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Wenn das kleine Feld die Freude nicht trübt

Für einmal sind am Radquer Hittnau kaum ausländische Fahrer dabei – der Grund dafür ist offensichtlich.

Dario Lillo, der Zweitklassierte von 2023, startet am Radquer Hittnau als Favorit auf den Sieg.

(Archiv) Foto: Roger Hofstetter

Wenn das kleine Feld die Freude nicht trübt

Traditionelles Rennen am Schlosshügel

Das Schweizer Quer-Aushängeschild Kevin Kuhn fehlt in Hittnau. Der Sieg bei den Männern führt dennoch über die einheimischen Fahrer.

So viel ist klar: Der Schlamm, einer der letztjährigen Hauptdarsteller, wird am Radquer Hittnau fehlen. Denn einerseits hat es seit Längerem nicht mehr geregnet, andererseits sagen die Prognosen für Sonntag keinen Wetterumschwung voraus.

Im Gegenteil: Das Glück scheint den Veranstaltern des VC Hittnau in Form von Sonnenschein und zweistelligen Temperaturen hold. «Die Motivation ist natürlich höher, wenn es trocken ist, als wenn es den ganzen Tag regnet wie letztes Jahr», freut sich OK-Chef Thomas Frei.

Er hofft, dass wieder mehr Zuschauerinnen und Zuschauer an die Strecke finden als in der verregneten Ausgabe 2023.

Neben der Nässe und dem Morast wird mit Timon Rüegg auch der Sieger des letztjährigen Rennens fehlen. Der 28-Jährige hat seinen Fokus aufs Mountainbike verschoben und kündigte schon vor längerer Zeit an, diesen Winter nur zwei Querrennen zu bestreiten – in Steinmaur und Dielsdorf. Ersteres war der Startschuss zum Swiss Cyclocross Cup im Oktober, Letzteres wird am 17. November das Final der Rennserie sein, zu der das Radquer Hittnau gehört.

Lieber daheim als in der Fremde

Was beim Blick auf die Startliste auffällt: Wenige Tage vor dem internationalen Rennen der Kategorie C2 haben sich nicht einmal 20 Elite-Fahrer angemeldet. Darunter nur vier ausländische – der Deutsche Sascha Weber, der Slowake Tomas Burcak, Theo Thomas (FRA) sowie Robin Alderweireld aus dem querverrückten Belgien. Der Hauptgrund dafür? Die Massierung von Startmöglichkeiten.

Gleich acht C2-Anlässe finden am Sonntag in Europa statt, darunter Rennen in Frankreich, Italien, Spanien und Belgien. Kein Wunder, sagt OK-Chef Frei in diesem Zusammenhang: «Es ist ein schwieriges Wochenende.»

Frei bleibt dennoch gelassen. «Klar ist es anders als in vergangenen Jahren», sagt er. Zum Vergleich: 2023 hatten in der Elite 26 Männer den Wettkampf angepackt, darunter 14 Ausländer. Dass die Zahl der auswärtigen Teilnehmer nun so viel tiefer ist, hat damit zu tun, dass diese es vorziehen, in ihrer jeweiligen Heimat anzutreten.

Frei zeigt dafür Verständnis. Kommt hinzu: Nimmt man allein die nationale Männerspitze im Quer, bringt man damit kein riesiges Starterfeld zusammen. Die Schweizer Spitze ist von überschaubarer Grösse. Im Prinzip fehlt von dieser in Hittnau genau einer: Kevin Kuhn, der bei einem belgischen Team unter Vertrag stehende Oberländer.

Kuhns Augenmerk liegt auf dem Weltcup und der belgischen Superprestige-Serie. Jüngst hatte Kuhn auch die Europameisterschaften in Spanien ausgelassen.

Zwei Schweizer Sieganwärter

Aufhorchen liess da dafür Dario Lillo. Der 22-jährige Eschenbacher, eigentlich ein Mountainbike-Spezialist, klassierte sich in der Elite-Kategorie als bester Schweizer auf Rang 11. Lillo ist nicht nur Kuhns Klubkollege im VC Eschenbach, er führt nach drei von fünf Rennen auch die Gesamtwertung im Swiss Cyclocross Cup an.

Lillo ist der wohl aussichtsreichste Anwärter auf den Sieg auf der Hittnauer Strecke, die als kräfteraubend und technisch anspruchsvoll gilt. 2023 war er Zweiter geworden. Sein härtester Widersacher wiederum dürfte Loris Rouiller sein.

Der Westschweizer kennt den Kurs im Oberland sehr gut – 2021 gewann er das traditionelle Quer am Schlosshügel gar. «Das sind die zwei Topkandidaten auf den Sieg», sagt denn auch Frei.

Die Elite-Rennen bei den Männern und Frauen mögen der sportliche Höhepunkt des Radquers Hittnau sein, zu dem der Eintritt gratis ist. Für die Veranstalter sind die anderen Kategorien ebenso wichtig. Mit insgesamt über 300 Anmeldungen zeigt sich für sie ein erfreuliches Bild.

Rund ein Drittel davon entfällt auf den Nachwuchs, genauer gesagt auf die Kategorien U19, U17 und U15/U13. «Darüber bin ich happy», sagt Frei. Die oft totgesagte Sportart scheint bei jungen Radfahrerinnen und Radfahrern jedenfalls alles andere als out zu sein.

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