Der neue Cheftrainer steigt mit einer Niederlage ein
Die Negativserie geht weiter
MHL-Aufsteiger Wetzikon tritt in Seewen lebendiger auf als zuletzt. In der Offensive ist er aber inexistent und damit ohne Chance auf ein Erfolgserlebnis.
Für seine Feuertaufe hätte es sicher einfachere Gegner gegeben als den drittklassierten EHC Seewen. Und sicher einfachere Momente, reihte der EHC Wetzikon zuletzt doch neun Niederlagen hintereinander. Entsprechend angeknackst ist das Selbstvertrauen der Spieler.
Wäre die Situation beim MHL-Aufsteiger indes komplett anders, hätte Cédric Hüsler am Mittwochabend in Seewen nicht als Headcoach debütiert. Erst tags zuvor und nach der Trennung von Albert Malgin beförderten die Wetziker Verantwortlichen den vormaligen Assistenten zum Chef. Gerade mal ein Training stand Hüsler mit dem Team zur Verfügung.
Der Einstand des neuen Cheftrainers war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. 0:5 unterlag der EHCW in Seewen. Zum zweiten Mal hintereinander gelang den Oberländern nicht einmal ein Tor, was bei der tiefen Anzahl der herausgespielten Chancen kein Zufall war.
Die Vorentscheidung fiel kurz nach Spielhälfte, als die Gäste an der gegnerischen blauen Linie die Scheibe verloren, klassisch ausgekontert wurden und das 0:3 kassierten. Klar, das Verdikt ist deutlich. Und Seewen gewann verdient. Das Heimteam war die spielerisch klar bessere Mannschaft.
Die Wetziker aber wirkten willig und lebendiger als zuletzt. Und sie liessen sich auch dann nicht gehen, als sie keine Chance mehr auf eine Wende hatten.
Der Monat der Wahrheit
Lange war man im EHCW ruhig geblieben. In der Hoffnung, dass das völlig neu zusammengestellte Team sich freischwimmt. Häufig hielten die Wetziker denn auch mit. Sie erzielten aber viel zu wenige Tore. Die Oberländer traten oftmals kontrolliert auf, was bisweilen zu Lasten der Spiellust und Freude zu gehen schien.
Dem Tabellenletzten droht die Gefahr, frühzeitig abgehängt zu werden. Und Malgin fehlten zusehends die Argumente in Form von Resultaten oder einer sichtbaren Entwicklung.
Mit jedem Tiefschlag wurde der Druck auf die Verantwortlichen grösser, zu handeln. Das hat die Sportkommission mit dem Trainerwechsel nun getan.
Auch mit Blick auf den kommenden Monat. Im November tritt der EHCW mehrheitlich gegen Konkurrenten in seiner Reichweite an wie Bülach (11.), Frauenfeld (10.) und Lyss (9.). Mit Siegen kann er sich zurückmelden.
Und was sprach dafür, Hüsler zum Cheftrainer zu befördern? Luzi Schneider von der Sportkommission sagt: «Er ist die richtige Person für diese schwierige Situation. Er bringt eine sehr grosse Sozialkompetenz mit und ist derjenige, der die Mannschaft am besten spürt.»
Der Kontrast zwischen dem ruhigen, aber erenorm erfahrenen Malgin (58) und dem kommunikativen Hüsler, der im EHCW seine Trainerkarriere lanciert, ist in vielen Punkten gross.
Der Bubiker ist mit 30 in etwa halb so alt wie sein Vorgänger. Erst im Frühling beendete er seine Karriere als Profispieler, in der er fast 500 Nationalliga-Partien bestritt. Er war als Spieler ein Aggressivleader. Einer, der mit Biss, Herz und Leidenschaft agierte. Es sind genau jene Attribute, die dem EHCW jetzt helfen würden.
