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Darum ist der EHCW für den neuen Trainer eine Blackbox

Die Anfrage hat ihn zwar überrascht, Roger Keller aber findet die Aufgabe spannend, den EHC Wetzikon kurz vor Playoffbeginn zu übernehmen.

Roger Keller ist zurück beim EHC Wetzikon. Er sagt: «Es war wie ein Heimkommen für mich.»

Archivfoto: Christian Merz

Darum ist der EHCW für den neuen Trainer eine Blackbox

Neuanfang beim Erstligisten Wetzikon

Ab sofort ist Roger Keller wieder Headcoach des EHC Wetzikon. Er sagt, was für ihn so kurz vor den Playoffs zentral ist und erklärt, weshalb er keine Hintertüre braucht.

Die Ära von Christian Modes beim EHC Wetzikon ist seit Mittwochabend zu Ende. Der Verein trennte sich per sofort vom Trainer, der Ende Saison den Verein sowieso verlassen hätte. Als Nachfolger verpflichtete der Oberländer Erstligist Roger Keller.

Schon einmal war der 53-Jährige in zwei verschiedenen Phasen Cheftrainer in Wetzikon, ehe sein Vertrag 2020 nicht mehr verlängert wurde. In der Folge pausierte er, ehe er im Dezember 2022 den MHL-Klub EHC Seewen übernahm und die Saison mit den Schwyzern beendete. Da Keller in Weinfelden wohnt, war von Anfang an klar, dass sein Engagement nur von temporärer Dauer war.

Nun springt der einstige NLB-Verteidiger erneut während der Saison. Am Samstag erlebt Keller seine Feuertaufe mit dem Heimspiel gegen Reinach.

Roger Keller, drei Jahre nach Ihrem Abschied sind Sie zurück im EHC Wetzikon. Wie ist es?

Es war wie ein Heimkommen für mich. Obwohl vieles neu ist. In den Katakomben der Eishalle sieht es anders aus. In der Mannschaft ist vieles neu. Es sind nur noch zwei Spieler von damals dabei, Gian Andrea Thöny und Lars Mathis.

Wie intensiv haben Sie in den letzten Wochen die Wetziker Spiele verfolgt?

Gar nicht (lacht). Die Anfrage hat mich überrascht. Ich habe bisher erst ein einziges Spiel in dieser Saison gesehen. Jenes in Wil. Aber ich war immer im Kontakt mit Christian Modes, mit dem mich eine Freundschaft verbindet.

Es ist speziell, an der Bande einen guten Kollegen abzulösen. Welchen Einfluss hatte dies auf Ihre Entscheidung?

Wir haben am Mittwoch miteinander telefoniert, das alles ist kein Thema für uns. An unserer Freundschaft wird sich nichts ändern. Ich brachte ihn einst ja nach Wetzikon, öffnete ihm hier die Türe. So läuft das. Einmal gibt man, das nächste Mal erhält man dafür etwas. Ich musste mich vor der Zusage viel eher mit mit selber befassen.

Was heisst das konkret?

Ich habe meine Freizeit in den letzten Monaten sehr genossen. Man kann sagen, ich habe die schönen Seite abseits vom Hockey entdeckt. Ich fragte mich darum: Bin ich bereit, darauf zu verzichten? Denn jetzt habe ich wieder viele Fixpunkte. Nun gibt das Hockey wieder den Takt an.

Jeder Spieler muss sich neu beweisen.

Roger Keller

Trainer EHC Wetzikon

Sie übernehmen eine Mannschaft, über die Sie kaum etwas wissen. Und das kurz vor den Playoffs. Wie packen Sie die Aufgabe an?

Dieselbe Situation hatte ich in Seewen. Es ist eine Blackbox, ich muss vieles aus dem Bauch entscheiden. Ich sagte der Mannschaft, dass wir den Weg nur gemeinsam gehen können. Ich kann keinen Schalter drücken, kann höchstens punktuell Dinge ändern.

Was ist jetzt das Wichtigste?

Dass wir Ruhe hineinbringen, die Mannschaft mich schnell kennen lernt. Jeder Spieler muss sich neu beweisen. Und ich in kürzester Zeit abliefern – das ist spannend.

Wie wirkte die Mannschaft im ersten gemeinsamen Eistraining auf Sie?

Etwas geschockt. Man spürte eine gewisse Nervosität. Diese wird sich aber schnell legen. Am Schluss weiss diese Mannschaft, zu was sie fähig ist. Unabhängig davon, wer ihr Trainer ist.

Wie lange haben Sie sich dem EHCW verpflichtet?

Bis zum Playoff-Ende.

Ist diese Entscheidung definitiv oder lassen Sie sich eine Hintertüre offen?

Es heisst zwar: Sag niemals nie. Das Team fix zu übernehmen, ist aber kein Thema für mich. Ich will keine Mannschaft mehr über eine ganze Saison führen.

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