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Darum gehts nicht ohne Kompromisse

Gern würden der UHC, die Laupner NLA-Frauen und die Floorball Riders die Heimspiele immer Samstags austragen. Doch das ist nicht möglich.

Das Wunschszenario aller Unihockeyvereine: möglichst häufig vor vollen Zuschauertribünen antreten zu können.

Archivfoto: David Kündig

Darum gehts nicht ohne Kompromisse

Unübersichtlicher Spielkalender

Die Zuschauerzahlen beim Oberländer NLA-Trio haben Luft nach oben. Einer der Stolpersteine: Die Klubs haben keine freie Hand, wann sie ihre Heimspiele austragen.

In keiner anderen Mannschaftssportart ist das Oberland auf Topniveau so gut vertreten wie im Unihockey. Der UHC Uster gehört in der NLA der Männer zum Inventar, der UHC Laupen und die Floorball Riders spielen seit Jahren in der höchsten Schweizer Frauenliga.

Sportlich sind die drei Teams unterschiedlich gut unterwegs, eines aber haben sie gemein: Alle haben mehr Zuschauer als in der letzten Saison. Der UHC Uster spielt im Schnitt vor 317 Fans, die Floorball Riders (233) und Laupen (127) ziehen weniger Publikum an.

Um die Zahlen etwas einzuordnen, gilt festzuhalten, dass die Riders am drittmeisten Fans in der Liga haben. Das zeigt: Die schmale Zuschauerbasis ist kein exklusives Oberländer Problem. Im Gegenteil: Zahlreiche Nationalliga-Unihockeyklubs haben Mühe, ihre Tribünen regelmässig ordentlich zu füllen.

Gut ist es, wenn wir zum vorgeschlagenen Zeitpunkt eine Halle haben.

Vibeke Rasmussen Elmiger

Präsidentin Floorball Riders

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer der wohl wichtigsten: Hinter Fussball ist Unihockey mit rund 34’000 Lizenzierten zwar die zweitgrösste Mannschaftssportart der Schweiz, in der öffentlichen Wahrnehmung spielt sie aber eine untergeordnete Rolle.

Die Hallen wirken zudem nicht überall gleich einladend. Den Turnhallenmief hat man auch auf höchster Stufe noch nicht ganz eliminieren können. Kommt hinzu: Der Meisterschaftskalender ist unübersichtlich. Uster, Laupen und die Floorball Riders tragen ihre Heimspiele heuer zwar zumindest stets in derselben Halle aus. Allerdings nicht immer am selben Wochentag und zum selben Zeitpunkt.

In dieser Kategorie auf den ersten Blick am buntesten treiben es die Ustermer. Sie treten im Buchholz in der Qualifikation je einmal am Mittwoch und Freitag an, dazu an Samstagen und Sonntagen – zu unterschiedlichen Zeiten.

Nur unwesentlich schärfer ist das Profil der Laupnerinnen und der Floorball Riders. Ihre Heimspiele finden entweder am Samstag oder Sonntag statt. Zählt man genau, kommt man bei Laupen auf fünf unterschiedliche Anspielzeiten, beim Lokalrivalen auf vier.

Die Zahlen sind eindeutig

Dabei ist es bei allen drei Oberländer Teams dasselbe: Spielen sie samstags, sind ihre Tribünen voller als sonntags. Beim UHC Uster beträgt die Differenz über 100 Fans im Schnitt. Oder anders gesagt: ein Drittel.

Die Ustermer haben also ein Interesse daran, möglichst oft am Samstag um 17.30 Uhr spielen zu können. Fabrizio Tuena spricht in diesem Zusammenhang von einem Zeitfenster, das sich bewährt hat. «Es wird bis Spielende nicht zu spät», sieht der Vereinspräsident einen Vorteil.

Ein weiterer ist, dass der Klub am Samstag mehr Umsatz im Bistro generiert als an anderen Spieltagen. «Eine wichtige Einnahmequelle», wie Tuena sagt.

Frauen GF L-UPL Gruppe 1 Runde 12 2023/2024 Floorball Riders gegen UHC Laupen
Die Floorball Riders laufen zum Derby gegen den UHC Laupen ein.

Bei den Oberländer NLA-Frauenteams ist der Unterschied bei den Zuschauerzahlen zwischen samstags und sonntags ebenfalls spürbar. Wenn auch weniger deutlich als in Uster. Für Vibeke Rasmussen Elmiger ist der Grund offensichtlich. Ihre Erklärung deckt sich mit jener von Tuena. Sie drückt sich einfach anders aus. Die Präsidentin der Floorball Riders sagt: «Am Samstag können auch viele Juniorinnen und Junioren kommen.»

