Siri Wigger sieht wieder Licht am Horizont
Gibswiler Langlauf-Hoffnung
Siri Wigger wurde schon als Jahrzehnt-Talent und Langlauf-Juwel bezeichnet. Zuletzt kämpfte die Langläuferin aus Gibswil allerdings mit gesundheitlichen Turbulenzen.
Ihr letztes Resultat auf der Website des internationalen Verbands Fis liegt 19 Monate zurück. Es ist eine gefühlte Ewigkeit für eine hoffnungsvolle, junge Athletin wie Siri Wigger.
Die gesundheitsbedingte Leidenszeit der Gibswilerin findet nun aber womöglich ein Ende. Wigger, die schon als Jahrzehnt-Talent und Langlauf-Juwel bezeichnet wurde, möchte in dieser Saison wieder Rennen bestreiten.
Die Superlative kommen nicht von ungefähr. Mit 16 holte sie mehrere Medaillen an den Olympischen Jugendspielen von Lausanne und legte nur wenige Wochen später an der Junioren-WM im deutschen Oberwiesenthal nach.
Mittlerweile ist Wigger 21. Und Podestplätze sind weit weg. Vielmehr zählt für sie, nachhaltig gesund zu bleiben. Der gänzliche Verzicht auf Wettkämpfe in der letzten Saison war ein bewusster Entscheid.
«Wenn ich so weitermache, habe ich vielleicht noch länger Mühe. Und ich will doch, dass die Erfolge zurückkommen», sagte die Langläuferin des SC am Bachtel.

Wie sehr sie mit der Situation zu kämpfen hatte, war vor rund einem Jahr im Elternhaus in Gibswil auch bei einem Gespräch mit ihrem älteren Bruder Nicola – und ebenso einem Kader-Langläufer – deutlich zu spüren.
Eine ewige Krankheitssaga
Siri Wiggers letzten Jahre waren geprägt von gesundheitlichen Turbulenzen. Der Auslöser: eine erste Covid-Infektion Ende 2020. Immer wieder hatte die Tösstalerin mit Kopf- und Halsschmerzen sowie Schwindelgefühlen zu kämpfen.
Ihr Trainingsalltag in Davos, wo sie auch in einer Wohngemeinschaft lebt, wurde wiederholt beeinträchtigt. Trotzdem startete die Tochter der früheren Langlauf-Athleten Jeremias Wigger und Sylvia Wigger immer wieder an Rennen.
Bis zur Pause, welche die ehrgeizige Kämpferin einlegte – weil die Resultate stagnierten. Vor allem aber, damit die ewige Krankheitssaga ihr Ende findet.
Wigger war auch im Jahr ohne nur einen Wettkampf noch öfters krank. Und doch geht es ihr mittlerweile durch den langfristigen Trainingsaufbau deutlich besser.
«Seit dem Frühling fühle ich mich recht stabil. Ich habe diese Zeit gebraucht, muss aber weiter genau auf meinen Körper achten», sagt die C-Kader-Athletin.
Genauer Zeitpunkt offen
Ihre feste Absicht ist es aber, in dieser Saison ihr Renn-Comeback auf der Loipe zu geben. Ob dieses bereits zur Eröffnung mit dem Swiss Cup von Ende November in Ulrichen VS erfolgt, lassen Wigger und ihr sportliches Umfeld allerdings offen. Auch weil ihr Training immer noch von viel Auf und Ab geprägt ist.
«Der genaue Zeitpunkt wird laufend aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation und ihres Trainingszustands beurteilt», sagt die Schweizer Frauen-Cheftrainerin Karoline Braaten Guidon.