Ein Dominator und ganz viel frischer Wind
Oberländer Laufserie, 5. Etappe
Jens-Michael Gossauer vom LC Uster war beim 5-Tage-Berglauf-Cup erneut nicht zu bezwingen. Bei den Frauen holte sich Gloria Müller den Gesamtsieg.
Jens-Michael Gossauer – wer sonst – hat bei den Männern die Gesamtwertung des 5-Tage-Berglauf-Cups gewonnen. Der bald 31-Jährige vom LC Uster entschied erwartungsgemäss auch die Schlussetappe vom Freitag, von Steg aufs Hörnli hinauf, für sich.
Seine Bilanz bei total vier Starts ist damit makellos. Und: Gossauer machte damit den Titel-Hattrick perfekt. Insgesamt sind es inklusive des Erfolgs im Jahr 2019 sogar vier Gesamtsiege.
Auf dem letzten Teilstück über 3,6 Kilometer mit 364 Höhenmetern brauchte der Dauersieger 22:12 Minuten. Er lief damit wiederholt ein einsames Rennen.
Auf den nächsten Plätzen folgten der Wädenswiler Fabian Zehnder und Martin Bader aus Hombrechtikon. Beide verloren bereits über eine Minute auf Gossauer, der tags zuvor die 4. Etappe ausgelassen hatte.
Ein gutes Training für Gossauer
Dabei gab sich der Nationalkader-Duathlet erneut durchaus selbstkritisch. «Mir hat der letzte Biss gefehlt», vermerkte er.
Ein Grund dafür war, dass ihm ein ernsthafter Konkurrent wie beispielsweise Stephan Wenk auf den einzelnen Strecken fehlte. Der Bertschiker Trailläufer startete zwar einmal, allerdings am Donnerstag, also ausgerechnet auf dem Abschnitt, wo Gossauer eine Auszeit einlegte.
Trotzdem nimmt Gossauer den 5-Tage-Berglauf-Cup als «gutes Training» für den weiteren Verlauf der Saison mit.
In der Gesamtwertung folgten hinter dem Läufer des LCU der für die TG Hütten laufende Vorarlberger Bader sowie Levin Kunz. Der 17-jährige Biathlet aus Wald war in der letzten Etappe nicht mehr gestartet.
Vorjahressiegerin Gubler wird Zweite
Etwas enger war die Entscheidung in der Gesamtwertung bei den Frauen. In dieser setzte sich letztlich Gloria Müller durch. Die Zentralschweizerin benötigte für die Schlussetappe 26:34 Minuten und distanzierte dadurch Lisa Gubler vom LC Uster und die erst 16-jährige Rachel Miller recht deutlich.
Und die Gesamtsiegerin beerbte damit auch Gubler, die im Vorjahr noch obenaus schwang. Zur letzten Etappe sagte die geschlagene LCU-Läuferin: «Ich bin es aufgrund der Hitze etwas dosierter angegangen.»
Müller entschied derweil insgesamt drei Teilstücke für sich. Einzig am Donnerstag musste sie sich Triathlon-Profi Alissa König beugen. Die Dürntnerin hatte sich zuvor spontan entschieden, den Klassiker auf den Bachtel zu bestreiten.
Junge bringen frischen Wind
Zu den positiven Überraschungen der diesjährigen Laufserie gehörte zweifellos die junge Triathletin Miller. Die Ustermerin trat an sämtlichen Tagen an und reihte sich stets auf den Plätzen 3 bis 5 ein.
Miller steht damit sinnbildlich für eine junge Generation an Läuferinnen. «Gerade bei den Frauen ist ein frischer Wind zu spüren», freute sich der neue OK-Präsident Christof Münch.
Überhaupt zieht Münch eine positive Bilanz von seiner Premiere. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Es wurde mir aber auch einfach gemacht», sagte er. Und verwies auf das eingespielte und erfahrene Organisationskomitee.
Das bewährte Konzept des 5-Tage-Berglauf-Cups möchte er fortführen. «Wir wollen aber noch mehr Leute erreichen. Es gibt viele, die den Anlass nicht kennen», ist er überzeugt.
Und doch: Münchs immense Bemühungen im Vorfeld – er schrieb unter anderem über 100 Vereine an – trugen bereits erste Früchte. 357 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in der aktuellen Ausgabe. Und damit einige mehr als noch im Vorjahr.
Dazu zählte auch die erwähnte Spitzentriathletin Alissa König. Oder aber die Walder Biathlon-Brüder Gion und Sebastian Stalder, die beide das erste Teilstück von Wald zur Farneralp bestritten – und dort nur von Dauertriumphator Gossauer bezwungen wurden.