Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

Wetzikon jubelt über den Meistertitel

Der EHC Wetzikon holt mit dem 4:3 gegen den HCV Sion den entscheidenden dritten Sieg in der Finalserie.

Jetzt ist der Pokal in ihrem Besitz – die Wetziker Jubeltraube.

Foto: Christian Merz

Wetzikon jubelt über den Meistertitel

Der perfekte Abschluss

Diese Chance hat sich der EHC Wetzikon nicht mehr entgehen lassen: Er nützt den ersten Meisterpuck daheim vor fast 2600 Fans und holt den «Chübel».

Auf den Tribünen ist man erstaunt. Und auf der Wetziker Bank schauen sich Spieler und der Staff bei der Durchsage verblüfft an. Rund sieben Minuten vor Schluss des vierten Finalspiels zwischen Wetzikon und Sion orientiert der Speaker die fast 2600 Fans über den Ablauf der Medaillenvergabe.

Nur: Es steht zu diesem Zeitpunkt 3:3 – noch kann alles passieren. Nur wenige Augenblicke später geschieht aber das, was sich die Fans sehnlichst wünschen. Und was EHCW-Trainer Roger Keller hinterher so beschreibt: «Bumm, machen wir sie! Als hätte der Speaker eine Vorahnung gehabt.»

Dem EHC Wetzikon gelingt das Tor zum 4:3, nachdem er zuvor schon zweimal einen Vorsprung wieder verspielt hat. Die Zeit zerrinnt langsam. In der Schlussminute treffen die Gäste noch den Pfosten, nach dem Schreckmoment ist das Spiel dann aber vorbei.

Die Wetziker Spieler stürmen aufs Eis, ihre Handschuhe segeln durch die Luft.

Meisterfeier des EHC Wetzikon nach dem 4:3 Sieg gegen den HCV Sion.
Aus und vorbei: Die Wetziker Spieler entern das Eis nach der Schlusssirene.

Es ist vollbracht: Der EHCW ist Schweizer Meister der 1. Liga, sechs Jahre nach seinem letzten Titelgewinn. Das 4:3 ist der dritte Wetziker Sieg hintereinander gegen den HCV Sion. Alle Erfolge waren hart umkämpft, alle kamen sie nur dank ausserordentlichen Willensleistungen zustande.

3:1 setzt sich der Oberländer Erstligist in der Finalserie gegen Sion durch. Und Trainer Keller sagt danach: «Wir wollten das heute beenden. Es ging auf. Was gibt es Schöneres, als den Titel daheim feiern zu können?»

«Es ist schlicht wahnsinnig»

Für den EHC Wetzikon endet die Meisterschaft also mit einer rauschenden Party. Und der Genugtuung, alle Ziele erreicht zu haben. Vor zwei Wochen haben die Wetziker die Ostgruppe gewonnen und dadurch den Aufstieg in die höchste Amateurliga MHL geschafft. Nun bringen sie wie erhofft auch noch den «Chübel» in ihren Besitz.

«Es war eine überwältigende Saison mit vielen Emotionen und dem bestmöglichen Ende», freut sich Hanspeter Sahli und schwärmt: «Es ist schlicht wahnsinnig.»

Der Präsident steht auf dem Eis, geniesst den Moment in vollen Zügen. Um ihn herum kurven auch eine Stunde nach dem Ende der Partie die Spieler. Sie posieren mit dem Pokal lassen sich von den Fans herzen.

Denis Vrabec ist besonders begehrt. Er ist der Stürmer, der mit einem Schuss, in den er gefühlt alle Kraft der Welt gelegt hat, das siegbringende 4:3 erzielt.

So fiel das Wetziker Tor durch Denis Vrabec in der 53. Minute. (Handyvideo: Martin Weber)

«Was soll ich auch sagen?», sucht der mit einem Bier und einer Zigarre ausgerüstete Meistermacher nach Worten. Er ist umringt von Gratulanten. Und übermannt von den Emotionen.

«Jeder hilft in diesem Team jedem, das spiegelt sich auf dem Eis wieder. Es war auch heute von A bis Z eine Teamleistung», sagt er. «Jetzt gibt es kein Morgen», prophezeit er und stürzt sich wieder ins Getümmel.

Meisterfeier des EHC Wetzikon nach dem 4:3 Sieg gegen den HCV Sion.
Siegtorschütze Denis Vrabec (Mitte), umrahmt von Captain Thomas Mettler (links) und Dennis Urech.

