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Stumps Medaillentraum platzt jäh

Nils Stump war mit hohen Erwartungen an die Olympischen Spiele gereist – und muss nun mit einer grossen Enttäuschung klar kommen.

Nils Stump greift sich an den Kopf. Er weiss, es ist vorbei.

Foto: Keystone

Stumps Medaillentraum platzt jäh

Ustermer Judoka

So brutal kann Judo sein: Nils Stump dominiert zwar seinen ersten Kampf in Paris, muss aber trotzdem als Verlierer von der Matte.

Das ist brutal: Für Nils Stump sind die Olympischen Spiele in Paris bereits vorbei. Der Ustermer ist in der Kategorie bis 73 Kilogramm bereits in der Startrunde ausgeschieden. Die Weltnummer 3 scheiterte an Erdenebayar Batzaya aus der Mongolei, gegen den er zuvor noch nie gekämpft hatte.

Bitter ist nicht nur das frühe Aus von Stump, der als Medaillenkandidat in den Wettkampf gestiegen war. Vor allem die Art und Weise der Niederlage dürfte den 27-Jährigen noch eine ganze Weile beschäftigen. Denn der Kämpfer des Judoclub Uster, der vor seinem Einsatz einen sehr entspannten Eindruck abgegeben hatte, machte eigentlich sehr vieles richtig.

Der in der Halle in Paris von über 40 Mitgliedern seines Clubs angefeuerte Stump trat von Anfang engagiert auf. Er griff konsequent an und agierte zugleich diszipliniert. Der Weltmeister von 2023 bestimmte den Kampf. Das einzige Manko: er konnte sich in der regulären Zeit nicht durchsetzen.

Im Golden Score geriet der Ustermer dann erstmals überhaupt in diesem Duell in eine brenzlige Situation. Und prompt gelang dem in der Weltrangliste auf Rang 26 liegenden Mongolen die entscheidende Wertung, die gleichzeitig Stumps Traum von einer Medaille jäh platzen zu liess.

«Es ist extrem enttäuschend»

Nur wenige Augenblicke nach der Niederlage trat Stump im SRF vors Mikrofon. Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben, nicht nur wegen der feuchten Augen. Der WM-Dritte von 2024 kämpfte denn auch mit der Fassung. «Es ist schwierig, das Ganze in Worte zu fassen», sagte er. «Ich bin für etwas anderes hierhin gekommen. Es ist extrem enttäuschend.»

Er sei eigentlich gut in den Kampf gestartet, bilanzierte Stump. «Ich habe angegriffen, habe meinen Griff gehabt und konnte dem Gegner auch zwei Strafen anhängen.» In der Verlängerung aber unterlief ihm ein «dummer Fehler», wie Stump sagte. «Im Judo ist es so, dass es schnell gehen kann, was keine Entschuldigung sein soll. Es darf auf keinen Fall passieren.»

Für den dreifachen Grand-Slam-Turniersieger Stump endeten also auch seine zweiten Olympischen Spiele unerwartet früh. Vor drei Jahren in Tokio war er nach einem Freilos zu Beginn ebenfalls in seinem ersten Kampf ausgeschieden.

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