Er siegt einfach immer weiter
2. Etappe an der Oberländer Laufserie
Jens-Michael Gossauer baut seine Erfolgsserie am 5-Tage-Berglauf-Cup aus. Der Sieg im Teilstück zum Sonnenhof war der bereits zehnte in Serie.
Es scheint schon fast ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. Steht Jens-Michael Gossauer in einer Etappe des 5-Tage-Berglauf-Cups am Start, ist er am Schluss der Erste im Ziel. Die Dominanz, die der Athlet des LC Uster bei seinen zwei Gesamtsiegen in den Jahren 2022 und 2023 an den Tag legte, zieht er heuer nahtlos weiter. Sein Triumph in der zweiten Etappe von Bauma zum Sonnenhof war sein zehnter Etappenerfolg in Serie.
Ein lockeres Training wars trotz Solosieg und fast zwei Minuten Vorsprung keines, wie er sagte. «Ab etwa Kilometer 2 wars am Limit», sagte Gossauer. Die hohen Temperaturen dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Der bald 31-Jährige erträgt die Hitze nicht so gut. Seine Strategie am Dienstag: Bevor er nach Bauma fuhr, duschte das Mitglied des Duathlon-Nationalkaders eiskalt.
Klar ist, Gossauer hat längst wieder eingespurt Richtung Gesamtsieg. Und es ist nur schwer vorstellbar, dass der zweifache Duathlon-Vizeweltmeister über die Langdistanz noch ernsthafte Konkurrenz erwächst. Denn bei den Waldern Biathlon-Brüder Sebastian und Gion Stalder, die am Montag das Podest mit den Rängen 2 und 3 komplettiert hatten, war von Anfang an klar, dass sie nicht die vier nötigen Etappen für die Gesamtwertung absolvieren werden. So waren sie denn auch am Start in Bauma nirgends auszumachen.
Kunz macht einen Satz nach vorne
Die Absenz der Profibiathleten machte sich am Dienstabend beispielsweise Martin Bader zu Nutzen. Der für die TG Hütten laufende Vorarlberger beendete das zweite Teilstück der Oberländer Laufserie auf Rang 2, nachdem er am Vortag Fünfter geworden war. Er habe sich danach vorgenommen, mehr zu riskieren, «sodass ich oben fix und fertig bin». Baders Plan ging auf, weshalb er feststellte: «Ich bin sehr zufrieden.»
Einen noch grösseren Sprung nach vorne machte derweil der Walder Levin Kunz. Er wurde Dritter und klassierte sich damit um acht Plätze besser als beim Rennen auf die Farneralp. Viel mehr wäre wohl kaum möglich gewesen, vermutete Kunz hinterher und sagte zur Schlussphase: «Ich lief völlig blau.»
Bei den Frauen absolvierte die 4,3 km lange Strecke, in der sich steile Passagen mit Flachstücken abwechseln, nicht etwa Titelverteidigerin Lisa Gubler am schnellsten. Die Athletin des LC Uster musste sich der Zentralschweizerin Gloria Müller beugen. Die Läuferin aus Unterägeri setzte sich deutlich durch. Sie liess die gesamte Konkurrenz um eine Minute und mehr hinter sich.
Ihr Erfolgsrezept? Müller hatte am Montag einen Ruhetag eingeschaltet. Das machte sich auf der 2. Etappe bezahlt. Und mit welcher Taktik hatte sie das Rennen angepackt? Die Siegerin lachte, ehe sie sagte: «Ich habe den Kopf ausgeschaltet.»
Obwohl ihr Vorsprung auf Lisa Gubler gross war, konnte Müller die letzte Rennphase nur bedingt geniessen. «Am Schluss war es hart», gab die Gewinnerin zu. «Es hat sich ganz schön hingezogen.»