Wetzikon ist zurück im Geschäft
Defensiv solider als zuletzt
Der EHC Wetzikon benötigt im zweiten Spiel der Finalserie gegen den auf Konter lauernden HCV Sion viel Geduld. Er hat diese aber und gewinnt knapp 3:2.
Mit einem dünnen 3:2-Vorsprung bog der EHC Wetzikon im zweiten Spiel der Finalserie in die Schlussphase ein. Was hatte der HCV Sion noch zu bieten?
Bis drei Sekunden vor Schluss wenig. Dann aber kamen die zu diesem Zeitpunkt in doppelter Überzahl spielenden Gäste doch noch zu zwei Riesenchancen. EHCW-Goalie Fabian Ryffel aber parierte zweimal akrobatisch und rettete den Sieg.
In der Best-of-5-Serie steht es jetzt 1:1 – der EHCW ist zurück im Geschäft um den Schweizer Meistertitel der 1. Liga.
Wir haben gewonnen. Das ist die Hauptsache.
Roger Keller
Trainer EHC Wetzikon
Eine Einzelleistung entschied das Geduldsspiel. Nach 43 Minuten brachte Gian Andrea Thöny mit seinem zweiten Tor des Abends das Heimteam vor 1300 Fans erneut in Führung. Und dieses 3:2 liess sich die Mannschaft von Roger Keller, die im Gegensatz zur ersten Partie wieder mit vier kompletten Sturmlinien antreten konnte, den Vorsprung nicht mehr nehmen.
«Wir haben gewonnen, das ist die Hauptsache», freute sich Keller. Der Trainer sah aber einiges an Verbesserungspotenzial. So ärgerte er sich etwa darüber, dass sein Team auf der Suche nach dem späten 4:2 noch in einen Konter lief.
«Da müssen wir cleverer sein», sagte er und fand generell: «Irgendwie sind wir noch nicht so richtig auf Betriebstemperatur. Vieles wirkt etwas träge.»
Die besten Chancen der Wetziker – und alle drei Tore des EHCW. (Handyvideo: Martin Weber)
Sechs Gegentore hatte Wetzikon im ersten Spiel kassiert. Es ist eine Anzahl, mit der man kaum eine Playoff-Partie für sich entscheiden kann. So verwunderte es nicht, dass am Dienstagabend der Gewinner der Ostgruppe nicht nach vorne stürmte, sondern sich lieber darum kümmerte, seine Verteidigungszone sauber zu halten. Die Wetziker machten das gut. Und erspielten sich trotzdem einige Chancen.
Der eine oder andere dürfte sich zugleich gefragt haben, wie die Oberländer am Samstag ein halbes Dutzend Gegentore hatten kassieren können. Die Gäste waren zwar gut sortiert. Ihre Angriffe aber waren harmlos. «Sion wartete ab, wollte nur Nadelstiche setzen», sagte Keller.
Die Walliser brauchten indes nicht viel, um eine Ernte einzufahren. Denn sie waren kaltblütig. Mit ihrem einzigen präzise und schnell vorgetragenen Angriff gingen sie Ende des Startdrittels in Führung.
Sie zeigten da, dass die Wetziker Angst, ausgekontert zu werden, berechtigt war. Kurz vor Ablauf des zweiten Abschnitts nutzten die Sittener dann einen groben Fehlpass von EHCW-Captain Thomas Mettler zum 2:2.
Ein Check als Energieriegel
Der Ausgleich war ein Stich ins Herz des Heimteams, das ab Spielmitte seine Zurückhaltung abgelegt hatte. Als Initialzündung erwies sich ein kerniger Check von Felix Käser an der Mittellinie. Dieser verlieh seiner Mannschaft in einer zuvor wenig emotionalen Partie den dringend benötigten Energieschub.
«Das war der Moment, als ein Ruck durchs Team ging», stellte Trainer Keller fest.
Von diesem Augenblick an spielten die Oberländer druckvoller. Sie gruben nun dank hartnäckiger Störarbeit im gegnerischen Drittel immer wieder Scheiben aus, setzten sich auch in der Zone der Gäste fest, was ihnen etwa im Startdrittel kaum einmal gelungen war.
In der 37. Minute brachte Thöny die Wetziker nach einem zügigen Vorstoss 2:1 in Führung. Die halbe Miete war dabei der Rückpass von Kent Daneel, der mit viel Tempo über den Flügel vorgestossen war.
Diesen Vorsprung gab das Heimteam zwar wieder her. Thönys zweiter Treffer aber reichte ihm dann, um den wichtigen Erfolg ins Trockene zu bringen.