Die Wetziker haben einen interessanten Weg zum Triumph hinter sich. Es ist von Beginn weg klar, dass im routinierten Team – 13 Spieler sind 25 oder älter – das Potenzial steckt, um erfolgreich zu sein. Doch dem EHCW haftet eben auch das Etikett an, launenhaft zu sein, zu wenig aus den Möglichkeiten zu machen.

Gegen Ende der Qualifikation geraten die Oberländer prompt in unruhiges Fahrwasser, ihre Leistungen sind unkonstant. In dieser Phase entscheidet man sich bei den Wetzikern, sich von Christian Modes zu trennen. Der Winterthurer hat zu diesem Zeitpunkt einen Vertrag als Geschäftsführer des EHC Arosa unterschrieben und hätte Ende Saison als Trainer sowieso aufgehört.

Der Glaube war gross, es zu schaffen.

Roger Keller

Trainer EHC Wetzikon

An seiner Stelle übernimmt wieder Roger Keller, der bis 2020 jahrelang beim EHCW war. Die Rochade zahlt sich aus, auch wenn Captain Thomas Mettler festgehalten haben will: «Der Wechsel hat sicher etwas Schwung gegeben. Er war aber nicht der Schlüssel.»

Dieser ist, dass das Team beginnt, seine Fähigkeiten aufs Eis zu bringen. Oder wie es Trainer Keller sagt: «Spätestens nach der Serie gegen Luzern hat die Mannschaft realisiert, wozu sie fähig ist.» Die Wetziker verspielen gegen die Innerschweizer eine 2:0-Serienführung und geraten in der «Belle» schnell 0:2 ins Hintertreffen. Die Wende im fünften Viertelfinal-Spiel erweist sich als Knackpunkt.

In der Folge schaltet der EHCW erst Prättigau (3:1) und daraufhin im spektakulären Derby-Duell Qualifikationssieger Dübendorf (3:1) aus. Fast 1900 Fans verfolgten jene Serie im Schnitt. Zu Hause können die Wetziker zweimal vor über 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer antreten, wie nun auch im vierten Finalspiel gegen Sion. Die Zahlen zeigen: Der einstige NLB-Klub EHC Wetzikon zieht die Massen noch immer an.

Die Einheit mit Herz

Der EHCW kann sich in den Playoffs immer wieder auf herausragende Spieler verlassen wie Gian Andrea Thöny, Nils Berni, Thomas Büsser oder der erst im Januar verpflichtete Kent Daneel. Viel wichtiger aber ist, dass das Team in den Playoffs zu einer Einheit zusammenwächst, die beherzt auftritt und Absenzen von Leistungsträgern wegsteckt.

Wie im letzten Spiel, in dem Stammgoalie Fabian Ryffel verletzt fehlt. Ryffels Vertreter Justin Gianola spielt stark. Sein Auftritt passt ins Bild, das der EHC Wetzikon in der wichtigsten Phase der Saison gezeichnet hat. Dieses Mantra, einfach weiterzumachen, egal, was auch passiert.

«Der Glaube war gross, es zu schaffen», sagt Trainer Keller. Der Lohn dafür ist neben dem Pokal und der Medaille auch eine unvergessliche Meisternacht.

Der EHCW lässt sich bei der Trainersuche Zeit

Für Roger Keller und Diego Piceci endete die Zeit beim EHC Wetzikon mit dem Gewinn des Meistertitels der 1. Liga. Keller hatte im Januar als Trainer übernommen, sich nur bis Ende Saison verpflichtet. Der Thurgauer gibt den Posten nun wie vorgesehen wieder ab. Piceci war ab 2019 Sportchef, er tritt ebenfalls zurück. Für die Trainersuche und Teamzusammenstellung ist eine fünfköpfige Sportkommission zuständig. Zu dieser gehört Luzi Schneider, der sagt, man lasse sich die nötige Zeit, um den Trainerposten mit der richtigen Person zu besetzen. In der Mannschaft dürfte es zu einigen Veränderungen kommen, auch durch einige Rücktritte. Um die 25 Spieler haben sich derweil für die zwei Sichtungstrainings vom Montag und Mittwoch angemeldet, darunter solche aus der Swiss League und der MHL. «Da hat es Spieler darunter, die uns durchaus weiterhelfen können», sagt Schneider und ist davon überzeugt, ein schlagkräftiges Team für die MHL zusammenstellen zu können. (zo)

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns