ein kompletter Stürmer, der über Spielintelligenz verfügt. Winterberger profitiert auch davon, dass er in der ersten Sturmlinie mit zwei Routiniers zusammenspielt, die ihn entsprechend lancieren können.

Die erfahrenen Spieler wie beispielsweise Yves Förderreuther, Lionel Kuhn oder Philip Beeler haben noch immer die Hauptrolle inne. Und entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Anderegg sagt dazu: «Bei uns ist es im Moment noch so: Wenn die ersten zwei Linien nicht liefern, wirds schwierig.»

Gut für den EIE ist, dass der letztjährige Topskorer Beeler wieder an Bord ist. Der 33-jährige Stürmer kehrte von den Senioren zurück. Mit ihm sind die Oberländer einen Tick unberechenbarer geworden. Von seiner Gefährlichkeit hat Beeler nichts eingebüsst. In sechs Spielen hat er schon wieder sechs Tore erzielt.

Kaltstarts als Problem

Zwei Runden verbleiben in der Qualifikation. Läufts optimal, stösst der EIE noch auf Rang 3 vor. Er hat zwei machbare Aufgaben vor sich. Auswärts treffen die Oberländer auf Chiasso (9.), das Pensum schliessen sie daheim gegen Bassersdorf (6.) ab.

Unmittelbar danach fangen Anfang Februar die Playoffs an, deren Modus geändert worden ist. Die K.-o.-Phase beginnt nicht mehr mit Achtelfinals gegen Teams aus der Gruppe 1, sondern mit Viertelfinalserien (Best of 3) innerhalb der eigenen Gruppe.

Der EIE steuert die Playoffs ohne klares Ziel an. «Wir schauen, wie lange die Reise geht», sagt Anderegg lapidar. Klar ist, die Reise dauert länger, wenn die Oberländer gegenüber der Qualifikation die Gegentorquote senken können und konstanter werden. In zahlreichen Begegnungen missriet ihnen der Start. Sie mussten einem Rückstand hinterherlaufen, was Kraft brauchte.

Und die fehlte ihnen in der Schlussphase dann halt des Öfteren wieder. Anderegg bringt die Probleme der Fehlstarts und der Inkonstanz nicht etwa in Zusammenhang mit der Jugendlichkeit der Mannschaft. Er sagt vielmehr: «Es liegt eher im mentalen Bereich.»

Unabhängig vom Ausgang der Playoffs sind die wichtigsten Pflöcke für die nächste Saison bereits eingeschlagen worden. Christian Anderegg verbleibt im Staff. Headcoach Gianni Dalla Vecchia hört indes nach drei Saisons auf.

Die Mannschaft kennt dessen Nachfolger, noch aber hat der EIE die künftige Lösung nicht öffentlich gemacht. Gut für den neuen Cheftrainer: Das Gesicht der Mannschaft wird sich nur geringfügig verändern.

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