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Wenn die EM vor der Haustür ist

Die europäische Squash-Elite macht Halt in Uster. Mit dabei ist ein Quintett aus dem Oberland und dem Glattal.

David Bernet ist einer aus dem Ustermer Trio, das an der Team-EM für die Schweiz im Einsatz steht.

Archivfoto: Alex Kühn

Wenn die EM vor der Haustür ist

Katzensprung zum Grossanlass

An der Team-EM in Uster stehen mehrere Spielerinnen und Spieler aus der Region in den zwei Schweizer Teams. Die Männer peilen eine Medaille an.


Die Schweizer Teams: Mehr Lokalkolorit geht nicht

Einen besseren Austragungsort für die Team-EM als Uster hätte es aus Schweizer Sicht kaum geben können. Denn die Region ist in beiden Equipen überaus stark vertreten. Bei den Männern kommen drei der fünf Spieler aus dem Oberland und dem Glattal. Dimitri Steinmann ist aus Dübendorf, Robin Gadola und David Bernet bestreiten als Ustermer vom 1. bis 4. Mai gar ein Heimspiel und dürften viele Gesichter im Publikum kennen.

Bei den Schweizer Frauen haben mit Céline Walser aus Uster und der Pfäffikerin Cindy Merlo zwei Spielerinnen des Quartetts ebenfalls einen kurzen Anreiseweg. Für sehr viel Lokalkolorit an den kontinentalen Meisterschaften ist also gesorgt. Und die einheimischen Fans dürfen durchaus mit einem Schweizer Medaillengewinn liebäugeln. Den Schweizer Männern ist einiges zuzutrauen. Sie gewannen 2023 mit dem Team EM- und WM-Bronze. Beides waren Premieren.

Entsprechend ambitioniert steigt das Quintett in die EM. Der in Squashkreisen als Swiss Rocket bezeichnete Nicolas Müller (PSA 23) führt die Schweizer an, Steinmann ist die Nummer 2. Auch der Dübendorfer hat einen Spitznamen: the Jet. Hinter Yannick Wilhelmi liefern sich der erfahrene Robin Gadola (29) und der aufstrebende David Bernet (19) ein Ustermer Duell um den vierten Platz.

Teamleaderin bei den Schweizerinnen ist Cindy Merlo. Die Oberländerin ist auf Platz 54 die derzeit am besten klassierte Schweizerin in der Weltrangliste. So hoch fliegen wie ihre männlichen Kollegen dürften die Frauen nicht. Sie streben einen Platz in den Top 8 an. An der letzten EM in Helsinki klassierten sie sich auf Rang 6.


Die Geschichte der Team-EM: In Uster feiert man ein Jubiläum

Es ist ein überraschender Umstand, wenn man bedenkt, dass Squash ein Einzelsport ist. Doch die Einzel-EM hat erst seit 1990 einen fixen Platz im Kalender, während die Team-Europameisterschaften schon sehr viel länger etabliert sind. Seit 1973 werden sie bereits ausgetragen, mit England als grossem Dominator. Nur in zwei Jahren wurden keine Team-Medaillen vergeben. 2020 und 2021 fielen die Wettkämpfe der Pandemie zum Opfer. Nun findet der wichtigste europäische Team-Anlass im Squash nach 1990 (Zürich) zum zweiten Mal überhaupt in der Schweiz statt. Die Austragung in Uster ist zugleich ein Jubiläum, es ist die 50. Team-EM.

37 Teams aus 23 Nationen sind an den vier Tagen in zwei Stärkeklassen im Einsatz. Je acht Teams spielen in der Division 1, zu der auch die Schweizer Equipen gehören. Die Division 2 besteht bei den Männern aus zwölf Teams, bei den Frauen lediglich aus neun.

Die Schweizer Männer treffen am Mittwoch und Donnerstag in der Gruppe B auf den letztjährigen EM-Silbermedaillengewinner Frankreich, Deutschland und Tschechien. Die Schweizer Frauen sind auch in der Gruppe B eingeteilt. Ihre Gegnerinnen in der Round Robin, nach der sich die zwei Topteams der zwei Gruppen jeweils für die Halbfinals qualifizieren, heissen Wales, Schottland und Belgien. Die Belgierinnen können in Uster wie die englischen Männer auf ein Duo aus den Top Ten der Welt zurückgreifen. Die am besten klassierte Spielerin des gesamten Felds ist ebenfalls Belgierin und heisst Nele Gilis (PSA 4).


Fakten zum Anlass: Sogar Hilfe aus Ungarn

Vier Tage lang steht das Buchholz-Areal ganz im Zeichen der Team-EM. Die Partien werden an zwei Orten ausgetragen – in der Squasharena, wo der einzige Glascourt der Schweiz steht, sowie im davon nur wenige Minuten entfernten Sportcenter Blue Point. Dazu steht den Spielerinnen und Spielern die Buchholz-Halle zur Verfügung – als Rückzugsort oder zum Aufwärmen.

Rund 80 Freiwillige sind in über 220 Schichten im Einsatz, rund 1200 Arbeitsstunden dürften sie leisten. Woher stammen all diese Helferinnen und Helfer? Natürlich sind sehr viele Mitglieder des Squashclubs Uster darunter, der zusammen mit der Squasharena sowie dem Blue Point als Veranstalter fungiert. Dazu kommen zahlreiche Personen aus anderen Schweizer Squashklubs sowie Freiwillige aus dem Ausland, die Freude daran haben, am «bisher grössten internationalen Anlass auf der Sportanlage Buchholz» mitzuwirken, wie die Veranstalter vermelden. So haben sich beispielsweise Personen aus Frankreich und Ungarn gemeldet, um in Uster anzupacken.

Der Lohn der Helferinnen und Helfer neben all den Eindrücken und interessanten Begegnungen: Sie können sich gratis verpflegen und erhalten je nach Anzahl ihrer Einsätze ein T-Shirt oder einen Kapuzenpulli. Gut für das Portemonnaie der Zuschauerinnen und Zuschauer ist derweil: Der Eintritt ist frei.

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