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Die «gute Seele» schlägt ein neues Kapitel auf

Stefanie Siegenthaler aus Bertschikon war über viele Jahre wichtiger Bestandteil des Schweizer Frauen-Nationalkaders. Jetzt tritt sie ab.

Stefanie Siegenthaler beim Fotoshooting im Rahmen des ZO Cups im Buchholz im Jahr 2022.

(Archiv) Foto: Christian Merz

Die «gute Seele» schlägt ein neues Kapitel auf

Oberländer Kunstturnerin

Stefanie Siegenthaler aus Bertschikon war über viele Jahre wichtiger Bestandteil des Schweizer Frauen-Nationalkaders. Jetzt tritt sie ab.

Den letzten Auftritt hatte Stefanie Siegenthaler kürzlich vor grosser Kulisse im Zürcher Hallenstadion am Swiss Cup. Beim prestigeträchtigen Paar-Wettkampf messen sich jeweils die besten Turn-Nationen aus der ganzen Welt.

«Viele träumen von Olympia, doch das ist für mich ungreifbar. Für mich ist der Swiss Cup ein genau so grosser Traum, seit ich ein kleines Kind war», sagte die Bertschikerin im Vorfeld ihrer ersten Teilnahme vor drei Jahren.

Am Traditionsanlass durfte sie also eine würdige Dernière erleben – vor dem Rücktritt, den Siegenthaler nun im Alter von 26 Jahren bekannt gegeben hat.

In der Rolle des Captains

Ihre Karriere hatte sie einst im Turnverein Rüti begonnen. Siegenthalers Talent war schnell ersichtlich, sodass sie mit 7 im Regionalen Leistungszentrum Zürich in Rüti aufgenommen wurde. Schon bald folgten die ersten internationalen Auftritte – und 2014 die Beförderung ins Schweizer Nationalkader.

Dort hatte sie seit mehreren Jahren auch die Rolle des Captains inne. In der Medienmitteilung des Schweizerischen Turnverbandes (STV) wird sie als «inspirierende Figur des Schweizer Kunstturnens» beschrieben. Und für ihre Kolleginnen war Siegenthaler stets die «gute Seele des Teams».

Zu ihren sportlichen Höhepunkten gehört der 24. Platz im Mehrkampf-Final an den Weltmeisterschaften von 2021 im japanischen Kitakyushu – und der vierte Platz mit der Mannschaft bei der Heim-EM 2016 in Bern.

Letzter Titel an Schweizer Meisterschaften

Und Siegenthaler glänzte immer wieder an den Schweizer Meisterschaften, wo sie im Juni in Biel an ihrem Lieblings- und Spezialgerät Stufenbarren den Titel holte – und es ihr am Balken zu Rang 3 reichte.

Kunstturnen Rüti
War auch immer wieder im Oberland zu sehen: Stefanie Siegenthaler an den Kunstturnerinnentagen in Rüti.

Für Siegenthaler gab es auch schwierige Zeiten im nationalen Leistungszentrum in Magglingen. Gegenüber dem «SonntagsBlick» erzählte sie im Juni 2023, wie sie einst Psychoterror und Essstörungen an den Rand eines Zusammenbruchs brachten.

Es war nicht das erste Mal, dass der STV aufgrund des Verhaltens seiner Trainerteams in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Die Missstände im Verband hatten personelle Konsequenzen.

Siegenthalers Situation verbesserte sich derweil später vor allem aufgrund der Hilfe einer Psychologin. Mittlerweile ist die Oberländerin mit sich längst im Reinen.

In neuer Funktion weiter im Spitzensport?

Nach dem Rücktritt wird sie ihren Fokus auf die Ausbildung zur medizinischen Masseurin legen.

In dieser Tätigkeit will Siegenthaler «unbedingt mit dem Spitzensport verbunden bleiben», wie sie betont.

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