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Djakovic brennt – und das ist gut so

An der WM in Katar zeigt sich für Antonio Djakovic, ob sein Weg Richtung Olympia stimmt.

Antonio Djakovic hat intensive Trainingsmonate hinter sich. An der WM muss er die Karten nun auf den Tisch legen.

Archivfoto: Christian Merz

Djakovic brennt – und das ist gut so

Vor der WM in Doha

Die Form stimmt, Druck hat der Ustermer kaum: Die Vorzeichen für erfolgreiche Weltmeisterschaften könnten für Antonio Djakovic kaum besser sein.

Antonio Djakovic brennt. So jedenfalls hat es der Schweizer Schwimmverband unlängst auf Instagram geschrieben. Man muss trotzdem keine Angst um den Ustermer Topschwimmer haben.

Aber «on fire» ist der 21-Jährige in jedem Fall. Das hat er bei der WM-Hauptprobe gezeigt. Mitte Januar verbesserte Djakovic beim internationalen Meeting in Genf seinen eigenen Schweizer Rekord über 800 m Freistil um über vier Sekunden. Er gewann das Rennen im 50-m-Becken in 7:58,01 Minuten. Und blieb als erster Schweizer unter der Marke von acht Minuten. Auch über 200 und 400 m Freistil räumte der Athlet des SC Uster in der Westschweiz ab.

Die WM in Doha kann für den Doppel-Vizeeuropameister auf der langen Bahn also kommen. Ab Sonntag ist er in der katarischen Hauptstadt bis zum Mittwoch täglich im Einsatz. Im Aspire Dome, einer Indoor-Anlage, in der gleichzeitig Wettkämpfe in 13 verschiedenen Sportarten ausgetragen werden können.

Djakovic startete vor fünf Jahren am Weltcup in Doha. Er weiss also, was ihn erwartet, und kennt den 50-m-Pool. Sein Programm beginnt er über 400 m Freistil, danach startet er auch über 200 und 800 m Freistil. Das Ticket für die Olympischen Spiele über 400 m Freistil hat der nur ein paar Gehminuten vom Schwimmbad Uster entfernt wohnende Athlet im Sack. Er kann also unbeschwert antreten.

Den Final im Fokus

«Ich bin gespannt auf meine Zeiten», sagt Djakovic. Und ist überzeugt: «Ich bin einen Tick besser parat als an der letzten WM.» 2023 unterbot er im japanischen Fukuoka über 400 m Freistil die Olympia-Limite und schwamm auf den starken 6. Platz. Auf die Bronzemedaille fehlten ihm etwas mehr als zwei Sekunden.

Über 200 m Freistil blieb er damals jedoch im Halbfinal hängen, klassierte sich als 14. Zudem schaffte er es nicht, sich über diese Distanz ebenfalls die direkte Olympia-Qualifikation zu sichern. Elf Hundertstel fehlten ihm. Das Verpasste will er nun in Katar nachholen. Sein zweites Ziel: «Sicher in den Final vorstossen.»

Dazu dienen dem Ustermer die Wettkämpfe als Standortbestimmung. Sie sollen ihm und Trainer Pablo Kutscher rund fünf Monate vor Djakovics zweiter Olympia-Teilnahme Erkenntnisse für die Trainingsgestaltung geben.

Mehrere Topschwimmer verzichten derweil auf den Abstecher nach Doha. Sie legen ihren Fokus komplett auf die Sommerspiele in Paris. Die Delegation der USA besteht beispielsweise nur aus 18 Athletinnen und Athleten – vor einem Jahr in Japan waren mehr als doppelt so viele US-Schwimmerinnen und -Schwimmer angetreten.

Am meisten Goldmedaillen gewann damals Australien. Einer dieser «Goldjungs» aus Down Under springt im Aspire Dome nicht ins Becken: Samuel Short, Titelverteidiger über 400 m Freistil. Der 20-Jährige ist der einzige der letztjährigen acht Finalisten in dieser Disziplin, der fehlt.

Mit der Konkurrenz hat sich Djakovic in den letzten Wochen sowieso nicht beschäftigt. Das macht er eigentlich nie. «Ich konzentriere mich auf mich selber», sagt er. Und freut sich darüber, die Karten nun auf den Tisch legen zu müssen. «Ich bin gespannt, was ich draufhabe. Und die anderen.»

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