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Wetzikon hat die Hand an der Finaltüre

3:1 schlägt der EHC Wetzikon daheim Prättigau-Herrschaft und hat sich damit in den Halbfinals eine sehr gute Ausgangslage erspielt.

Der stürmende Verteidiger: Riccardo Auriemma verwertet einen schönen Solovorstoss zur Wetziker 1:0-Führung.

Foto: David Kündig

Wetzikon hat die Hand an der Finaltüre

Mit Geduld zum zweiten Sieg

Der EHC Wetzikon schlägt Prättigau im zweiten Spiel der Halbfinal-Serie erneut – dieses Mal 3:1. Jetzt fehlt ihm nur noch ein Sieg.

Knapp sieben Minuten vor Schluss sorgte Gian Andrea Thöny für die Entscheidung. Der Topskorer des EHC Wetzikon brachte seine Mannschaft 3:1 in Führung. Zuvor hatte der Oberländer Erstligist zahlreiche Chancen vergeben. Und damit die Hoffnungen bei Gegner Prättigau-Herrschaft am Leben erhalten.

80 Sekunden vor dem Ende nahmen die Gäste den Goalie vom Eis und griffen mit sechs Spielern an. Nur kurz darauf kassierten sie aber eine Strafe, was es dem Team von Roger Keller ermöglichte, die Zeit runter zu spielen. 2:0 führen die Wetziker im Halbfinal nun und haben zumindest eine Hand an der Finaltüre. Am Donnerstag können sie den Sack bereits zumachen.

Wir traten plötzlich so auf, als sei die ganze Sache hier erledigt.

Roger Keller

Trainer EHC Wetzikon

Der EHCW hat den Sieg sicher nicht gestohlen. Er legte die nötige Geduld an den Tag, erledigte seine Arbeit in der Defensive mehrheitlich seriös und vor allem auch diszipliniert. Kein einziges Mal musste sich das Heimteam in Unterzahl wehren.

In der Offensive aber fehlte es den Wetzikern an der nötigen Entschlossenheit, um die Partie, die mehrheitlich von der Spannung und nicht von spielerischen Glanzstücken lebte, früher entscheiden zu können.

«Hauptsache gewonnen», sagte EHCW-Sportchef Diego Piceci. «Es war ein hartes Stück Arbeit.» Piceci fand trotz des Erfolgs auch kritische Worte. Ihm fehlte es an der Intensität. Er schloss daraus: «Darum wurde es auch fahrig.»

Mehr Raum, kein Ertrag

Dabei rollte sich der EHCW eigentlich den Teppich gleich selber aus. Das 2:0 von Siro Rutzer nach nur einer Minute im Mitteldrittel verschaffte ihm eine ideale Ausgangslage. Der Gegner war so bereits früh im Spiel gezwungen, seine Offensivbemühungen zu verstärken. Worunter die Bündner Defensive litt.

Die Wetziker hatten nun mehr Raum für ihre Angriffe. Sie kamen zu genügend guten Chancen, um bald einmal mindestens ein drittes Tor erzielen zu können.

Der Gastgeber aber zog seine Aktionen schlicht zu wenig dezidiert durch, um sich mehr Luft verschaffen zu können. Die Gäste hatten auch ihre Möglichkeiten, ihr einziges Tor aber erzielten sie nicht nach einem zwingenden Angriff, sondern ganz simpel. Verteidiger Andreas John zog von der blauen Linie ab, Yannick Bucher (25.) durfte ungestört den Abpraller verwerten.

Für EHCW-Trainer Keller kam das Gegentor nicht überraschend. «Nach dem 2:0 haben wir vorübergehend aufgehört, zu spielen», monierte er. «Wir traten plötzlich so auf, als sei die ganze Sache hier erledigt.»

Keller appellierte darum in der zweiten Pause an seine Mannschaft, dem Gegner wieder weniger Zeit und Raum zu geben. «Über alles gesehen aber ist es positiv, dass wir standgehalten haben», freute er sich und strich heraus, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist: «Nach dem Gegentor sind wir ruhig geblieben. Es wurde nie hektisch.»

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