Seine Rolle ist mehrfach speziell
Ustermer Torhüter
Nicola Brütsch hat seinem Stammklub immer die Treue gehalten. Und er ist überzeugt: Der UHC Uster kann auf die enttäuschende letzte Saison reagieren.
Diese Vorgabe dürfte kaum zu unterbieten sein. Was sein Gutes hat, wie Nicola Brütsch findet. «Wir haben nichts zu verlieren», sagt der Torhüter des UHC Uster vor der am Samstag beginnenden Meisterschaft.
Schlechter als vergangene Saison kann es für die Ustermer in der Tat kaum laufen. Nur fünf Siege gelangen ihnen in der NLA-Qualifikation. Der letzte Platz war so nicht zu vermeiden, inklusive des erneuten Gangs in die Playouts.
Uster schoss zu wenige Tore, musste zugleich aber am drittmeisten einstecken. Sechs Gegentreffer waren es pro Spiel im Schnitt. Dass Siege mit dieser Quote schwierig zu realisieren sind, ist klar.
«Wir hatten viel Theorie, haben mehrere defensive Schwerpunkte gelegt», sagt Brütsch über die Vorbereitung. Er will seinen Teil zur Stabilisierung der Defensive beitragen. Im Frühling hat der in Uster aufgewachsene und mittlerweile in Wolfhausen lebende Spieler den Vertrag mit seinem Stammklub verlängert. Nun startet er in seine bereits siebte Saison mit dem Ustermer Fanionteam.
Nachdem er in den Anfangszeiten nur wenig spielte, ist Brütsch seit mehreren Saisons die Nummer 1 und überzeugt mit seiner Konstanz. «Nicola ist zu einem der Top-Torhüter der Liga aufgestiegen», lobt Sportchef Markus Kulmala. Selbstverständlich ist daher für ihn, «dass seine weitere Verpflichtung für unser Team sehr wichtig ist».
Mit 27 gehört Brütsch zu den wenigen älteren Spielern im Kader. Der Leistungsträger nimmt die damit einhergehende Verantwortung wahr und bringt seine Erfahrung ein. Auf dem Feld, aber auch in der Garderobe.
Wie er das macht? Indem er die Teamkollegen in schwierigen Phasen beispielsweise an die Wichtigkeit der Körpersprache erinnert. Oder appelliert, von Einsatz zu Einsatz zu denken. «Denn im Unihockey geht es halt schon sehr schnell.» Auch hohe Führungen sind keine Garantie für Siege mehr.
Die Emotionen bleiben aussen vor
Als Goalie hat Brütsch sowieso schon eine spezielle Rolle inne, ist er doch als Einziger permanent im Einsatz. Seine Gefühlslage ist ihm dabei kaum je anzumerken. «Auf dem Feld bin ich relativ emotionslos», sagt er. Was nicht heisst, dass ihn schwierige Phasen nicht beschäftigen würden.
Obwohl sich die Ustermer in den letzten vier Saisons nur einmal für die Playoffs qualifizieren konnten, stand Brütsch nie vor einem Klubwechsel. Das hat auch damit zu tun, dass ihm die Entwicklung im Verein grundsätzlich gefällt. «Wir arbeiten hart, wir werden besser», sagt er und hat für sich entschieden: «Davon will ich auch ein Teil sein.»
Brütsch ist überzeugt, dass der UHC Uster heuer eine erheblich bessere Rolle einnehmen kann. Nach der letzten Saison haben die Ustermer früh wieder mit dem Training begonnen. «Wohl so früh wie noch nie, seit ich dabei bin», sagt Brütsch. «Entsprechend gut vorbereitet sind wir.»
Talent allein reicht nicht mehr
Zahlreiche Punkte sprechen aus seiner Sicht für einen Aufschwung. Die Mannschaft, in der mit Pascal Schmuki und Claudio Schmid zwei Nationalspieler stehen, ist nicht nur breiter besetzt, sondern auch qualitativ besser. Die neu verpflichteten Schweden Johannes Wilhelmsson und Ted Nivestam, die stärker sind als ihre Vorgänger Joona Alatorvinen und Jacob Kauppinen, tragen dazu bei. Aber auch der Umstand, dass die Jungen sich weiterentwickelt haben und aus der U21 starke Spieler hinzustiessen.
Was Brütsch besonders gefällt: «Wir haben viel mehr Konkurrenz im Team. Talentiert sein allein genügt nicht mehr, das merkt man in den Trainings. Die Spieler geben viel mehr Gas.» Die deutlich verbesserte Trainingsqualität macht ihm ebenso Mumm wie die Auftritte in den Tests gegen Ligagegner, die ihm zeigten: «Wir können gegen viele Gegner mithalten.»
Die Hoffnung auf eine gute Saison ist gross in Uster, das Hauptziel derweil ehrgeizig. «Wir wollen erstmals ein Playoff-Spiel gewinnen», sagt Brütsch. Was bedeutet: Der Sprung in die Top 8 soll nur ein Zwischenschritt sein.
