Wetzikon holt sich den ersten Meisterpuck
Der «Chübel» ist in Sichtweite
Der EHC Wetzikon hat sich auswärts gegen Sion 3:0 durchgesetzt und führt in der Finalserie nun 2:1. Am Samstag kann er sich daheim den Titel sichern.
Jetzt ist der EHC Wetzikon ganz nahe dran am Meistertitel in der 1. Liga. Nach dem 3:0-Erfolg auswärts gegen den HCV Sion fehlt den Wetzikern noch ein Sieg zum Triumph. Den ersten Meisterpuck haben die Oberländer am Samstag daheim – wohl vor deutlicher grösserer Kulisse als in Sitten, wo knapp 600 Fans das dritte Spiel der Finalserie verfolgten.
Der Oberländer Erstligist musste für seinen zweiten Sieg in Serie leiden, wurden von den pausenlos anrennenden Wallisern hart gefordert. Erst 26 Sekunden vor Schluss gelang Denis Vrabec mit dem 3:0 ins leere Tor die Entscheidung, kurz zuvor hatte das Heimteam eine Riesenchance zum Anschlusstreffer vergeben.
«Sie haben uns heute viel abverlangt, vor allem auch physisch», sagte Roger Keller über den Gegner, bevor der EHCW-Trainer sein eigenes Team lobte. Vor allem für dessen Bereitschaft, die Ärmel hochzukrempeln. «Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt. Jeder hat seinen Job fürs Team erledigt», freute er sich.
Die Wetziker spurten früh Richtung Sieg ein. Lars Mathis brachte den EHCW in der 7. Minute in Überzahl in Führung. In der 17. Minute vollendete Thomas Büsser einen über mehrere Stationen führenden Konter. Das 2:0 war denn auch bereits der spielerische Höhepunkt des bis zuletzt hart umkämpften Spiels.
Beherzte Abwehrarbeit
Im Gegensatz zum Dienstag, wo er abwartend aufgetreten war und auf Konter gesetzt hatte, spielte der HCV Sion von Beginn weg mit Schwung nach vorne. Die Walliser wiesen mehr Scheibenbesitz auf und zwangen die Wetziker zu viel Defensivarbeit.
Die Gäste aber, die nur mit fünf regulären Verteidigern antraten, nahmen die Aufgabe an. Sie verteidigten mit viel Herz, räumten vor dem tadellosen Goalie Fabian Ryffel entschlossen alles weg, was weg musste und waren sich nicht zu schade, in brenzligen Situationen zu Befreiungsschlägen zu greifen.
Dass sie nach dem ersten Drittel 2:0 führten, kam ihnen natürlich mit Fortdauer der Partie entgegen. Und obwohl sie häufig in der eigenen Zone beschäftigt waren, liessen die Oberländer nur wenige wirklich gute Sittener Chancen zu.
Privatduelle im Übermass
Die Gäste schafften es allerdings nicht, die bisweilen sehr zerfahrene Partie zu beruhigen. Kurz vor Spielhälfte beispielsweise liefen gleich drei Wetziker auf den alleine gelassenen Sion-Goalie Anthony Pittolaz zu, schafften es aber, den Angriff ohne Tor abzuschliessen.
Später vergaben etwa auch Gian Andrea Thöny und Vrabec nach Kontern Grosschancen zum 3:0, das dem Gegner den Zahn gezogen hätte.
Hatten im letzten Spiel die Emotionen fast komplett gefehlt, waren sie in der dritten Finalpartie im Übermass vorhanden. Unter den Scharmützeln und unzählig vielen Privatduellen, die vor allem die erste Hälfte des zweiten Abschnitts prägten, litt die Qualität.
Den Wetzikern konnte dies letztlich egal sein. Schliesslich ist es nicht ihr Ziel, einen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern den «Chübel». Und an diesem haben sie nun zumindest eine Hand.