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Sie hat alles zusammen, was sie braucht

Im Engadin spult Fabienne Schlumpf für die Sommerspiele viele Laufkilometer ab. Lagerkoller kommt dabei nicht auf – aus speziellem Grund.

Der Halbmarathon an der EM war für Fabienne Schlumpf ein Zwischenschritt auf dem Weg an die Sommerspiele.

Foto: Keystone

Sie hat alles zusammen, was sie braucht

Wetziker Marathonläuferin

Fabienne Schlumpf biegt nach dem erfolgreichen EM-Auftritt in der Olympia-Vorbereitung auf die Zielgerade ein. Langweilig wird es ihr dabei nicht.

Sie ist zurück in der Höhe. Genauer gesagt im Engadin, ihrer bevorzugten Trainingsdestination. Hier absolviert Fabienne Schlumpf in den nächsten Wochen grösstenteils den letzten Block ihrer bisher ideal verlaufenen Vorbereitung auf den Olympia-Marathon in Paris.

«Jetzt muss es nur noch so weitergehen», sagt Schlumpf. Der 11. August ist jener Tag, auf den die Wetzikerin seit Langem hinarbeitet. Zum zweiten Mal startet sie an einem Olympia-Marathon. Zur Erinnerung: An den Sommerspielen vor drei Jahren lief sie in Japan als drittbeste Europäerin auf Rang 12 – in ihrem damals erst zweiten Marathon der Karriere.

Mittlerweile hat die einstige Steeple-Spezialistin weitere Erfahrungen in der Königsdisziplin des Laufsports gesammelt und den Schweizer Rekord seit ihrem Debüt über 42,195 km zweimal verbessert. Zuletzt im Dezember in Valencia, als Schlumpf in 2:24:30 Stunden Rang 14 erreichte.

Es dürfte nicht ihr letzter Rekordlauf gewesen sein. Schlumpf traut sich selber zu, einst nahe an 2:20 Stunden zu laufen. Heuer bietet sich ihr hingegen kaum eine Chance, ihre Bestzeit zu verbessern. Mit Sicherheit nicht im Olympia-Rennen. Das wird taktisch geprägt sein. Und die Strecke mit den 400 Höhenmetern ist auch vom Profil her nicht geeignet für eine Topzeit.

Um Letzteres gehts an Olympia aber auch gar nicht. Was zählt, ist der Rang.

Der Abstecher zahlt sich aus

Die Platzierung steht an allen Titelkämpfen an erster Stelle. Auch wenn wie im Fall des EM-Halbmarathons in Rom das Rennen für Schlumpf für einmal nur Mittel zum Zweck war.

Auch ein Verzicht wäre eine Variante gewesen. Schliesslich kostet nicht nur das Rennen Kraft, sondern vor allem auch das ganze Drumherum an einem Grossanlass. Doch Schlumpf sagt nach ihrem 7. Platz in Italien über die EM: «Es war die richtige Entscheidung, daran teilgenommen zu haben. Es hat sich gelohnt.»

Die gelungene Olympia-Hauptprobe gibt ihr Mumm. Denn nicht nur mit dem Resultat ist Schlumpf happy. Zufrieden stellt sie vor allem auch die Umsetzung der vielen kleinen Dinge, die es für einen erfolgreichen Wettkampf braucht.

«Alles hat reibungslos funktioniert», freut sich die Oberländerin. Hat sie im Hinblick auf den Olympia-Marathon etwas speziell getestet? «Nein», sagt Schlumpf.

Ich kann vertrauen, dass es klappt.

Fabienne Schlumpf

Trainer und Freund Michael Rüegg und Schlumpf probierten vor den Sommerspielen in Tokio sehr vieles aus – beispielsweise im Zusammenhang mit hohen Temperaturen. Die eingesetzten Mittel wie ein eisgekühltes Stirnband oder die mit Kühlelementen versehenen Armlinge bewährten sich sowohl in Japan als auch danach an der EM in Deutschland.

«Wir haben unsere Tools zusammen», sagt Schlumpf. Das beruhigt sie. «Ich kann vertrauen, dass es klappt. Das gibt Sicherheit.»

Aus zwei mach zehn

Schlumpf kann sich also ganz aufs Sammeln von Kilometern in St. Moritz und Umgebung konzentrieren. Langweilig wird es ihr dabei nicht. Nicht nur die Auswahl an Strecken ist gross, wobei die 33-Jährige sich im Engadin längst sehr gut auskennt und viele Standardrunden zur Hand hat.

Häufig trainiert sie auch mit anderen. Wie diese Gruppen genau zustande kommen? Schlumpf lacht und gesteht: «Ich weiss es manchmal auch nicht so genau.» Von Vorteil ist sicher die hohe Dichte an Leistungssportlerinnen und -sportler, die in St. Moritz trainieren. «Manchmal hat man zu zweit abgemacht und steht dann zu zehnt da», sagt Schlumpf.

Die Bedeutung der Abwechslung ist nicht zu unterschätzen. «Es macht das Ganze mega kurzweilig, durchbricht quasi den Lagerkoller.»

Ein weiterer Faktor, den die Profiathletin als motivierend empfindet: «Es ist so schön da oben, das macht es wett, wenn man mal einen schlechten Tag einzieht.»

Gut für Schlumpf, gefällt es ihr auch im Zürcher Oberland ausgesprochen gut. Etwa Mitte Juli kehrt sie nämlich nach Wetzikon zurück. Um aus der Höhe zu kommen und die Vorbereitung im Flachland abzuschliessen. Und sich vor allem auch an die Hitze zu gewöhnen, die sie in Paris erwarten dürfte.

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