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Sie verschafft sich neue Perspektiven

In ihrem neuen Umfeld blüht Alissa König auf. Das hat dazu geführt, dass die Triathletin schon jetzt weit über diese Saison hinausblickt.

Alissa König (hier an der EM 2023) ist zurück in der Erfolgsspur. Der Sieg im Europacup von Caorle soll erst der Anfang sein.

Foto: Swiss Triathlon

Sie verschafft sich neue Perspektiven

Triathletin Alissa König aus Dürnten

Alissa Königs Schritt ins Ausland macht sich langsam bezahlt. Erstmals hat sie ein Europacup-Rennen gewonnen. Nun denkt König gar an Olympia 2028.

Diese Siegpremiere im Europacup kam unerwartet. Bis kurz vor dem Rennen im italienischen Caorle hatte Alissa König in der Höhe trainiert. Am Wettkampftag selber vermisste die Dürntnerin dann die Energie.

Das Schwimmen fühlte sich nicht gut an. Auch auf dem Velo ging es ihr kaum besser, sodass sich die Triathletin kurzzeitig fragte: «Wie bitte soll das gut gehen?» Doch sobald sie in die Laufschuhe geschlüpft war, machte es klick. Schon in der ersten Runde riss König eine beträchtliche Lücke zur Konkurrenz auf, bis ins Ziel lief sie einen Vorsprung von über einer halben Minute auf die erste Verfolgerin heraus.

Im Ziel überkamen König die Gefühle. Die Emotionen wurden in erster Linie nicht durch den Triumph ausgelöst. Den relativiert sie: «Man muss sich bewusst sein: Es ist der Europacup, nicht das höchste Niveau.»

König war vielmehr so ergriffen, weil sie wieder Vertrauen in ihren Körper spürte. Sie realisierte dazu, dass sich ihr Wagnis, auf ein neues Umfeld zu setzen, auszahlte. Und sich ihr neue Perspektiven bieten, die sie mit den Worten anpackt: «Die Reise kann weitergehen.»

Alissa König nach dem Sieg am Europacup.
Von den Gefühl ergriffen: Alissa König kurz nach dem Zieleinlauf bei ihrem Sieg im Europacup.

Dabei schien Königs Reise als Spitzensportlerin vor wenigen Monaten zu Ende. Nach zwei verletzungsreichen Jahren, in denen sie bisweilen an der Startlinie stand und sich fragte: «Was mache ich eigentlich hier?»

Solche Gedanken hat sie keine mehr. Königs Feuer brennt wieder, seit sie Anfang Jahr zu den Coaches Joel Filliol und Drew Box nach Girona wechselte. «Es war der richtige Entscheid», sagt König. Und gibt zu, dass sie überrascht ist, wie gut es läuft – trotz neuer Philosophie.

Jahrelang hatte sie unter der Maxime trainiert, in jeder Einheit ans Limit zu gehen. «Dieses Pushen ans Limit, das machen wir nie. Nun machen wir alles kontrolliert.» Die zweite grosse Umstellung neben der veränderten Intensität ist: König trainiert neu in einem Team. Egal, in welcher Disziplin, sie ist nie allein.

Am Horizont lockt Olympia 2028

Drei Wettkämpfe absolvierte König diese Saison bisher. Im Weltcup wurde sie in Hongkong 16., danach folgten mit den Rängen 7 und 1 zwei gelungene Europacup-Rennen.

Der erste Sieg auf dieser Stufe bringt ihr allerdings im Kampf ums Olympia-Ticket nichts. Um sich in letzter Sekunde überhaupt noch ins Gespräch zu bringen, müsste sie im Weltcup aufs Podest laufen. Das ist ihr bisher nie gelungen. Ihr Bestresultat – ein 4. Rang 2021.

Dass ich wieder so Freude gefunden habe, zieht jetzt alles weiter.

Alissa König

Bald läuft die Qualifikationsphase für Paris im Triathlon ab. Eine Chance hat König noch – am Weltcup-Rennen im usbekischen Samarkand. Die 28-Jährige aber ist Realistin, die diesjährigen Spiele dürften ohne sie stattfinden.

Ursprünglich waren diese als Schlusspunkt ihrer Karriere gedacht. Am Horizont lockt jedoch Olympia 2028. König sagt: «Dass ich wieder so Freude gefunden habe, zieht jetzt alles weiter.»

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