Das ist bitter – der letzte Sprung wird Fuchs zum Verhängnis
Oberländer Springreiter Martin Fuchs
Ausgerechnet am Abschlusssprung produzierte der Bietenholzer Martin Fuchs noch einen Fehler. Damit verpasst er den Einzug ins Stechen.
Was für ein Drama, was für eine Enttäuschung. Martin Fuchs hat an den Olympischen Spielen im Einzelspringen den Einzug ins Stechen hauchdünn verpasst. Der Bietenholzer zeigte im Park des Schlosses Versailles auf Schimmel-Wallach Leone Jei eine bemerkenswerte Leistung. Er wurde dafür aber nicht belohnt.
Fuchs hatte gleich doppelt Pech. Schon nach kurzer Zeit rutschte der 32-Jährige mit dem linken Fuss aus dem Bügel. Unbeeindruckt von diesem Missgeschick, das er bis zum Schluss nicht mehr korrigieren konnte, zog der Oberländer seinen Ritt konzentriert durch.
Bis zum letzten Hindernis blieb er ohne Fehler. Und war somit drauf und dran, ins Stechen um die Medaillen einzuziehen, wie der unmittelbar vor ihm reitende Jurassier Steve Guerdat, der letztlich Silber holte.
Doch ausgerechnet beim Abschlusssprung unterlief Fuchs noch ein Fehler – der Traum von einer Olympiamedaille platzte. Der Bietenholzer, der am Montag in der Qualifikation des Einzel-Springens ohne Fehler geblieben war, beendete den Wettkampf auf Rang 10.
Ohne Chance, zurück in den Bügel zu kommen
Wie hat Fuchs das Missgeschick mit dem Bügel erlebt? Der Bietenholzer sagt, das Ganze sei passiert, als Leone Jei einen atypisch hohen Sprung machte, «weil er so weit weg sein wollte von der Stange.» In der Folge hatte Fuchs keine Chance mehr, zurück in den Bügel zu kommen.
«Ich habe es zweimal in einer Wendung versucht, ihn wieder zu kriegen, aber er war fast auf Kniehöhe. So war es sehr schwierig, den Parcours fertig zu reiten.»
Fuchs war sich vor dem Ritt schon nicht ganz sicher gewesen, wie er den letzten Sprung reiten wollte. Eigentlich hätte er ihn wohl aus der ersten Distanz und mit Schwung meistern wollen. Doch da er am linken Fuss ohne Bügel war, entschied er sich, etwas weiter auszuholen und die zweite Distanz zu nehmen. Sein Verdikt: «Aber ich habe es zu wenig gut ausgeführt.»
In seiner Karriere war Fuchs schon Europameister, Weltcup-Finalsieger, vor vier Jahren holte er zudem WM-Silber – auf seine erste Olympiamedaille muss er aber weiterhin warten.