Die Unternehmerin im Eiskanal
Bobpilotin vor Europacup-Debüt
Selina Isler aus Weisslingen zieht als Bobpilotin an den Steuerseilen – vor allem aber managt die 21-jährige ihre sportliche Karriere selber. Dazu braucht es viel Zeit und eine grosse Portion Selbständigkeit.
Sie brennt darauf, endlich auch auf internationaler Ebene zu zeigen, was sie draufhat. Selina Isler pilotierte erst vor knapp vier Jahren erstmals einen Bob. Die 21-jährige Wisligerin hat an Schweizer Meisterschaften schon mehrere Medaillen bei den Juniorinnen herausgefahren – wobei man im Bobsport bis zum Alter von 26 Jahren zur Juniorenkategorie zählt. Doch darüber hinaus fehlen ihr die Resultate komplett. Ändern will sie dies im Europacup, der nächste Woche in Innsbruck beginnt.
Isler steht also noch ziemlich am Anfang einer Karriere, die von ihr viel Leidenschaft, viel Selbständigkeit und viel Organisationstalent erfordert. Sie ist nicht nur Bobpilotin, sondern auch Unternehmerin. Sie arbeitet den Sommer durch 80 Prozent und ist im Winter Profisportlerin, die nebenher Wirtschaft studiert an einer auf den Spitzensport zugeschnittenen Fachhochschule. Für den Sport hat sie eine Einzelfirma gegründet – und sie ist nicht nur für sich selber verantwortlich, sondern auch für die Anschieberinnen, die bei ihr unter Vertrag stehen.
Sechs sind es an der Zahl. Was auf den ersten Blick sehr viel scheint, zumal es bei den Frauen keinen Viererbob gibt. Allerdings ist keine Anschieberin Profi. «Sie geben ihre Ferien hin oder machen gar unbezahlten Urlaub», sagt Isler. Vier davon sind auf diese Saison hin neu zum Team gestossen, wobei zwei zuvor noch gar nie in einem Bob gesessen hatten.

