Wetzikon muss ein Brikett nachlegen
Vor dem zweiten Duell
Kann der EHC Wetzikon zu Hause auf den verpatzten Finalauftakt gegen Sion reagieren? Die Mittel dazu hätte der Oberländer Erstligist ohne Frage.
Die Situation ist neu für ihn. Erstmals in diesen Playoffs liegt der EHC Wetzikon nach dem ersten Spiel einer Serie im Rückstand. Am Samstag unterlag er zum Auftakt des Finals um den Schweizer-Meister-Titel der 1. Liga auswärts dem HCV Sion 4:6.
Der Gewinner der Westschweizer Gruppe steigerte sich nach einem verpatzten Auftakt und nutzte seine Chancen resolut, weshalb er am Dienstagabend mit einer 1:0-Führung in Wetzikon antritt.
Wir sind bereit für die Revanche.
Roger Keller
Trainer EHC Wetzikon
Konträr verlief die Formkurve der Wetziker im ersten Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die sich nicht kennen. Rund eineinhalb Drittel lang waren die Oberländer das Team mit der klareren Spielanlage. Sie führten verdient 3:1, spätestens nach dem Ausgleich verloren sie ihre Sicherheit aber und fanden sie bis zum Schluss nicht mehr.
Drei Gegentore musste der EHCW in Unterzahl hinnehmen. Wobei er nicht etwa zu viele Strafen nahm, sondern schlichtweg keine ohne Gegentor überstand. Das Unterzahlspiel ist einer der Punkte, in denen sich der Sieger der Ostgruppe steigern muss.
Überraschend kam die Sittener Powerplay-Stärke ja nicht – in der Halbfinalserie beispielsweise wies das Team von Ex-Profi Oleg Siritsa eine Powerplay-Quote von 42 Prozent auf.
Es ist ein Wert, von dem die Oberländer nur träumen können. Im Finalspiel 1 kamen sie allerdings gar nicht erst dazu, überhaupt auch nur einmal in Überzahl antreten zu können.
Was würde mehr Härte bewirken?
Der EHC Wetzikon kann fraglos besser spielen als am Samstag im Wallis. Mit mehr Tempo, mehr Wucht, auch mehr Präsenz im gegnerischen Slot. Die Sittener setzten bei ihrem Sieg primär auf ihre läuferischen und spielerischen Fähigkeiten. Es wäre darum spannend zu sehen, wie sie darauf reagieren, wenn der EHCW im zweiten Duell härter zur Sache gehen würde.
Das er das durchaus gut kann, hat er im Derby-Final gegen den EHC Dübendorf bewiesen. Luft nach oben hat der EHCW auch in der Defensive. Diese war in der Qualifikation die Achillesferse, in den Playoffs aber agierten die Wetziker hinten sehr viel strikter und produzierten weniger Fehler.
«Wenn man viele Tore erhält und immer fünf, sechs schiessen muss, um zu gewinnen, ist das eine zu grosse Hypothek», hält Roger Keller fest. Die Statistik untermauert die Aussage des EHCW-Trainers. Dreimal kassierten die Oberländer in bisher 14 Playoff-Spielen fünf oder mehr Gegentore. Dreimal verloren sie.
Die Ansage vom Krankenbett
In Sion fehlten dem Oberländer Team mit Pascal Blaser und Thomas Büsser zwei wichtige Verteidiger. Zudem fiel durch die Absenz von Kent Daneel und Nils Berni auch die Wetziker Top-Sturmlinie auseinander. Nicht einmal vier komplette Sturmlinien standen den Wetzikern zur Verfügung.
Die Absenzen waren ein Faktor. Für das zweite Spiel hofft man beim EHCW darum auf Entspannung. Im Wallis krankheitshalber gefehlt hatte zudem Trainer Keller. Der Thurgauer war auch gestern Montag noch nicht gesund. Seine Zuversicht aber ist ungebrochen. «Wir sind bereit für die Revanche», meldete er.
