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Wenn die Resultate mit Vorsicht zu geniessen sind

Die Chancen von Simon Marquart stehen gut, dass er in Paris seine zweiten Olympischen Spiele bestreiten kann. Das Ziel da – eine Medaille.

Neue Velomarke, neuer Trainer: Simon Marquart hat Entscheidendes umgekrempelt.

Foto: PD

Wenn die Resultate mit Vorsicht zu geniessen sind

Mönchaltorfer auf Olympiakurs

BMX-Profi Simon Marquart hat auf diese Saison einiges umgestellt. Er sieht sich bestätigt, auch wenn die Weltcup-Ergebnisse sehr unterschiedlich ausfielen.

Seine vielen Kontakte in der BMX-Szene haben ihm geholfen. Während andere Fahrer noch darüber rätseln, wie die Olympiapiste von Paris wohl genau aussieht, kann Simon Marquart vergnügt sagen: «Ich habe sie schon gesehen.»

Geholfen hat ihm, dass in seinem Bekanntenkreis jemand den Pistenbauer kennt. Marquarts erster Eindruck: «Sieht nach einer Okay-Bahn aus.» Lange warten muss der Mönchaltorfer ohnehin nicht mehr, bis er sie vor Ort besichtigen kann. In Kürze reist er für einen Trainingsblock nach Saint-Quentin-en-Yvelines , wo die Anlage steht.

Im Anschluss daran bestreitet er Anfang April rund 30 Kilometer südwestlich von Paris den Testwettkampf für die Olympischen Spiele.

Ich habe den Luxus, Olympia schon einmal erlebt zu haben.

Simon Marquart

Die Resultate stehen für Marquart da nicht im Fokus. Er hat sich vielmehr vorgenommen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie sich die Bahn im Rennen anfühlt, auf der er nur wenige Monate später im kleinen Kreis von 24 Fahrern erneut antreten will.

«Ich habe den Luxus, Olympia schon einmal erlebt zu haben», verweist Marquart auf seine Feuertaufe in Tokio 2021, die in der Qualifikation endete. Und deponiert seinen Anspruch für die Spiele in Paris: «Ich will da hin, um für eine Medaille bereit zu sein.»

Er hat seinen Platz gefestigt

Die Chancen des Weltmeisters von 2022 auf die zweite Olympiateilnahme stehen gut. Im für die Verteilung der Quotenplätze ausschlaggebenden Nationenranking liegen die Schweizer auf Rang 3. «Den sollten wir halten können», ist Marquart zuversichtlich. Gelingt das Unterfangen, hat Swiss Cycling zwei Plätze bei den Männern zur Verfügung.

Diese wiederum dürften an den Thurgauer Cédric Butti gehen, der heuer bereits zweimal Zweiter geworden ist und im Gesamtweltcup ganz vorne liegt. Und eben an Marquart, der zuletzt mit zwei guten Weltcup-Ergebnissen seinen 2. Platz in der internen Rangliste gefestigt hat.

Von Aufregung ist bei Marquart jedenfalls nichts zu spüren. Der Gesamtweltcup-Sieger von 2021 kennt seine Qualitäten. Und verfolgt seinen Weg mit viel Gelassenheit und dem Vertrauen, seine Ziele zu erreichen. Erstmals seit September weilt er wieder einmal in der Schweiz. Nach einem knapp zweimonatigen Aufenthalt in Neuseeland und Australien, wo vier der insgesamt nur sechs Weltcup-Rennen stattfanden.

Der Start gelang dem 27-Jährigen vorzüglich. Im neuseeländischen Rotorua stieg er zum Weltcup-Auftakt als Dritter aufs Podest. So weit nach vorne ging es danach mit den Rängen 40, 17 und 9 zwar nicht mehr. Beunruhigen lässt sich Marquart davon allerdings nicht. Er sagt: «Die Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen.»

In Rotorua etwa stürzte er im zweiten Wettkampf im Achtelfinal nach einem Fehler beinahe und schied aus – trotz ansonsten starkem Lauf, wie er findet. Die Marge aber ist in einem Olympiajahr halt dünn. «Es geht bei vielen um sehr viel», weiss Marquart und sagt: «Die Leute nehmen mehr Risiko.»

Als Gradmesser für seine Form will er jedenfalls nur die neuseeländischen Wettkämpfe nehmen. Die Piste in Brisbane findet er für Rückschlüsse zu wenig aussagekräftig, da schlicht zu speziell. Nur schon wegen der sehr engen ersten Kurve, deren Opfer auch er wurde. Marquart erklärt: «Wenn man als Zweiter in die erste Kurve fährt, kommt man normalerweise auch als Zweiter wieder raus.»

In Australien aber verlor er zweimal deutlich an Boden – im Halbfinal des zweiten Rennens fiel er gar vom zweiten auf den letzten Platz zurück. Womit der Finaleinzug früh ausser Sichtweite geriet.

Ein Winter in der Ferne

Die Weltcup-Rennen haben Marquart in seinem Glauben bestätigt: die Richtung stimmt. Die vorgenommenen Änderungen haben sich gelohnt. Wie etwa der Wechsel zum neuseeländischen Coach Kurt Prickard. Oder jener zu einer neuen Velomarke, den er auf seiner Suche nach Optimierungen getätigt hat.

Dazu hat sich Marquart erstmals in Kolumbien auf die Saison vorbereitet. Er wich damit dem bisweilen garstigen Schweizer Winter aus. Die Zeit in Südamerika fand Marquart in vielerlei Hinsicht interessant. «Man muss da viel mehr adaptieren und improvisieren», sagt er.

Auf Kolumbien fiel die Wahl nicht etwa zufällig. Es ist das Heimatland seiner Freundin. Gabriela Bolle wiederum ist ebenfalls BMX-Fahrerin, die Nummer 15 der Welt bei den Frauen – und hat wie er gute Chancen, an Olympia zu starten. Wie Marquart das finden würde? Die Antwort kann nicht überraschen. «Natürlich sehr cool.»

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