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Die Dürnten Vikings sind Leader – das ist ihr Erfolgsrezept

Die Vikings eilen von Sieg zu Sieg. Waren die Dürntner einst für ihre Offensive gefürchtet, liegt ihre Stärke nun in einem anderen Bereich.

Der Dürntner Maurice Schmidt (rechts) im Duell mit dem Weinfelder Basil Bär.

Foto: Christian Merz

Die Dürnten Vikings sind Leader – das ist ihr Erfolgsrezept

Oberländer Zweitligist

Die Dürnten Vikings haben ihre Gegentorquote drastisch gesenkt. Dafür war ein Umdenken im Team nötig.

Je länger eine Serie im Sport dauert, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie bald einmal endet. Dieser Logik haben sich auch die Dürnten Vikings nicht entziehen können. Eindrücklich ist gleichwohl, was der Oberländer Zweitligist schaffte.

Er musste erst im fünften Heimspiel den ersten Gegentreffer hinnehmen. Und da erst, als er beim klaren 8:2-Sieg gegen Weinfelden schon 5:0 vorne lag. In der 31. Minute trafen die Gäste. Roman Mathis heisst der Spieler, der die Vikings-Serie beendete – nach 270 Minuten und 17 Sekunden. Wie imposant dieser Wert ist, zeigt ein Vergleich: Der Schweizer Rekordmeister HC Davos blieb in der Saison 1996/1997 daheim 246 Minuten und 6 Sekunden lang ohne Gegentor.

Die Vikings liessen den Weinfeldern zwar keine Chance, die Thurgauer machten ihnen in der 57. Minute mit ihrem zweiten Treffer aber gleich noch eine andere Serie kaputt. Es war das erste Gegentor der Saison, das die Dürntner mit einem Mann weniger auf dem Eis hinnehmen mussten.

19 Unterzahlsituationen hatten sie zuvor ohne Schaden überstanden. Auch das muss man erst einmal hinkriegen.

Die schwierige Impfung

Nach zehn Spielen und etwas mehr als der Hälfte des Pensums grüssen die Dürnten Vikings in der Gruppe 1 von der Tabellenspitze. Sie sind also auf gutem Weg, die Qualifikation wie angepeilt in den Top Four zu beenden.

Die Dürnten Vikings sind nicht etwa Tabellenführer, weil sie wie in früheren erfolgreichen Jahren auf eine überragende Offensivabteilung mit individuell aussergewöhnlichen Spielern setzen können. Die Mannschaft von Trainer Mischa Rüegg ist nicht einmal das treffsicherste Team der Gruppe. Ganz oben stehen die Oberländer aufgrund ihrer defensiven Qualitäten.

Innerhalb von zwei Jahren haben sie ihren Gegentorschnitt von 5,5 auf 1,5 pro Partie gesenkt. Das ist eine ideale Grundlage, um erfolgreich zu sein.

Einer Mannschaft eine Defensive-First-Mentalität einzuimpfen, ist indes nicht einfach. Da sind die Dürnten Vikings keine Ausnahme. Sich aufs Verteidigen zu konzentrieren, ist auf den ersten Blick keine wirklich attraktive Aufgabe. Dafür brauchte es in der Mannschaft des Zweitligisten ein Umdenken.

Trainer Mischa Rüegg sagt es so: «Wenn man talentierte Spieler im Team hat, so wie wir, und es schafft, dass auch sie hinten alles geben, sind das gute Aussichten.» Klar ist: Um in der eigenen Zone erfolgreich zu agieren, muss ein Spieler weder stocktechnisch noch läuferisch spezielle Fähigkeiten mitbringen. Er muss einzig den Willen haben, hart zu arbeiten, «den Job zu erledigen», wie Rüegg sagt.

Er findet, genau jene Bereitschaft zeichne sein Team derzeit aus. Und lobt: «Im Moment spielt die Mannschaft diszipliniert, macht kaum individuelle Fehler. Sie ist ruhig und hat Vertrauen in sich.» Laut Rüegg haben die Spieler zudem erkannt: «Wenn wir defensiv gut spielen, kommen wir auch zu Chancen.»

Die Jungen sind am Ruder

Die Dürntner knüpfen nahtlos an die gute Saison 2023/2024 an. Nachdem sie zuvor zweimal die Playoffs verpasst hatten, beendeten die Vikings die letzte Qualifikation auf Rang vier. Nun ist sogar mehr möglich. Dafür gibt es aus Sicht des Trainers mehrere Gründe.

Rüegg sagt etwa mit einem Blick aufs Kader: «Wir haben definitiv ein gutes Gemisch. Die Jungen haben das Ruder übernommen, wobei die älteren Spieler das auch akzeptieren.» Der Umbruch, mit dem sich die Vikings länger schwergetan hatten, ist vollbracht. Mit Alain Deubelbeiss, Mario Senn und Nicolas Marzan stehen lediglich noch drei Spieler über 30 im Kader, das ein tiefes Durchschnittsalter (knapp über 22 Jahre) aufweist.

Dass bei den Vikings die junge Garde die Verantwortung schultern kann, lässt sich aus der Skorerliste der Gruppe 1 ablesen. Mit Aaron Ricklin und Justin Schuler stehen da zwei Vikings-Stürmer an der Spitze, die beide erst 19 sind.

Zupass ist den Dürntnern bisher gekommen, dass sie weitgehend von Verletzungen verschont geblieben sind. Wichtig ist auch die gute Stimmung im Team.

Nun könnte man einwerfen, dass diese bei so vielen Siegen keine Überraschung ist. Für den Trainer ist dafür allerdings ein anderer Punkt zentral: die Trainingspräsenz. Sie ist nicht nur jetzt gut, sondern war es schon in der Vorbereitung. «Das macht vieles aus», sagt Rüegg.

Gemeinsam mit der Mannschaft hat er im Sommer definiert, welche Grundwerte besonders wichtig sind. Beispielsweise Disziplin. Dass man bei den Vikings keine leeren Worthülsen produzierte, zeigt sich jetzt mannigfaltig. Etwa im Abwehrverhalten. Oder bei den Strafen. Kein anderes Team hat bisher weniger kassiert.

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