Würde ihr Klub deutlich mehr Zuschauer anziehen, wenn er die Heimspiele immer am Samstag zur selben Zeit austragen könnte? Rasmussen Elmiger winkt ab. «Ich glaube nicht», sagt sie. «Wer wirklich kommen will, kommt auch am Sonntag.»

Einheitlich wäre es einfacher

Das hat damit zu tun, dass ein Grossteil des Publikums bei den Riders aus Vereinsmitgliedern besteht und Personen, die einen Bezug zum Team haben. In Laupen und Uster dürfte es kaum anders sein. Die Situation mit den verzettelten Terminen ist trotzdem nicht ideal im Bemühen der Vereine, mehr Aufmerksamkeit zu generieren und mehr Publikum in die Hallen zu locken.

Usters Präsident Tuena sagt, eine Vereinheitlichung würde die Kommunikation mit den Fans vereinfachen. «Und die gesamte Organisation.» Schliesslich brauchen die Ustermer rund 15 Helferinnen und Helfer für jedes Heimspiel.

An der jetzigen Lage lässt sich vorerst aber nichts ändern. Nach Lust und Laune können die Klubs ihre Heimspiele nicht ansetzen. Sie müssen sich an die vom Verband vorgeschriebenen Spielzeiten halten. Am Samstag liegen diese zwischen 10 und 21 Uhr. Wobei weder eine NLA-Partie vor dem Mittag noch eine um 21 Uhr abends wirklich zuschauerfreundlich ist.

Die Vereine erhalten vom Verband jeweils frühzeitig einen Spielplan zugestellt – mit Tag und Gegner. «Gut ist es, wenn wir zum vorgeschlagenen Zeitpunkt eine Halle haben», sagt Rasmussen Elmiger. «Wenn nicht, fängt die ‹Täuschlerei› an.» Im Notfall wechselt man mit dem Gegner Heim- und Auswärtsspiel.

Während bei den Frauen keine regulären Wochentagsspiele auf dem Programm stehen, ist bei den Männern eine von 22 Runden unter der Woche angesetzt.

Der NLA-Status ist keine Hilfe

Der wichtigste Punkt, der den Handlungsspielraum der drei Oberländer NLA-Teams bei der Ansetzung ihrer Heimauftritte einschränkt: Sie spielen alle in öffentlichen Hallen, die Gemeinden gehören.

Bei den Riders und der Turnhalle Schwarz heisst das konkret, dass die Schule die Daten koordiniert. Eine Vorzugsbehandlung als NLA-Verein geniessen die Riders bei der Verteilung der Termine nicht.

Besser gestellt ist in diesem Bereich der UHC Uster, da in Uster die verschiedenen Sportarten einzelnen Hallen zugeordnet sind. Und in jenen dann ein Vorrecht haben. Die Zusammenarbeit mit dem Sportamt und den anderen das Buchholz nutzenden Vereinen wie etwa den Handballern funktioniert laut Tuena gut. «Wir finden gemeinsam immer eine Lösung, was aber bedingt, dass auch einmal an einem Sonntag gespielt werden muss.»

Das Wunschszenario von Usters Präsident Tuena ist kein überraschendes. Er sagt: «Im Gesamtkontext gesehen hätten wir natürlich am liebsten eine Halle fürs Unihockey zur exklusiven Nutzung. Dies würde einiges vereinfachen.» Und die Hallensituation für die anderen Ustermer Vereine ebenfalls entspannen.

Bei den Riders poppt das Hallenthema immer wieder mal auf, wie Rasmussen Elmiger erzählt. Die Hürden für einen Hallenbau aber sind enorm hoch. Allein ein dafür geeignetes Stück Land zu finden, ist ein Knackpunkt. Ebenso die Finanzierung.

Dazu braucht es einen langen Atem, wie die Riders bei den Jona-Uznach Flames sehen, mit denen sie im Nachwuchs zusammenarbeiten. Seit über sieben Jahren sind die St. Galler mit dem Bau ihrer «Flames Arena» beschäftigt, 2023 erhielten sie die Baubewilligung.

Was der Einzug in eine neue Arena auslösen kann, zeigen exemplarisch die NLA-Männer von Rychenberg Winterthur. Die Winterthurer haben seither ihre Zuschauerzahlen mehr als verdoppelt, sind nun mit durchschnittlich über 1300 Fans Ligakrösus.

Winterthur ist aber auch ein Spitzenteam. Unabhängig vom sportlichen Erfolg dürfte dennoch unbestritten sein: Eine attraktive Heimstätte wirkt anziehend. Und sie hilft auch noch mit, den Spieldatenknäuel zu entwirren.

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