Die Wege der Lokalrivalen haben sich getrennt
Oberländer Zweitligisten
Der EIE hat eine Verjüngungskur hinter sich. Das wirkt sich aufs Ziel aus. Den Dürnten Vikings ist derweil ein Coup gelungen.
Die Dürnten Vikings starten am Samstag gleich mit ihrer weitesten Reise in die Meisterschaft. Der Zweitligist lanciert seine Saison rund 180 Kilometer vom Zürcher Oberland entfernt auf der offenen Eisbahn Ludains in St. Moritz.
Überhaupt sind die Vikings in der Anfangsphase vor allem auswärts am Werk: Zu vier der ersten fünf Spiele treten sie in der Fremde an. Neu spielen die Wikinger in der Gruppe 1. Gross umstellen müssen sie sich gleichwohl nicht.
Mit Ausnahme der am grünen Tisch aufgestiegenen Eisbären St. Gallen und Glarner EC sowie des SC Küsnacht kennen die Vikings alle Gegner bereits aus der letzten Saison.
Auf dieser lässt sich aus Dürntner Sicht aufbauen. Auf Platz 4 beendete die Mannschaft von Trainer Mischa Rüegg die Qualifikation. Und kämpfte sich damit nach zwei Abstiegsrundenteilnahmen zurück über den Trennstrich. Die Playoffs waren in den Achtelfinals indes schnell vorbei.
Zwei auffallende Personalien
Die Mannschaft der Vikings ist nochmals jünger geworden. Der Altersdurchschnitt beträgt nun 24 Jahre. Mit Peter Hofer (33), Thomas Hofer (28), Ramon Köfer (37), Robin Meier (26) und Olivier Mütsch (35) sind wiederum mehrere erfahrene Spieler von Bord gegangen, wobei Mütsch den Vikings als Assistent von Headcoach Mischa Rüegg erhalten bleibt. Zur Verfügung steht dem Duo aber lediglich ein knappes Kader.
Zwei Personalien fallen derweil auf. Nach vielen Jahren, in denen er mit seiner Energie die gegnerischen Abwehrreihen geplagt hatte, spielt Mario Senn nun in der Verteidigung.
In der Defensive spielt auch der prominenteste Vikings-Zuzug – Nicolas Marzan. Der 32-Jährige war zuletzt zwei Jahre in der MHL beim EHC Bülach engagiert, zuvor dirigierte Marzan als Captain jahrelang den EHC Wetzikon.
Noch eine Woche länger bis zum Meisterschaftsstart dauert es beim EHC Illnau-Effretikon, der weiterhin in der Gruppe 2 spielt. Was wiederum heisst: Oberländer Derbys gibt es heuer also keine mehr. Zumindest nicht in der Qualifikation.
«Klar ist das schade», bedauert EIE-Assistent Christian Anderegg. «In Derbys hat es jeweils ja auch viele Fans.» Im Gegensatz zu den Dürntnern haben die Effretiker gleich acht neue Gegner, darunter mit Chiasso und Ascona auch zwei aus dem Tessin.
Der EIE-Kader hat einige Veränderungen erfahren. Und an Substanz eingebüsst. Elf Neuzuzüge stehen im Team des bewährten Trainerduos Gianni Dalla Vecchia und Christian Anderegg. Unabhängig von ihrer Position ist fast allen Neuen gemeinsam, dass sie zwischen 19 und 21 Jahre jung sind.
Einzige Ausnahme: Mit Sven Bruggmann (29) ergänzte der EIE seine routinierte Abwehr mit einem gestandenen Zweitliga-Spieler.
Der Topskorer ist weg
Auch in der Offensive bringen die Oberländer weiterhin zwei Blöcke mit erfahrenen Stürmern aufs Eis. Der EIE aber hat Federn gelassen. Eine Handvoll arrivierter Kräfte wird ihm nicht mehr zur Verfügung stehen – darunter etwa der Topskorer der letzten Saison, Philip Beeler.
Assistent Anderegg sagt nach der Verjüngung: «An Punkten haben wir einen extremen Qualitätsverlust erlitten, nicht aber an Hunger.»
Nach zuletzt zwei verlorenen Ostschweizer Finals in Serie spricht man beim EIE nicht mehr vom möglichen Titelgewinn. Man ist sich bewusst: Die Integration der vielen jungen Spieler braucht Zeit.
