Der FC Brüttisellen wird für seine Nonchalance bestraft
Zweitliga-Aufsteiger lässt Federn
Brüttisellen-Dietlikon kam gegen das Schlusslicht Töss nicht über ein 4:4 hinaus. Und während Greifensee einen Lauf hat, kommt Gossau immer mehr ins Straucheln.
Zahir Idrizi traute seinen Augen nicht. Der Brüttiseller Trainer hatte seine Spieler doch ausdrücklich davor gewarnt, die Partie gegen den noch sieglosen Tabellenletzten Töss nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Und dann das! Keine Viertelstunde war gespielt, und der FCB lag nach einem höchst unkonzentrierten, ja überheblichen Auftritt 1:3 zurück.
«Eine Einstellungssache», benannte Idrizi das Offensichtliche. Für Verteidiger Pascal Wutscher, der beileibe nicht der einzige Schlechte war, setzte es die Höchststrafe ab – er wurde kurz nach dem dritten Gegentor ausgewechselt. Besser wurde es allerdings erst nach dem vierten Streich des Heimteams, dem ein weiterer haarsträubender Fehler vorausgegangen war.
Spätestens nach der Pause, in der Idrizi nach eigenen Angaben «etwas lauter» geworden war, hatten die Gäste den Fokus endlich gefunden. Sie agierten nun so, wie man es von ihnen angesichts des bisherigen Saisonverlaufs und besonders nach dem jüngsten Sieg gegen Leader Stäfa hatte erwarten können, und überrannten den Gegner förmlich.
Daran änderte auch die gelb-rote Karte gegen Albert Buqaj nichts. Weil die Brüttiseller im Abschluss aber ein ums andere Mal sündigten, reichte es ihnen am Ende doch nur zu einem Punkt. Das 4:4 erzielte der dreifache Torschütze João Pereira kurz vor Schluss.
Greifensee siegt weiter
Der notorisch abstiegsgefährdete FC Greifensee hat sich derweil mit dem dritten aufeinanderfolgenden Sieg bereits deutlich vom Strich distanziert. Die Greifenseer überforderten Phönix Seen auswärts vor allem auf den Aussenbahnen mit ihrem Tempo und hätten schon früh in Führung gehen können, als Luca Mercurio alleinstehend weit über das Ziel schoss.
So dauerte es trotz weiterer Gelegenheiten bis kurz vor der Pause, bis die Greifenseer Sturmspitze nach einem Zuspiel von Sascha Peter doch noch traf. Das 2:0, das wiederum Mercurio nach einer Flanke von Levin Brunner per Kopf erzielte, bedeutete bereits die Vorentscheidung.
Denn in der Verteidigung liessen die Gäste überhaupt nichts anbrennen. Einzig bei stehenden Bällen und während ihrer Schlussoffensive strahlten die harmlosen Winterthurer überschaubare Gefahr aus.
Gossau hadert
Der FC Gossau hingegen blieb beim 0:2 in Seuzach zum zweiten Mal in Folge ohne Punkt und Tor. Die zuvor so treffsicheren Gossauer haderten danach aber nicht mit ihrer plötzlichen offensiven Impotenz, sondern vor allem mit zwei Entscheidungen zu ihren Ungunsten, die ihnen spät einen Punktgewinn kosteten.
Erst taxierte der Schiedsrichter ein Einsteigen von Tiago Alves kurz vor Schluss als penaltywürdig, was zum 0:1 führte. Und im nächsten Angriff übersah er im gegenüberliegenden Strafraum ein Hands eines Seuzachers.
Bis dahin war es ein ausgeglichenes, intensives Duell gewesen, in dem sich keine der beiden Mannschaften einen entscheidenden Vorteil hatte verschaffen können und Torgelegenheiten rar waren.
«Eigentlich ein typisches 0:0-Spiel», befand Andreas Häsler, der mit seinem Team endgültig ins Mittelfeld abgerutscht ist. «Eine neue Situation für uns, aus der wir aber sicher wieder rausfinden», verspricht der FCG-Coach.
Töss - Brüttisellen-Dietlikon 4:4 (4:1). – Tore: 5. Petronijevic 1:0. 8. Sema 2:0. 9. Pereira 2:1. 14. Petronijevic 3:1. 31. Sema 4:1. 48. Pereira (Foulpenalty) 4:2. 63. Rosa 4:3. 89. Pereira 4:4.
Phönix Seen - Greifensee 0:2 (0:1). – Tore: 32. Mercurio 0:1. 55. Mercurio 0:2.
Seuzach - Gossau 2:0 (0:0). – Tore: 90. Auer (Foulpenalty) 1:0. 93. Zeaf 2:0.