Der Dauersieger gewinnt auch seine Lieblingsetappe
3. Etappe der Oberländer Laufserie
Er findet sie die coolste Teilstrecke. Und kennt da jeden Zentimeter. Kein Wunder, setzte sich Jens-Michael Gossauer im Lauf zum Rosinli durch.
So nahe ist ihm diese Woche bisher noch keiner gekommen. Wobei nahe dann doch relativ ist bei einem Vorsprung von 78 Sekunden, den Jens-Michael Gossauer am 5-Tage-Berglauf-Cup auf der knapp vier Kilometer langen Strecke von Kempten durchs Kemptner Tobel zum Rosinli herauslief.
«Ich war nicht so spritzig wie auch schon», urteilte der Etappensieger. «Schon bei den ersten Wurzeln musste ich schauen, dass ich nicht stolpere.» Der Athlet des LC Uster wollte das Tempo nochmals steigern in der Schlussphase seiner Lieblingsetappe, über die er sagt: «Hier kenne ich jeden Zentimeter.» Er realisierte aber: Da kommt nichts mehr.
Die Konkurrenz hielt der Titelverteidiger dennoch souverän in Schach. Seine Bilanz diese Woche ist makellos: Dritter Start, dritter Sieg.
17:46 Minuten benötigte der bald 31-jährige Nationalkader-Duathlet am Mittwochabend vom Start bis zum Ziel. Dieses lag nicht nur an einem neuen, sondern auch etwas speziellerem Ort – am Eingang zur Gartenbeiz im Rosinli. Gossauer gefällt die Änderung: «Die Aussicht ist besser und es hat mehr Leute.»
Kunz setzt den Aufwärtstrend fort
Während der Platz ganz vorne durch Dauersieger Gossauer vergeben ist, gibt es bei den Männern auf den weiteren Podestplätzen jeweils durchaus Abwechslung. Im dritten Teilstück schnappte sich der 17-jährige Levin Kunz den 2. Platz – trotz «schweren Beinen». Der Walder Biathlet setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Er wurde zum Auftakt Elfter, danach Dritter, nun also klassierte er sich direkt hinter dem Gewinner.
«Das Tempo war gut, ich konnte mithalten», sagte Kunz über die Anfangsphase, in der er zusammen mit Gossauer lief. Doch bald merkte der Walder: «Ich muss loslassen.» Kunz ist in der Gesamtrangliste auf Platz 2 in Lauerstellung – zumindest theoretisch. Gossauer hat zwar angekündigt, am Donnerstag zu pausieren. Am Freitag will er aber nochmals antreten und käme so auf die für die Gesamtwertung nötigen vier Etappen. Der dritte Sieg hintereinander – also der Titel-Hattrick – ist ihm kaum mehr zu nehmen.
Offen präsentiert sich dagegen die Ausgangslage bei den Frauen. Neue Gesamtführende ist Gloria Müller. Die Zentralschweizerin doppelte nach ihrem Sieg in der 2. Etappe tags darauf nach. Müller löste an der Spitze Lisa Gubler vom LC Uster ab, die in der 3. Etappe fehlte.
Etwas weniger als eine Minute nach Müller erreichte Giulia Mazzotti als Zweite das Ziel. Für die Zürcherin wird es die einzige Etappe in dieser Woche bleiben, wie sie bedauerte. «Leider liegt nicht mehr drin.»
Mazzotti war besonders vom Zielgelände angetan. «Das ist ein sehr, sehr schöner Ort mit einer Superaussicht», schwärmte sie. Und schränkte zugleich lachend ein, nicht alles uneingeschränkt geniessen zu können. Zu sehr hatte sich die Läuferin zuvor verausgabt. Dass sie etwas leiden musste, kann nicht überraschen: Mazzotti war mit dem Velo von Küsnacht zum Start in Kempten gefahren.
So geht es am Donnerstag weiter
4 Von Wernetshausen zum Bachtel
Distanz: 3,6 km
Höhenmeter: 364 m
Steigung: 10 Prozent