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Wetzikon kriegt die Kurve doch noch

Er musste zwar einen Umweg nehmen, hat es aber doch noch geschafft: Der EHC Wetzikon steht in den Halbfinals.

Die Viertelfinal-Hürde ist gemeistert: Die Wetziker Spieler feiern mit ihren Fans.

Foto: Christian Merz

Wetzikon kriegt die Kurve doch noch

EHCW übersteht die Viertelfinals

Der EHC Wetzikon hat sich in der «Belle» 5:3 gegen Luzern durchgesetzt und damit das frühe Saisonende verhindert. In den Halbfinals trifft er auf Prättigau.

Geht doch. Der EHC Wetzikon hat sich gegenüber den zwei zuletzt bescheidenen Leistungen zum richtigen Zeitpunkt gesteigert und die Kurve in der Viertelfinal-Serie gegen den HC Luzern doch noch gekriegt. Er entschied das entscheidende fünfte Spiel daheim vor über 800 Zuschauern 5:3 für sich.

Der EHCW gewann verdient. Er liess sich von einem frühen 0:2-Rückstand nicht beirren, nutzte seine läuferischen und spielerischen Vorteile aus und führte nach zwei Dritteln vorentscheidend 5:2.

«Wir waren zielstrebiger als zuletzt, standen kompakter und trugen der Scheibe Sorge», durfte Roger Keller mit Genugtuung feststellen. Überraschend kam das alles nicht für den EHCW-Trainer, der vor der Partie viel Zuversicht verströmt und verkündet hatte: «Die Mannschaft ist geladen. Das hat man am Mittwoch im Training gesehen.»

Die Kontrollversuch geht schief

Ganz ohne zu zittern ging es beim Oberländer Erstligisten indes einmal mehr nicht. Er kassierte gleich zu Beginn des dritten Abschnitts das dritte Gegentor. Notabene zum dritten Mal in Unterzahl. Das weckte die Lebensgeister der Gäste wieder, die zwischenzeitlich einen arg angeschlagenen Eindruck gemacht hatten. Und zugleich geriet das Heimteam ins Grübeln.

Der EHCW versuchte in der verbleibenden Spielzeit zwar, die Partie zu kontrollieren. Er erwehrte sich den nun kompromisslos anstürmenden Luzernern aber mehr schlecht als recht. Souverän wäre definitiv anders gewesen, weshalb es nicht erstaunt, kritisierte Keller: «Das dritte Drittel hat mir nicht gefallen. Wir waren nicht mehr so ganz bei der Sache.»

Letzteres zeigte sich auch daran, dass die Wetziker im Schlussabschnitt eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis kassierten.

Wir waren dominant.

Roger Keller

Trainer EHC Wetzikon

Das Wichtigste aber ist: Der EHCW kämpfte, er hielt dicht und durfte am Schluss mit seinen Fans den Erfolg in der «Belle» feiern. Der hart erkämpfte 3:2-Seriensieg gegen Luzern dürfte dem EHC Wetzikon für die nächste Aufgabe Mumm geben.

In den am Samstag beginnenden Playoff-Halbfinals trifft Wetzikon auf Prättigau-Herrschaft. Das erste Spiel ist im Bündnerland. In der zweiten Halbfinal-Paarung spielen Qualifikationssieger EHC Dübendorf und der Qualifikationsvierte Burgdorf gegeneinander.

Plötzlich steht es 0:2

Von Beginn weg spielten die Wetziker am Donnerstagabend mit viel mehr Biss als bei der Niederlage in Luzern. Und zeigten, dass auch sie Checks verteilen können. Gerade noch rechtzeitig hatte der Qualifikationsdritte realisiert, dass ohne mehr Feuer, ohne mehr Leidenschaft die hartnäckigen Innerschweizer nicht zu bezwingen sind.

Der EHCW schoss in den ersten fünf Minuten des Startdrittels wohl häufiger aufs Tor als im gesamten Startabschnitt des letzten Spiels. Und sendete damit ein erstes klares Zeichen an die Gäste. «Wir waren dominant», lobte Trainer Keller die Anfangsphase seiner Mannschaft denn auch.

Nach dem Rückstand powerten wir umso mehr.

Roger Keller

Trainer EHC Wetzikon

Nach zehn Minuten aber hing das Heimteam dennoch plötzlich aus dem Nichts in den Seilen. Innerhalb von 42 Sekunden hatte es zwei Gegentore kassiert. Beide durch Weitschüsse. Und beide fielen, als die Wetziker in Unterzahl agieren mussten und es dabei nicht schafften, den Slot freizuräumen, um Goalie Fabian Ryffel freie Sicht zu ermöglichen. Das 0:1 musste der Gastgeber bei drei gegen fünf hinnehmen, das 0:2 dann noch bei einfacher Unterzahl.

Nun hatten die Luzerner den Gegner bereits wieder da, wo sie ihn haben wollten. Doch dieses Mal liessen sich die Oberländer nicht verunsichern. Im Gegenteil: Mit der Wut im Bauch schalteten sie den Vorwärtsgang ein. «Nach dem Rückstand powerten wir umso mehr», stellte Keller zufrieden fest, «das gab uns Energie.»

Bis zur ersten Sirene drehten die Oberländer die Partie bereits. Die Initialzündung dazu gab Gian Andrea Thöny mit dem Anschlusstor in der 13. Minute. Verteidiger Riccardo Auriemma mit einem platzierten Weitschuss kurz nach Ablauf einer Strafe der Gäste sowie erneut Thöny erzielten die weiteren Treffer zur Wende. Beim 3:2 musste Topskorer Thöny den Stock nach einer tollen Kombination lediglich noch hinhalten und die Scheibe ins offene Gehäuse ablenken.

Knapp vor Spielhälfte bogen die Wetziker dann endgültig auf die Siegstrasse ein, nachdem Noel Siren einen Alleingang zum 4:2 verwertet hatte.

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