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Das Duo, das keine Stricke zerriss

Beim FC Uster werden die Fortschritte nicht immer sichtbar – und in Dübendorf feiert man den Sieg im Kellerduell wie einen Titel.

Zum Ende gabs ein Remis: Usters James Wyndham fordert Bülachs Keeper Rosario Filippone heraus.

Foto: David Kündig

Das Duo, das keine Stricke zerriss

Vorrundenbilanz der Interregio-Teams

Die interregionalen Zweitligisten Uster und Dübendorf bewegten sich in der Vorrunde am unteren Rande der Erwartungen. Einer der beiden darf sich am Ende dennoch als Sieger fühlen.

Daniel Hess

Zum Schluss musste der FC Uster noch einmal eine Enttäuschung verkraften. Wie schon im letzten Heimspiel gegen Bazenheid musste er sich gegen Bülach trotz Führung und deutlicher Überlegenheit mit einem 1:1 bescheiden und beendet die Vorrunde mit fünf Siegen und ebenso vielen Unentschieden und Niederlagen auf dem 9. Platz. Er habe natürlich mehr erwartet, gibt Trainer Etienne Scholz unumwunden zu. «Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen.»

Das gilt insbesondere für die Anfangsphase der Saison, in der die Ustermer aufgrund mangelnder Trainingspräsenz in der Vorbereitung schlicht nicht parat waren. Die Automatismen griffen noch zu wenig, der körperliche Zustand vieler Spieler genügte den Anforderungen nicht. Die Quittung war nur ein Punkt aus den ersten drei Partien gegen durchschnittliche Gegner.

Obwohl Uster auch danach aufgrund vieler Verletzungen und Absenzen nur selten aus dem Vollen schöpfen konnte, war eine klare Steigerung erkennbar. Die Ustermer spielten je länger, je mehr erfrischenden und konstruktiven Fussball und schafften es in den meisten Spielen, den Gegner in dessen eigene Zone zurückzudrängen. Zwischenzeitlich blieben sie fünf Spiele lang ungeschlagen und machte einen gefestigten Eindruck – bevor sie am Ende ungeachtet einer ansprechenden Leistung Leader Widnau unterlagen und zwei Gegner zwar dominierten, aber nicht besiegten.

Die Richtung stimmt.

Etienne Scholz

Trainer FC Uster

«Wir müssen in solchen Spielen die letzte Linie noch häufiger durchbrechen und die Präsenz in der Box verstärken», sagt Scholz. «Und in der Abwehr noch mehr auf der Hut sein, wenn der Gegner einmal einen Gegenstoss lanciert.» Damit dem soliden Boris Steiner, dank dem das Goalie-Problem von voriger Saison gelöst ist, möglichst viel Arbeit erspart bleibt.

«Die Richtung stimmt», resümiert Scholz trotz der zuletzt wieder weniger erfreulichen Ergebnisse. «Denn als Ausbildungsverein ist bei uns nach wie vor die Entwicklung das Resultat», sagt der Ex-Profi, der mit den Realitäten des Breitensports inzwischen besser umzugehen weiss. «Ich interessiere mich einfach für die Spieler, die da sind», sagt er. Und weil die Fortschritte des Teams nicht von der Hand zu weisen sind, ist davon auszugehen, dass der FCU die Rückrunde wie schon in den Vorjahren erfolgreicher gestalten wird. Allzu weit nach vorne dürfte er es aber nicht mehr schaffen.

Dübendorf überwintert über dem Strich

Der FC Dübendorf schliesst die Vorrunde zwar vier Punkte hinter seinem Rivalen ab, auf den er am Mittwoch im Cup noch einmal trifft. Die Dübendorfer jubelten nach dem 1:0-Erfolg gegen die Reserven des FC Schaffhausen aber so, als wären sie gerade aufgestiegen.

Grund dazu hatten sie allemal, haben sie sich doch dank des Sieges gegen den Aufsteiger zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison über den Strich gehievt. «Eine Riesenleistung» sei dies nach dem verpatzten Start, sagte FCD-Trainer Shaip Krasniqi, der froh ist, «dass wir uns nun mit einer ganz anderen Motivation und weniger Druck der Vorbereitung auf die Rückrunde widmen können.»

Es war in der Tat bemerkenswert, wie die Dübendorfer auch nach fünf teils unglücklichen Niederlagen die Köpfe nicht hängen liessen und sich aus der Negativspirale befreiten. Auch die zum Teil blutjungen Akteure verstanden es von Spiel zu Spiel besser, dem Ball Sorge zu tragen, das Risiko zu dosieren und auf ihre Chance zu warten. «Es hat sich ausbezahlt, dass die Mannschaft nie die Geduld verloren und grossen Durchhaltewillen gezeigt hat», so Krasniqi.

Der Erfolg der Dübendorfer hängt angesichts des limitierten Offensivpotenzials – 17 Tore in 15 Partien sind eindeutig zu wenig – an einem seidenen Faden und dürfte auch den Verantwortlichen im FCD ein wenig Sorgen bereiten. Vor einem Jobverlust bräuchte sich Krasniqi im Übrigen aber selbst bei einem suboptimalen Verlauf der Rückrunde nicht zu fürchten. Präsident Markus Herzog hat nämlich wiederholt betont, dass sein Trainer «zu 100 Prozent mindestens bis zum Saisonende» auf seinem Posten bleibt. «Und zwar, weil ich absolut überzeugt bin von ihm und die Mannschaft geschlossen hinter ihm steht.»

Uster - Bülach 1:1 (1:1). – Tore: 25. Centoducato 1:0. 32. 1:1.

Dübendorf - Schaffhausen 2 1:0 (1:0). – Tor: 3. Lusiola 1:0.

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