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Stehli mausert sich an der Tour de Suisse zum Uhrensammler

Der Oberländer Felix Stehli gehört an der Tour de Suisse zu den positiven Überraschungen. Und kommt garantiert nirgends mehr zu spät.

Der Oberländer über dem Walensee: Während rund 160 Kilometern war Felix Stehli am Montag auf der Flucht.

Foto: Keystone

Stehli mausert sich an der Tour de Suisse zum Uhrensammler

Bäretswiler an Landesrundfahrt

Felix Stehli fährt auf den ersten zwei Etappen ins Rampenlicht. Darum hat er an den Handgelenken auch keinen Platz mehr.

Nicht auszudenken, wenn er weiter so fährt. Dann geht dem jungen Oberländer der Platz an den Handgelenken aus, was er im SRF-Interview scherzhaft als «e chli müehsam» bezeichnet hat. Zwei Uhren hat Felix Stehli an der Tour de Suisse in den ersten zwei Renntagen schon gewonnen. Und noch stehen an der Landesrundfahrt sechs weitere Etappen auf dem Programm.

Der fehlende Platz ist ein Luxusproblem für den gebürtigen Bäretswiler. Mit seiner angriffigen Fahrweise und dem Mut, etwas zu wagen, ist er in der Startphase der Tour de Suisse eine der positiven Überraschungen.

Der Oberländer Uhrensammler hat bisher jedenfalls beste Werbung für sich betrieben für einen Vertrag bei einem höherklassigen Team. Aktuell ist der 23-Jährige beim Team Vorarlberg engagiert, einem Rennstall auf dritthöchster Stufe.

«All in» – wie angekündigt

Die Tour de Suisse fährt der Oberländer indes fürs Nationalteam. Viel hat sich Stehli für seine Premiere am wichtigsten Velorennen der Schweiz vorgenommen. Und bisher alles davon umgesetzt. Dank dem schnellsten ersten Kilometer schnappte er sich am Sonntag im Prolog die erste Uhr. Tags darauf folgte dann Nummer 2 mit dem Gewinn der Zwischensprintwertung.

Möglich ist letzteres nur, weil er wie erhofft in der Fluchtgruppe dabei war. Stehli hatte angekündigt, auf dem Weg von Vaduz nach Regensdorf «All in» zu gehen. Schliesslich führten die 177 Kilometer durchs Tösstal und Oberland, für Stehli war es also ein Heimspiel.

Schon kurz nach dem Start riss eine Handvoll Fahrer aus. Die Spitzengruppe mit Stehli prägte das Rennen, rund 160 Kilometer fuhr sie vorneweg, ehe sie 10 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde. Stehli beendet die Etappe schliesslich auf Rang 142, staunte danach aber über den wilden Ritt. «Unglaublich, dass es so aufgegangen ist.»

Erst mal noch die Beine fragen

Genug hat der Oberländer noch nicht. Nach einer auch aus gesundheitlichen Gründen misslungenen Tour de Romandie geniesst er es nun, dass er zeigen kann, was in ihm steckt.

Sein Vorhaben für die dritte Etappe am Dienstag ist unschwer zu erraten: gibt’s erneut eine Fluchtgruppe, will Stehli wieder Teil dieser sein.

Wobei er im Fernseh-Interview dann doch noch eine kleine Einschränkung einbaut: «Mal schauen, was die Beine dazu sagen.»

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