Vor dem Rennen blödelte sie, nachher machte sie ernst
Hinwiler Bikerin siegt
Vera Looser hat einen Auftakt nach Mass hingelegt. Sie triumphierte im ersten Weltcup-Marathonrennen der Saison in Tschechien.
Unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt in der Marathondisziplin hatte sie sich auf ihrem Instagram-Profil noch selber auf die Schippe genommen. «Ich würde sagen, es geht grossartig», schrieb Vera Looser zu einem Clip, auf dem zu sehen ist, wie die Hinwilerin am Wettkampfort in Nove Mesto eine steile und mit groben Steinen durchsetzte Passage hinunter rennt. Anstatt zu fahren.
Im Rennen selber verstand Looser dann in Tschechien aber keinen Spass mehr. Und machte ernst. Das kriegten vor allem die Gegnerinnen auf der 123 Kilometer langen Strecke, die in zwei Runden um das Biathlonstadion führte, zu spüren.
Die Konkurrentinnen liess die aktuelle Weltnummer 1 im Marathon allesamt hinter sich. An der Spitze ging es allerdings knapp zu und her. Die Top 3 erreichten nach etwas weniger als sechs Stunden Rennzeit innerhalb von rund einer Minute das Ziel.
Am nächsten kam Looser die letztjährige Gesamtweltcup-Siegerin Lejla Njemcevic. Auf die bosnisch-herzegowinische Bikerin holte die 31-jährige Gewinnerin 29 Sekunden Vorsprung heraus. Auf Rang 3 fuhr die Niederländerin Rosa van Doorn.
Für die in Namibia aufgewachsene Looser war es der zweite Weltcup-Sieg auf der Langstreckendistanz. Ihre Premiere hatte sie 2023 gefeiert. Damals hatte die zweifache Olympia-Starterin im französischen Morzine triumphiert. Im selben Jahr hatte Looser auch das Cape Epic gewonnen, das bekannteste Mountainbike-Rennen der Welt.
