Laupen muss sich an der eigenen Nase nehmen
Knappe Heimniederlage
Der UHC Laupen ist nicht schlechter als Winterthur, verliert aber 3:4. Zu lange agieren die Oberländer NLA-Frauen im Angriff zu zögerlich.
Lange plätscherte die Partie zwischen den Laupner NLA-Frauen und Winterthur mehr oder weniger vor sich hin. In der Schlussphase aber hatte das Duell der zwei Tabellennachbarn dann Pfeffer drin. Dafür verantwortlich war Andrea Wildermuth, die sich in der 57. Minute ein Herz fasste und mit einem sehenswerten Schuss das 3:4 erzielte.
Damit war die Hoffnung der Laupnerinnen zurück. Bald einmal ersetzten sie ihre Torfrau durch eine sechste Feldspielerin, kamen aber trotzdem nicht mehr zu einer ganz grossen Ausgleichsmöglichkeit. Es blieb beim knappen 3:4.
Die Niederlage ist aus Laupner Sicht aus mehreren Gründen ärgerlich. Der Siebte verpasste es dadurch nicht nur, sich das Playoff-Ticket vorzeitig zu sichern. Er hat nun auch die unmittelbar hinter ihnen liegenden Winterthurerinnen, die zuletzt siebenmal hintereinander verloren hatten, auf drei Punkte heranrücken lassen.
Ein Slalom zur Führung
Letztlich muss sich der UHC Laupen an die eigene Nase fassen. Fast zwei Drittel lang verzichtete er darauf, dezidiert die Offensive zu forcieren. Das Heimteam versuchte stattdessen, möglichst wenig Risiko einzugehen und dem Ball Sorge zu tragen, was nur mässig gut gelang.
Laupens-Assistenztrainer Kym Bähni sagte: «Wir waren zu träge und fanden keine gute Lösungen – über die ganzen 60 Minuten.» Er fand zugleich, mit Winterthur habe das effizientere Team gewonnen.
Die Laupnerinnen hatten im Startdrittel die besseren Chancen. Immer dann, wenn sie wirklich zielstrebig nach vorne spielten, brachten sie die Gäste in Verlegenheit. Es war allerdings keine Kombination, die das Heimteam in Führung brachte, sondern eine Einzelleistung.
In der 16. Minute stürmte Verteidigerin Kristyna Bachmaierova nach vorne, umkurvte die Gegnerinnen wie Slalomstangen und traf sehenswert ins hohe Eck. Doch nur zwei Minuten später liefen die Laupnerinnen in einen Konter.
Der Wecker klingelt
Dasselbe passierte ihnen auch gegen Ende des Mitteldrittels. Und weil sie zuvor in Unterzahl schon das 1:2 hatten einstecken müssen, lagen sie nun plötzlich mit zwei Toren im Hintertreffen, ohne die schlechtere Equipe gewesen zu sein.
Der dritte Gegentreffer war nun offenbar Weckruf genug für sie. Noch im zweiten Drittel verwandelte Laura Bertini einen Penalty souverän zum 2:3. Von diesem Moment an spielten die Oberländerinnen viel entschlossener und drückten fortan auf den Ausgleich.
Sie torpedierten ihre Bemühungen aber, indem sie in der 50. Minute erneut in einen schnellen Gegenangriff liefen und das entscheidende 2:4 kassierten.
